Pressemitteilungen 2010

KBV und Kassen beschließen, RLV aufzuwerten

Honorare – Ab 1. Juli werden Regelleistungsvolumen (RLV) vor den freien Leistungen abgerechnet. Das stärkt die Basisversorger.

 

Berlin, 29. März 2010 – „Es ist uns gelungen, die Basisversorgung zu stärken und die Regelleistungsvolumen (RLV) zu stabilisieren. Wir haben den Finanzfluss umgekehrt und auf diese Weise die Berechnung der RLV gerechter gestaltet. Ein wichtiger Vorsatz für das Jahr 2010 ist somit umgesetzt“, erklärte heute Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin.

Die Vertreter von KBV und Krankenkassen einigten sich darauf, ab 1. Juli aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) zunächst die Finanzierung der RLV sicherzustellen und danach erst die Vergütungen für bislang „freie Leistungen“ zu berechnen. Zur Steuerung dieser Leistungen, die wie bisher ebenfalls aus der MGV honoriert werden, werden qualifikationsgebundene Zusatzvolumen (QZV) eingeführt.

Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen oder ambulante Operationen, die die Krankenkassen außerhalb der MGV bezahlen, sind von der neuen Regelung nicht betroffen. „Sie werden weiterhin ohne Abstaffelung honoriert“, führte der KBV-Chef aus. Er wies darauf hin, dass es weiterhin große regionale Spielräume gibt: „Die Konvergenzphase für regionale Sonderregelungen ist bis 31. Dezember 2011 verlängert worden.“

Die ab dem 1. Juli geltende Regelung kommt vor allem Ärzten zugute, die die Basisversorgung abdecken, aber nur wenige Leistungen außerhalb der RLV abrechnen können. „Augenärzte zum Beispiel, die nicht zusätzlich noch operieren, werden künftig nicht mehr benachteiligt“, erläuterte Köhler.

Derzeit werden die freien Leistungen zu festen Preisen ohne Mengenbegrenzung vor den RLV abgerechnet. Das mindert die Geldmenge, die für die RLV übrig bleibt. Sinkende Fallwerte für das RLV werden nun wieder stabilisiert.

Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung wird in einen haus- und einen fachärztlichen Teil dauerhaft getrennt. Beide Honorarbereiche werden auch getrennt weiterentwickelt.

 
Letzte Änderung 29.03.2010
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