Niedergelassene Fachärzte unentbehrlich für flächendeckende, wohnortnahe Versorgung
Stellungnahme KBV-Chef Köhler hat die Forderungen des GKV-Spitzenverbandes kommentiert.
Berlin, 14. April 2010 Will der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) überhaupt noch eine flächendeckende und wohnortnahe ambulante Versorgung seiner Versicherten? Diese Frage muss man sich stellen, wenn es stimmt, was in den vergangenen Tagen über ein entsprechendes Konzept zur Bedarfsplanung zu lesen war. Auch wir sind der Meinung, dass die Zusammenarbeit von stationärem und ambulantem Sektor verstärkt werden muss. Dies geht aber nur im Zusammenwirken von Krankenhäusern und niedergelassenen Haus- und Fachärzten sowie Psychotherapeuten. Kontraproduktiv und zerstörend ist es dagegen, die Niederlassung von Fachärzten erschweren zu wollen. Mit diesen Worten hat Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), das Positionspapier für eine bessere Primärversorgung des GKV-Spitzenverbandes kommentiert. Verschiedene Medien hatten über das Papier berichtet, wonach der Spitzenverband fordert, Fachärzten die Eröffnung eigener Praxen zu erschweren und die fachärztliche Versorgung stattdessen gebündelt in entsprechenden Zentren oder Krankenhäusern anzubieten.
Natürlich sind gerade in unterversorgten Gebieten Kooperationen mit Krankenhäusern denkbar und auch von uns gewünscht. Die KBV hat solche Kooperationen bereits mit verschiedenen Klinikbetreibern erfolgreich initiiert. Dennoch bedarf es weiterhin auch einer ambulanten fachärztlichen Versorgung, betonte Köhler und forderte den Spitzenverband zum Dialog auf: Wir bieten dem Spitzenverband an, gemeinsam Wege für die Sicherung der ambulanten flächendeckenden, wohnortnahen Rund-um-die-Uhr-Versorgung zu erarbeiten. Die bessere Verzahnung des ambulanten und des stationären Sektors ist ein möglicher Weg. Der drohende Ärztemangel betrifft im Übrigen auch Facharztgruppen, die für die Basisversorgung unentbehrlich sind. Mit seinen Aussagen trägt der GKV-Spitzenverband zur Verunsicherung von Medizinstudenten bei, sich für den Beruf des niedergelassenen Arztes zu entscheiden.
