Pressemitteilungen 2006

Hohe Qualität bei Brustkrebs-Früherkennung

Bergisch Gladbach/Berlin/Köln, 17. Oktober 2006 – Der Abschlussbericht der Modellprojekte zur Brustkrebs-Früherkennung bestätigt den von der Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen erfolgreich eingeschlagenen Weg der flächendeckenden Einführung des Mammographie-Screenings. Gemäß dem Bundestagsbeschluss vom 21. Juni 2002 wurde damit begonnen, ein solches Screening nach europäischen Leitlinien einzuführen. Die drei deutschen Modellprojekte haben die Anforderungen der europäischen Leitlinien zur Qualitätssicherung im Mammographie-Screening erfüllt und teilweise sogar übertroffen. Zu diesem Ergebnis kommt der nun veröffentlichte Abschlussbericht der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Deren Träger sind die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).

Brustkrebs ist sowohl die häufigste Krebserkrankung als auch Krebstodesursache bei Frauen in Deutschland. Rund 55.000 Frauen erkranken jährlich, knapp 18.000 sterben jedes Jahr daran. Ziel des Mammographie-Screenings, also der regelmäßigen Röntgenuntersuchung bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, ist, die Sterblichkeit an Brustkrebs um bis zu 30 Prozent zu senken. Da die Auswirkungen auf die Mortalität erst nach einigen Jahren feststellbar sind, ist die Bewertung von Qualitätsindikatoren ein wichtiger Zwischenschritt zur Beurteilung der Programmeffektivität. Dazu gehören die Teilnahme- und die Brustkrebsentdeckungsrate sowie die Zahl, Größe und Stadienverteilung der entdeckten Karzinome. Diese Qualitätssicherung war nicht nur Bestandteil der Modellprojekte, sondern wird auch routinemäßig im laufenden Screening durchgeführt, um das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen, etwa falsch-positiver Befunde, so gering wie möglich zu halten.

In den drei Modellregionen Bremen, Wiesbaden/Rhein-Taunus-Kreis und Weser-Ems konnten bei unterschiedlichen Rahmenbedingungen sehr gute Ergebnisse sowohl im Hinblick auf die Prozess- als auch die Ergebnisqualität erzielt werden. So lag in der Modellregion Bremen die Brustkrebs-Entdeckungsrate pro 1.000 Frauen bei 8,7 im Erst-Screening. Im Modellprojekt Wiesbaden erreichte man eine Rate von 9,4 und in der Weser-Ems-Region von 8,3. Damit wurde der von den EU-Richtlinien vorgegebene Schwellenwert von 7,5 im Erst-Screening in allen drei Modellregionen übertroffen. Auch der Anteil der Karzinome in einem frühen Stadium von unter 15 Millimetern lag mit durchschnittlich 64 Prozent deutlich über dem EU-Richtwert von 50 Prozent.

59 Prozent aller angeschriebenen Frauen in den Modellprojektregionen nahmen teil. Den höchsten Zuspruch erreichte mit 67 Prozent die Region Weser-Ems. Hier kam eine mobile Mammographie-Einheit zum Einsatz. Insgesamt haben sich in den Projekten in den Jahren 2000 bis 2004 rund 104.000 Frauen untersuchen lassen. Bis Ende des Jahres 2006 wird das Mammographie-Screening voraussichtlich in circa 50 Prozent der Regionen in Deutschland erfolgreich angelaufen sein.

Der Abschlussbericht zu den Modellprojekten sowie eine Zusammenfassung der Ergebnisse sind auf den Websites des IKK-Bundesverbands www.ikk.de, der KBV und der Kooperationsgemeinschaft unter http://www.mammo-programm.de abrufbar.

 
Letzte Änderung 17.10.2006
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