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Antibiotika bei Infektionen der oberen Atemwege
Grundlage für eine rationale Antibiotikatherapie sind die korrekte Diagnosestellung, die kritische Indikation zum Einsatz von Antibiotika, die Wahl des geeigneten Antibiotikums sowie die Verlaufskontrolle mit Festlegung der Behandlungsdauer. Eine kritische Indikationsstellung dient nicht nur dem Patienten, sondern verringert auch die Kosten und reduziert die Entstehung resistenter Erreger.
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Roflumilast
Roflumilast zeigt zwar gegenüber Placebo bei schwerer chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) eine statistisch signifikante Verbesserung bei der Einsekundenkapazität FEV1 und Verringerung des Exazerbationsrisikos,jedoch waren die Effekte nicht groß genug, um sie als klinisch relevant zu bezeichnen. Sie wurden an Patienten erhoben, die überwiegend keine regelmäßige Basistherapie mit langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) erhielten. Die Wirksamkeit wurde nicht gegenüber der Standardtherapie LABA/inhalative Kortikosteroide (ICS)nachgewiesen.
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6/2011 |
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Indacaterol
In den vorgelegten Studien zeigte die 12-wöchige Behandlung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) mit dem Beta-2-Agonisten Indacaterol zwar eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung der FEV1 im Vergleich zu Placebo, aber die Zunahme der FEV1 lag in der gleichen Größenordnung wie bei den zum Vergleich eingesetzten langwirksamen Bronchodilatatoren (Formoterol, Salmeterol und Tiotropium). Die für das Behandlungsziel einer COPD relevante Reduktion von Exazerbationsraten war gering und nicht durchgehend nachweisbar. Indacaterol bietet somit keinen relevanten Vorteil gegenüber den existierenden und zum Teil kostengünstigeren therapeutischen Alternativen.
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5/2011 |
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Silodosin
Silodosin (Urorec®) zeigt im Vergleich zu anderen Alpha-1-Adrenorezeptor-Antagonisten (Alphablockern) keine bessere Wirksamkeit, im Nebenwirkungsprofil zeigen sich jedoch mehr Ejakulationsstörungen. Die höheren Kosten von Silodosin gegenüber anderen Alphablockern rechtfertigen daher eine Verordnung von Silodosin nur in Einzelfällen bei den Patienten, bei denen sich unter der Therapie mit anderen in ihrer Langzeitsicherheit besser untersuchten und in ihrem UAW-Profil günstigeren Alphablockern (Alfuzosin, Tamsulosin) keine Verbesserung der LUTS (lower urinary tract symptoms) einstellt.
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4/2011 |
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Denosumab
Für die Therapie der Osteoporose bei Frauen in der Postmenopause und die Behandlung des Knochenschwunds im Zusammenhang mit Hormonablation bei Männern mit Prostatakarzinom mit erhöhtem Frakturrisiko bringt der Wirkstoff Denosumab (Prolia®) keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den kostengünstigeren oralen Bisphosphonaten. Zu beachten ist das erhöhte Risiko schwerwiegender Infektionen und das zur Zeit nicht abschätzbare Risiko für maligne Neuerkrankungen, da Daten zur Langzeitsicherheit von Denosumab nicht vorliegen.
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Hinweis: Die hier wiedergegebene Online-Version des Wirkstoff AKTUELL 03/2011 zu Denosumab beinhaltet gegenüber der Druckfassung die Präzisierung, dass direkte Vergleichsstudien mit Bisphosphonaten zu patientenrelevanten Endpunkten nicht vorliegen. |
3/2011 |
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Ranolazin
Zur medikamentösen Langzeitprophylaxe von Angina-pectoris-Anfällen können Betarezeptorenblocker, Kalziumantagonisten oder Nitrate eingesetzt werden. Mittel der Wahl sind Betarezeptorenblocker. Ranolazin (Ranexa®) erhöht die Behandlungskosten und bringt keine zusätzlichen Vorteile.
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2/2011 |
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Liraglutid
Insulin ist Mittel der Wahl bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, bei denen mit oralen Antidiabetika keine ausreichende Blutzuckersenkung erreicht werden kann. Liraglutid (Victoza®) kann in begründeten Einzelfällen (durch nicht-medikamentöse Maßnahmen nicht zu beeinflussende Adipositas mit BMI 30 kg/m2,deutlicher Gewichtsanstieg (6 kg innerhalb von sechs Monaten) nach Beginn einer Insulintherapie, klinisch inakzeptable Hypoglykämieneigung unter Insulin) indiziert sein. Die hohen Behandlungskosten (ca. fünfmal höher als eine vergleichbar wirksame Insulintherapie) und die unklare Situation im Hinblick auf die langfristige Entstehung von Schilddrüsenerkrankungen und das potenzielle, zurzeit für den Menschen noch nicht einzuordnende Risiko für C-Zellkarzinome der Schilddrüse sind zu beachten.
