Pressemitteilung 2010

Sicherheit von Patientendaten hat Priorität

Datenschutz – KBV will verstärkt mit Herstellern von Praxissoftware zusammenarbeiten sowie sichere und moderne Kommunikationstechnologien in Praxen unterstützen.

Berlin, 31. August 2010 – Eine Verbesserung des Datenschutzes und der Datensicherheit hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) heute bei einem Treffen mit Anbietern von Praxisverwaltungssoftware (PVS) als Ziele genannt. Dazu sowie für eine funktionierende sichere Kommunikation von Ärzten, Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), Krankenhäusern und Krankenkassen seien einheitliche Standards zwingend erforderlich, sagte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller. Auf der Veranstaltung war auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vertreten.

Ziel der KBV sei eine weitere Sensibilisierung für die Belange des Datenschutzes und der Datensicherheit in der PVS, erklärte Müller. „Viele Vertragsärzte sind extrem skeptisch bezüglich der Online-Übertragung sensibler Patientendaten. Deren Schutz ist sowohl online als auch offline von zentraler Bedeutung“, sagte er. Die Anforderungen an die PVS stiegen in dieser Hinsicht enorm, so der KBV-Vorstand. Dies gelte etwa für die Zugriffsrechte auf Behandlungsdaten und die, auch nachträgliche, Nachvollziehbarkeit des Zugriffs. Auch Abrechnungsdaten unterliegen besonderen Vorschriften. In diesem Zusammenhang erinnerte Müller an die bereits 2008 vom Bundessozialgericht geforderte umfassende gesetzliche Regelung über die Beauftragung privater Abrechnungsstellen, etwa im Rahmen von Selektivverträgen, die nicht über die KVen abgewickelt werden.

Ab dem ersten Quartal 2011 ist für KV-Mitglieder die Online-Abrechnung Pflicht. Doch auch das Internet wird immer wichtiger für Mediziner, beispielsweise für Recherchezwecke. „Darum ist eine sichere Anbindung der Vertragsärzte in Zukunft besonders wichtig“, sagte Müller. Die KBV hat deshalb gemeinsam mit den KVen eine Initiative gestartet, die den Mitgliedern verschiedene Möglichkeiten der Anbindung und sicheren Kommunikation untereinander und mit ihrer KV aufzeigen soll. Statistiken der regionalen Projektbüros zeigen, dass im Juli dieses Jahres 61.306 Ärzte online aktiv waren, davon 13.466 im sogenannten KV-SafeNet*. Das ist eine besonders sichere Anbindung, deren Einrichtung viele KVen zusätzlich finanziell fördern. Auch die gemeinsame Kampagne mit der KfW Bankengruppe zur Investitionsförderung in Arztpraxen soll Vertragsärzten und -psychotherapeuten helfen, beispielsweise eine moderne EDV vorzuhalten.

* KV-SafeNet steht nicht mit der Firma Safenet, Inc., USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung.

 
Letzte Änderung 31.08.2010
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