Pressemitteilung

Weigeldt: „Habe volles Verständnis für die Proteste“

Berlin, 4. August 2005 – „Wir niedergelassenen Ärzte haben volles Verständnis für die Protestaktionen der Kollegen in den Universitätskliniken“, erklärte heute Ulrich Weigeldt, Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Er reagierte damit auf die Ärzte-Warnstreiks der vergangenen Tage an den  Universitätskliniken in Hessen und Baden-Württemberg. Morgen werden die Aktionen auf die Berliner Charité ausgeweitet.

„Es gibt hier viele Parallelen zu uns Niedergelassenen. Auch in den Praxen werden wir von einer wahren Bürokratieflut überschwemmt. Die Arbeitszeitbelastung ist enorm, ebenso das wirtschaftliche Risiko“, sagte Weigeldt. Und weiter: „Kein Wunder, dass junge ausgebildete Mediziner weder in die Krankenhäuser wollen noch in die Praxis, sondern in andere Berufsfelder oder andere Länder ausweichen. Die Landarztidylle, wie sie in Fernsehserien beschrieben wird, gibt es in der Realität nicht mehr.“

„Es kann nicht angehen, dass die Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken unter unwürdigen Bedingungen geradezu ausgebeutet werden. Sie sollen und wollen den oft schwer kranken Menschen helfen. Darauf müssen die Arbeitsbedingungen ausgerichtet werden“, führte der KBV-Vorstand aus. In diesem Zusammenhang kritisierte Weigeldt die politischen Forderungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG): „Die DKG will Krankenhäuser zu integrierten Dienstleistungszentren machen und die Patientenversorgung dort zentrieren.“ Er frage sich, ob dies auf dem Rücken von schlecht bezahlten und überlasteten Krankenhausärzten geschehen solle.

 
Letzte Änderung 04.08.2005
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