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Hinweis: Die hier wiedergegebene Online-Version des Wirkstoff AKTUELL mit Stand 10.11.2010 beinhaltet eine Anpassung zur gedruckten Version (Beilage im Deutschen Ärzteblatt Ausgabe 1/2 vom 10.01.2011). In der Online-Version werden nun in der Kostentabelle die Kosten für Insulin mit einer Tagesdosis von 40 I.E. angegeben. |
1/2011 |
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Capsaicin kutanes Pflaster
Als kutan zu applizierendes Pflaster ist Capsaicin (Qutenza®) kein Mittel der ersten Wahl bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen. Die kostengünstigen nichtselektiven Monoamin-Rückaufnahmeinhibitoren (NSMRI, früher: trizyklische Antidepressiva) wie Amitriptylin sind bei peripheren neuropathischen Schmerzen gut wirksam. Bei HIV-assoziierter peripherer Neuropathie ist Capsaicin-Pflaster eine Behandlungsalternative. Zusätzlich stellt das Capsaicin-Pflaster bei Therapieversagen der oben erwähnten Wirkstoffe oder bei individuellen Unverträglichkeiten eine Therapieoption dar. Allerdings ist die Wirksamkeit als eher gering einzustufen.
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8/2010 |
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Biologische DMARDs
Biologische DMARDs (Disease Modifying Antirheumatic Drugs oder Basistherapeutika) sind bei anhaltender therapierefraktärer rheumatoider Arthritis (RA) (aktiver Krankheitsprozess 6 Monate) oder Kontraindikationen gegen nicht-biologische Basistherapeutika eine Therapieergänzung. Sie führen nicht zur Heilung der RA, zeigen aber Vorteile hinsichtlich der radiologischen Progression und der fortschreitenden Gelenkzerstörung gegenüber den nicht-biologischen DMARDs. Die schwerwiegenden Nebenwirkungen und die hohen Kosten der biologischen DMARDs sind zu beachten.
Hinweis: Das hier eingestellte Dokument enthält auf der letzten Seite das Literaturverzeichnis. |
7/2010 |
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Fondaparinux
Das synthetisch hergestellte Fondaparinux (Arixtra® 1,5 mg/0,3 ml Injektionslösung, Fertigspritze; Arixtra® 2,5 mg/0,5 ml Injektionslösung, Fertigspritze) kann bei der Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse bei Hochrisikopatienten und bei schweren kutanen Heparinunverträglichkeiten eine Alternative zu den niedermolekularen Heparinen sein.
Hinweis: Die vorliegende Online-Version des Wirkstoff AKTUELL zu Fondaparinux Fertigspritzen zu 1,5 und 2,5 mg wurde gegenüber der im August 2010 veröffentlichten Druckfassung korrigiert. Die Änderung betrifft einen ursprünglich unvollständig angegebene Zulassungsstatus bei dem Wirkstoff Certoparin und einen versehentlich fehlerhaft wiedergegebenen p-Wert bezüglich schwerwiegender Blutungen bei Fondaparinux versus Dalteparin (richtiger Wert p = 0,122). |
6/2010 |
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Agomelatin
Agomelatin (Valdoxan®) ist kein Mittel der ersten Wahl bei der Behandlung von Episoden einer Major Depression bei Erwachsenen. Studien zur Wirksamkeit gegen Placebo ergaben zusammenfassend einen geringen klinischen Effekt. In der Gesamtbewertung ergibt sich kein Hinweis auf einen Behandlungsvorteil von Agomelatin gegenüber kostengünstigeren Nichtselektiven Monoamin-Rückaufnahmeinhibitoren (auch tri- und tetrazyklische Antidepressiva genannt) und Selektiven Serotonin-Rückaufnahmeinhibitoren.
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5/2010 |
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Rivastigmin (Exelon® transdermales Pflaster)
Rivastigmin transdermal zeigt bei der Alzheimer-Krankheit hinsichtlich derWirksamkeit keine Vorteile gegenüber den oral verfügbaren Cholinesterasehemmern (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin), aber weniger unerwünschte gastrointestinale Wirkungen als die orale Verabreichungsform.
