Generationengerechtigkeit in der Krankenversicherung
Berlin, 28. Oktober 2005 Das Phänomen des "double aging steigende Lebenserwartung bei gleichzeitig sinkenden Geburtenraten ist neben dem medizinisch-technischen Fortschritt maßgeblich für die Finanzierungsprobleme der sozialen Sicherungssysteme. Darüber hinaus spielt die zukünftige Alterung der Gesellschaft eine Rolle, da diese für die Nachhaltigkeit von Reformen, insbesondere in Bezug auf das deutsche Krankenversicherungssystem, erheblich ist.
Die in letzter Zeit in großer Zahl vorgelegten Vorschläge für eine Finanzierungsreform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) reflektieren alle das Bemühen, Lösungsansätze für die künftigen Herausforderungen einer nachhaltigen Finanzierung des Gesundheitswesens zu finden.
Im Hinblick auf diese Problematik hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ein Gutachten in Auftrag gegeben. Internetnutzer können die Ergebnisse auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) unter http://www.kbv.de/7131.html nachlesen.
Das Gutachten Stärkung der Nachhaltigkeit in der Finanzierung des Versicherungsschutzes der GKV-Versicherten, das unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Ulrich, Gesundheitsökonom an der Universität Bayreuth, erstellt wurde, untersucht zentrale Reformvorschläge auf ihre Nachhaltigkeit hin. Darunter auch das Modell der Bürgerversicherung und die verschiedenen Varianten einer Gesundheitsprämie (CDU/CSU, Rürup/Wille, Bayreuther Modell).
Die Gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Der Beitragssatz zur GKV ist in den letzten 25 Jahren von 11,4 Prozent im Jahre 1980 auf aktuell 13,3 Prozent gestiegen. Vieles spricht dafür, dass der Beitragssatz trotz aller Reformbemühungen unvermindert steigen wird, heißt es in der Zusammenfassung des Gutachtens. Begründet wird dies mit der fehlenden Nachhaltigkeit in der Finanzierung des bestehenden Versicherungssystems. Das Team um Prof. Dr. Ulrich macht aus diesem Grund einen systemimmanenten Reformvorschlag: Jede Generation solle ihre eigenen Gesundheitsausgaben tragen.
Die Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen stand unter anderem bei der jüngsten Kontrovers-Veranstaltung der KBV auf der Tagesordnung. An der Diskussion mit dem Thema: Auf die lange Sicht: Bestandsicherung auf Kosten nachfolgender Generationen? nahmen neben Professor Ulrich auch der Leiter des Dezernats Grundsatzfragen der KBV, Dr. Dominik Graf von Stillfried sowie weitere Experten aus dem Gesundheitswesen teil.
