Praxisnetze schultern Verantwortung für patientennahe Versorgung
Vernetzung Auf der KBVMesse in Berlin dreht sich dieses Jahr alles um die sektorübergreifende Versorgung. Die KBV setzt sich dafür ein, Praxisnetze im Kollektivvertrag zu verankern.
Berlin, 4. Mai 2011 Die Vernetzung sollte zum Normalfall werden, und zwar in und zwischen den Sektoren. Das hat Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen der zweiten KBVMesse in Berlin gesagt. Diese steht dieses Jahr im Zeichen der sektorübergreifenden Versorgungsorganisation.
Gut organisierte Netze, wie sie sich heute auch auf der KBVMesse vorstellen, sollten nach unserer Auffassung viel stärker in die Versorgungsorganisation einbezogen werden. Die KBV fordert daher zur Einbindung von Ärztenetzen in kollektivvertragliche Versorgungsstrukturen eine gesetzliche Aufgabenzuweisung an die Bundesmantelvertragspartner, damit Vereinbarungen zur Förderung der fachübergreifenden Versorgung, pfadgestützter Behandlungsabläufe und IT-Anforderungen abgeschlossen werden können, führte der KBV-Chef aus. Um Kooperationsformen zu fördern, sollten zudem entsprechende Vergütungsregeln eingeführt werden.
Derzeit gebe es rund 600 bis 800 Praxisnetze, in denen circa 20.000 Ärzte aktiv seien, sagte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller. Praxisnetze haben Pionierarbeit geleistet. Für die Verbindung des ambulanten und des stationären Sektors waren sie ein ganz wesentlicher Innovationsmotor. Nach fünfzehn Jahren Erfahrung mit Praxisnetzen zeigt sich eine vielfältige ‚Netzlandschaft’, in der Ärzte untereinander kooperieren, mit Kliniken und vielen anderen Gesundheitsberufen in diversen Konstellationen, erklärte Müller.
Dr. Veit Wambach von der Genossenschaft Qualität und Effizienz QuE eG aus Nürnberg betonte, dass Netzstrukturen einen besonderen organisatorischen Aufwand erforderten. Deshalb ist gerade für sie Planungssicherheit so wichtig. Aus diesem Grund ist eine bessere Verknüpfung von Arztnetzen und Kollektivvertrag notwendig.
Die KBVMesse findet vom 3. bis 5. Mai in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt. Die Veranstaltung dient als Plattform für den direkten Austausch zwischen Ärzten, Krankenkassen und Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung. Am 4. Mai präsentieren rund 30 Aussteller innovative Projekte. Daneben gibt es Podiumsdiskussionen und Workshops. Ausführliche Informationen zum Programm sind zu finden unter www.versorgungsmesse.net.
