eGK könnte Praxisgebühr entbürokratisieren
Telematik KBV-Vorstand Müller sprach auf der eHealth-Conference über seine Ideen für die Gesundheitskarte.
Berlin, 14. September 2010 Viele Niedergelassene beklagen sich über zu viel Bürokratie. Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) bietet viele Möglichkeiten, diese abzubauen. Davon können auch die Patienten nur profitieren. Das hat Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute auf der eHealth-Conference in Hannover gesagt. Die KBV setze sich beispielsweise dafür ein, dass auf der Karte vermerkt wird, ob der Versicherte die Praxisgebühr und andere Zuzahlungen, zum Beispiel für Arznei- und Heilmittel, in dem entsprechenden Quartal bereits bezahlt hat, so Müller. Dadurch müssen die Praxen keine Quittungen mehr ausstellen und die Patienten diese nicht mehr aufbewahren, erklärte der KBV-Vorstand und ging noch einen Schritt weiter: Langfristig kann ich mir sogar vorstellen, dass die Praxisgebühr beim ersten Arztbesuch im Quartal automatisch von der eGK abgebucht wird.
Den kürzlich vorgestellten eHealth-Report der Bundesärztekammer (BÄK) hob Müller lobend hervor: Der Bericht zeigt eindrucksvoll, dass ein Großteil der Ärzte in Praxen und Krankenhäusern die Vorteile der Telematik und Telemedizin erkennt. Laut Report stehen die Ärzte im Krankenhaus beidem jedoch offener gegenüber als die Niedergelassenen, erklärte der KBV-Vorstand. Dieses Ergebnis müssen wir sehr ernst nehmen und verstärkt daran arbeiten, das Vertrauen der ambulant tätigen Ärzte zu gewinnen, so Müller. Der Report zeigt zudem, dass die Befragten der Datensicherheit kritisch gegenüberstehen. Hier müssen wir weiter handeln, um für die höchste Sicherheit von Patienten- und Praxisdaten zu sorgen, betonte Müller.

