Pressemitteilungen 2006

Arzt und Patient auf gleicher Augenhöhe

Berlin, 31. August 2006 - Der Patient als Partner des Arztes und in medizinischen Entscheidungsprozessen steht im Mittelpunkt einer Tagung, die heute erstmalig bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) stattfindet. Ulrich Weigeldt, Vorstand der KBV, verwies in seiner Eröffnungsrede auf die jüngsten Initiativen seiner Organisation zur Patientenorientierung, wie die Einrichtung eines Patientenbeirats und einer Stabsstelle Patientenorientierung. „Die Beziehung zwischen Arzt und Patient hat sich gewandelt, hin zu einer Partnerschaft, in der gemeinsame Entscheidungen wichtig sind. Das fördert nicht nur das persönliche Verhältnis, sondern auch den individuellen Behandlungserfolg“, stellte Weigeldt fest.

Auch die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, hob den Mitsprachenanspruch der Patienten hervor: „Wenn wir mehr Eigenverantwortung einfordern, müssen wir den Versicherten auch die entsprechenden Informationen zu Verfügung stellen“, forderte sie. Die Ergebnisse verschiedener Studien hätten gezeigt, dass die Gesundheitsversorgung hierzulande im internationalen Vergleich gut dastehe. Trotzdem bräuchten Patientenrechte eine gesetzliche Grundlage. Maßnahmen wie die elektronische Gesundheitskarte oder strukturierte Behandlungsprogramme seien Instrumente, die in die richtige Richtung gehen, müssten aber noch weiter ausgebaut und verbessert werden. Karin Stötzner von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e. V. dankte der KBV ausdrücklich für ihr Engagement: „Es ist ein sehr zu lobender Schritt, dass die KBV, deren Aufgabe die Interessenvertretung der Vertragsärzte ist, sich nun auch verstärkt für die Belange von Patienten einsetzen will.“ Immerhin seien die Vertragsärzte die wichtigsten Partner der gesetzlich Versicherten und damit der überwiegenden Mehrheit der Patienten. 

Die Tagung „Patientenorientierung und -kooperation im System der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen)“ richtet sich an Patienten-Serviceeinrichtungen sowie Fachleute aus der Selbsthilfe und will eine Plattform für den aktiven Erfahrungsaustausch und Kooperationen in der Arbeit mit und für Patienten liefern.

 
Letzte Änderung 31.08.2006
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