Weigeldt fordert in KBV KLARTEXT: Bedarfsplanung und Zulassungsverordnung überarbeiten!
Bürokratischen Ballast vermeiden, mehr Spielraum für eigenständige Entscheidungen bei der freiberuflichen Tätigkeit einräumen und größere finanzielle Anreize schaffen all dies sind Möglichkeiten, den Dienst am Patienten attraktiver zu gestalten, so Weigeldt. Erforderlich sei ein grundsätzliches Umdenken: Nicht nur die Patientenzufriedenheit ist für ein Gesundheitssystem entscheidend, sondern auch die Arztzufriedenheit. Dieser Aspekt müsse künftig stärker in den Fokus rücken.
Die Politik hat nach Ansicht Weigeldts einen aktiven Beitrag zu leisten, um eine Krise zu vermeiden: Finanzielle Anreize für die Niederlassung in so genannten strukturschwachen Gebieten können nicht durch eine einfache Umverteilung ärztlichen Honorars gesetzt werden, sondern sind wie die Frage der Ansiedlung von Industrie und anderen Arbeitsplätzen zu behandeln. Also sind auch Städte und Gemeinden gefordert.
Die Nachwuchsmediziner jedenfalls seien grundsätzlich motiviert: Die Assistentenbetreuung im Rahmen der Weiterbildung lässt erkennen, dass die jungen Kolleginnen und Kollegen Wert darauf legen, ihren Beruf patientennah ausüben zu können sowie Zeit für Familie und Fortbildung zu haben. Der Hang zum schnellen Geld ist deutlich unterrepräsentiert.
Die neue Ausgabe von KBV KLARTEXT erscheint am 1. Juli. Weitere Themen im Heft sind die KBV-Vertragswerkstatt (zum ersten Vertragsentwurf zur integrierten Versorgung chronischer Wunden findet auch ein Pressegespräch am 30. Juni statt), der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich, das erste bundesweite (Beinahe-)Fehler-Managementsystem CIRS medical sowie der Entwurf eines Deutschen Gesundheitssiegels. Zu Wort kommen in der Ausgabe der EU-Kommissar für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit Vladimír Špidla und der stellvertretende AOK-Vorstandsvorsitzende Johann-Magnus von Stackelberg. KLARTEXT, die Zeitung der KBV, erscheint viermal jährlich, jeweils zu Beginn eines Quartals.
