Köhler: Zeit ist reif für eine Gebührenordnung in Euro
Berlin, 9. September 2005 Wir brauchen eine Flexibilisierung der ärztlichen Berufsausübungsregeln. So können Ärztinnen Familie und Beruf leichter vereinbaren und die Kassenärztlichen Vereinigungen Versorgungslücken besser schließen. Das ist unsere Vision, und dafür werden wir uns stark machen. Das hat heute der Vorsitzende des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) erklärt. Dr. Andreas Köhler äußerte sich bei der Vertreterversammlung der Organisation in Berlin. Künftig sollten zunehmend angestellte und teilzeittätige Ärzte Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) sein, so Köhler. Sie müssen in unterschiedlichen Berufsausübungsgemeinschaften arbeiten und einfacher als bislang Kollegen anstellen dürfen. Die Bindung an eine einzige Praxis ist deutlich zu lockern, argumentierte der KBV-Chef. Nötig seien dazu insbesondere Änderungen am Fünften Sozialgesetzbuch und der Zulassungsverordnung.
Köhler warnte davor, integrierte Versorgung künftig vermehrt an Krankenhäusern stattfinden zu lassen. KVen könnten entsprechende Leistungen besser und günstiger anbieten. Eine kürzlich von Prof. Fritz Beske vorgelegte Studie hat gezeigt: Länder, die im Vergleich gut abgeschnitten haben, haben auch einen überdurchschnittlich hohen Anteil ambulanter Leistungen, führte er aus. Der Verdacht liege nahe, dass die größten Unwirtschaftlichkeiten im stationären Sektor zu finden seien.
Nach Ansicht des KBV-Vorsitzenden sind floatende Punktwerte nicht geeignet, ein System differenzierter Verträge wettbewerbsfähig zu machen. Die Zeit ist deshalb reif, eine Vertragsgebührenordnung in Euro zu fordern, erklärte er.
