Mehr als 18.000 Ärzte im sicheren Netz der KVen
Online-Initiative Ab dem ersten Quartal 2011 müssen niedergelassene Vertragsärzte ihre Abrechnungsdaten online an die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) übermitteln. Das sichere Netz der KVen kann aber weit mehr.
Berlin, 10. Januar 2011 Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind im Online-Zeitalter nicht außen vor geblieben. Mehr als 18.000 sind bereits im sicheren Netz der KVen angeschlossen. Diese Bilanz hat der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Carl-Heinz Müller, heute in Berlin gezogen.
Die im Mai 2008 gestartete Online-Initiative von KVen und KBV hat zum Ziel, in allen KV-Regionen Zugänge zum sicheren Netz bereitzustellen und Ärzten die Online-Anbindung zu erleichtern. Dieses Ziel haben wir erreicht. Immer mehr Ärzte nutzen die Angebote, und die Zahl der Anwendungen wächst rasant, sagte Müller.
Das sichere Netz der KVen funktioniert wie das World Wide Web, ist aber vom Internet getrennt. Praxisrechner können über verschiedene Zugänge mit dem sicheren Netz verbunden werden. Ein sicherer Tunnel, ein sogenanntes Virtuelles Privates Netzwerk (VPN), lässt sich als Hardware-VPN (KV-SafeNet*) oder Software-VPN (KV-FlexNet) herstellen. Einige KVen bieten außerdem einen Zugang über ihre Internetportale an (KV-WebNet). KV-übergreifende Anwendungen im sicheren Netz der KVen sind darüber allerdings nicht nutzbar.
Die Online-Dienste haben die Verwaltungsabläufe beschleunigt und die Ärzte von Bürokratie entlastet. Ärzte können heute bei größtmöglicher Datensicherheit elektronische Arztbriefe versenden, Formulare bestellen, die medizinische Dokumentation erledigen, Fortbildungen absolvieren und vieles mehr. Dieses Angebot überzeugt immer mehr Ärzte und Psychotherapeuten, sich an das sichere Netz der KVen anzuschließen.
Eine der heute schon viel genutzten Anwendungen ist die Online-Abrechnung, welche die Abgabe der Daten auf CDs, DVDs oder Disketten ablöst. Das spart vor allem Zeit und Kosten, betonte Müller. Ab dem ersten Quartal 2011 wird die Online-Übermittlung für alle Vertragsärzte und -psychotherapeuten bundesweit zur Pflicht. Die Umstellung hatte die Vertreterversammlung der KBV 2007 mehrheitlich beschlossen.
Weitere häufig genutzte Angebote neben der Online-Abrechnung sind elektronische Dokumentationen für Disease-Management-Programme, Hautkrebsscreening und Koloskopie. Insgesamt stellen die KVen schon mehr als 140 Anwendungen online zur Verfügung, wobei das Angebot unter den KVen variiert. Auch ein erster externer Dienstleister hat ein Zertifikat für das sichere Netz erhalten: Mit der vom Universitätsklinikum Aachen entwickelten FallAkte Plus können sich bald sowohl Klinikärzte als auch Niedergelassene zu den Unterlagen konkreter Patientenfälle online austauschen. Auf diese Weise erleichtern Online-Dienste sogar die Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Sektor.
In Zukunft sollen weitere Anwendungen hinzukommen. So soll noch in diesem Jahr der geschützte E-Mail-Dienst in die Praxisverwaltungssoftware (PVS) eingebunden werden. Ärzte und Psychotherapeuten brauchen die PVS dann nicht mehr zu verlassen, um beispielsweise einen Arztbrief zu erstellen und sensible Befunde sicher zu versenden.

