Weigeldt: Vertragsärzte sind keine Kostentreiber
Berlin, 8. Juli 2005 Wir wollen kein Gegeneinander, sondern zählen auf ein Miteinander der Akteure im Gesundheitswesen. Die immer wiederkehrenden Vorwürfe, Vertragsärzte würden mit ihren Verschreibungen viel zu hohe Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung verursachen, sind ungerechtfertigt. Das hat heute Ulrich Weigeldt, Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), bei der Vertreterversammlung in Berlin gesagt. Die qualitativ hochwertige und gleichzeitig wirtschaftliche Arzneimittelversorgung sei eine Aufgabe, die gemeinsam angegangen werden sollte.
Mit einem Anteil von über 30 Prozent der Gesamtausgaben war der stationäre Sektor im Jahr 2004 der größte Kostentreiber der gesetzlichen Krankenversicherung. Dagegen nahmen die Ausgaben für Arzneimittel nur 15,6 Prozent ein. Die Vertragsärzte haben bewiesen, dass sie die vorhandenen Wirtschaftlichkeitsressourcen nutzen. Dabei stehen sie immer wieder vor der Herausforderung, den Spagat zwischen bestmöglicher und wirtschaftlichster Verschreibungspraxis zu meistern, so Weigeldt weiter.
Weigeldt äußerte sich zudem zum neuen Einheitlichen Bewertungsmaßstab. Er bekräftigte, dass es vorerst nicht zu grundlegenden Änderungen an der seit 1. April 2005 geltenden Gebührenordnung kommen werde. Nur wo begründeter Bedarf bestehe, würden Nachbesserungen schon jetzt vorgenommen. Wir machen nicht den Fehler, kurz nach Vorliegen der ersten Abrechnungsergebnisse vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Wir stehen aber mit den Kassenärztlichen Vereinigungen in Kontakt, um die Entwicklung zu beobachten, erklärte das Vorstandsmitglied.
