Pressemitteilungen 2010

Müller: Wir werden die Reform der Arzneimittelversorgung weiterverfolgen

Bilanz – KBV-Vorstand nennt Online-Initiative als einen der Erfolge im KV-System.

Berlin, 3. Dezember 2010 – Schwierig, aber insgesamt erfolgreich – so hat der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Carl-Heinz Müller, die zu Ende gehende Amtsperiode der Vorstände der KBV und der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) charakterisiert. So geschehen auf der heutigen KBV-Vertreterversammlung in Berlin, der letzten in der bisherigen Zusammensetzung. In den vergangenen Jahren hätten sich die Aufgaben der ärztlichen Selbstverwaltung verändert. Dies mache auch das Nachdenken über eine neue Arbeitsteilung in der Zukunft notwendig, so Müller.

In seinem Rückblick nannte der KBV-Vorstand einige der Errungenschaften und der noch zu erreichenden Ziele. Dazu gehöre die Abschaffung der Regressdrohungen für verordnete Leistungen: „Die Gefahr, mit privatem Vermögen für Arznei- und Heilmittelverordnungen haften zu müssen, ist für Vertragsärzte enorm belastend und schreckt außerdem junge Mediziner davon ab, sich niederzulassen. Deswegen ist der Kampf gegen die Regresse ein vordringliches Anliegen der KBV in dieser Amtsperiode gewesen. Mit dem eben im Bundestag beschlossenen Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes sind einige der schlimmsten bürokratischen Auswüchse entschärft worden. Aber: Unser Ziel einer generellen Abschaffung der Richtgrößenprüfung und der damit verbundenen Regresse haben wir noch nicht erreicht. Dabei waren wir die einzigen, die ein umfassendes Konzept für eine Reform der Arzneimittelversorgung vorgelegt haben. Wir werden unser Konzept zur Neuausrichtung der Arzneimittelpolitik und die Etablierung eines Medikationskataloges konsequent weiterverfolgen.“

Für das kommende Jahr stellte Müller den Ärzten ein zeitnahes Feedback der KVen über ihr Verordnungsverhalten in Aussicht. Künftig können sich die Vertragsärzte in einem geschlossenen KV-Portal einloggen und dort ihre Daten einsehen. „Eine vernünftige Steuerung im Arzneimittelbereich setzt voraus, dass zuverlässige Verordnungsdaten zeitnah zur Verfügung stehen. Auch Beratungen und Informationen über zweckmäßige und wirtschaftliche Verordnungsalternativen können dann unmittelbar genutzt werden“, erklärte Müller.

Der Online-Initiative des KV-Systems stellte der KBV-Vorstand ein gutes Zeugnis aus: „Mittlerweile sehen viele Kolleginnen und Kollegen die vielfältigen Vorteile und Erleichterungen, die eine sichere Anbindung bietet. Mit dem Auf- und Ausbau der Online-Dienste, etwa der elektronischen Dokumentation, sind wir auf einem guten Weg zur Verwaltungsvereinfachung.“ Mittlerweile sind mehr als 18.000 Teilnehmer im sicheren Netz der KVen aktiv.

Einen Meilenstein in punkto Datensicherheit habe die KBV mit der kürzlich erfolgten Zertifizierung ihres Managementsystems für Informationssicherheit gesetzt: „Wir sind neben der DAK die einzige große Organisation im deutschen Gesundheitswesen und eines von nur 145 Unternehmen in ganz Deutschland, die über ein solches Zertifikat verfügen. Damit unterstreicht die KBV ihre besondere Kompetenz in der Verarbeitung und ihr hohes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit sensiblen Sozialdaten“, betonte Müller.

Bezüglich der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) stellte Müller ein beschleunigtes Verfahren in Aussicht, da das Bundesministerium für Gesundheit den Krankenkassen eine Frist zur Ausgabe der Karten für mindestens zehn Prozent ihrer Versicherten bis Ende 2011 gesetzt habe. „Darüber hinaus hat Minister Rösler unseren Vorschlag zum Einzug der Praxisgebühr über die eGK aufgegriffen. Diese bargeldlose Möglichkeit zum Bezahlen der Praxisgebühr wird für Ärzte und Patienten eine spürbare Erleichterung bringen! Es müssten keine Quittungen mehr gedruckt werden und Patienten müssten diese nicht mehr aufbewahren und in die Praxis mitbringen. Damit wäre wieder ein Schritt zum Bürokratieabbau getan“, so der KBV-Vorstand.

 
Letzte Änderung 03.12.2010