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4/2010 |
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Aripiprazol (Abilify®)
Aripiprazol ist kein Mittel der ersten Wahl bei der medikamentösen Behandlung schizophrener Psychosen. Es besitzt keine bessere Wirksamkeit als die kostengünstigen typischen sowie die anderen atypischen Antipsychotika. |
3/2010 |
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Rivaroxaban (Xarelto®)
Nach derzeitigem Wissensstand treten nach elektivem Hüft- und Kniegelenkersatz unter einer Thromboembolieprophylaxe mit Rivaroxaban weniger venöse Thromboembolien (VTE) auf als unter einer Prophylaxe mit Enoxaparin, einem niedermolekularen Heparin (NMH). Der Unterschied ist signifikant bezüglich der Gesamtzahl an VTE und Zahl an schweren VTE, jedoch nicht signifikant bezüglich symptomatischer VTE. Die Rate schwerer Blutungen und die Mortalität unterscheiden sich zwischen Rivaroxaban und NMH nicht. Rivaroxaban ist teurer als vergleichbare NMH oder Fondaparinux. |
2/2010 |
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Dabigatranetexilat (Pradaxa® 110 mg Hartkapseln; Pradaxa® 75 mg Hartkapseln)
Nach derzeitigem Wissensstand ist nach elektivem Hüft- und Kniegelenkersatz die Rate venöser Thromboembolien (VTE) unter einer Thromboembolieprophylaxe mit Dabigatranetexilat im Vergleich zu einer Prophylaxe mit Enoxaparin, einem niedermolekularen Heparin (NMH), gleich. Die Rate schwerer Blutungen und die Mortalität unterscheiden sich zwischen Dabigatranetexilat und NMH ebenfalls nicht. Dabigatranetexilat ist teurer als vergleichbare NMH oder Fondaparinux. |
1/2010 |
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Granulozyten-koloniestimulierende Faktoren
Eine Infektionsprophylaxe bei Tumorpatienten sollte immer unter Berücksichtigung der jeweils vorliegenden Art der Immunsuppression (z. B. Neutropenie, Antikörpermangel, T-Zellsuppression, Asplenie oder deren Kombinationen) durchgeführt werden. Ein Einsatz des hämatopoetischen Wachstumsfaktors G-CSF (Granulozyten-koloniestimulierender Faktor) zur Vermeidung febriler Neutropenien ist hinsichtlich der Indikation, der Nebenwirkungen und der Kosten zu prüfen. |
5/2009 |
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Budesonid/Formoterol (Symbicort® Turbohaler® Pulver zur Inhalation)
Bei der Behandlung des Asthma bronchiale ist die fixe inhalative Kombination eines topisch wirksamen Glukokortikosteroids mit einem langwirksamen Beta-2-Agonisten in ihrer Wirksamkeit vergleichbar mit derjenigen der freien Kombination der Einzelwirkstoffe. Die Kombination inhalatives Glukokortikosteroid plus langwirksamer Beta-2-Agonist sollte nur für mittelgradiges und schwergradiges Asthma (entsprechend den Stufen 3 bis 5 des Stufenschemas medikamentöse Langzeittherapie des Asthmas) verordnet werden. |
4/2009 |
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Duloxetin (Cymbalta®)
Duloxetin ist kein Mittel der ersten Wahl bei der Akutbehandlung depressiver Erkrankungen. Es gibt keinen sicheren Beleg für einen Behandlungsvorteil von Duloxetin gegenüber kostengünstigeren Nichtselektiven Monoamin- Rückaufnahmeinhibitoren (auch tri- und tetrazyklische Antidepressiva genannt) und Selektiven Serotonin- Rückaufnahmeinhibitoren.
Die Literaturliste finden Sie hier. |
3/2009 |
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Amlodipin/Valsartan (Exforge®)
Das Kombinationspräparat Amlodipin/Valsartan (Exforge®) bringt nach derzeitigem Wissensstand für die antihypertensive Behandlung keine Vorteile. Erst bei höherem Ausgangsblutdruck ist in der Regel eine Kombinationstherapie entweder mit Einzelwirkstoffen oder mit einer Fixkombination indiziert. Diuretika, Betablocker, ACE-Hemmer und langwirksame Kalziumantagonisten stehen als Therapeutika der ersten Wahl für die Erstbehandlung und Monotherapie einer unkomplizierten Hypertonie zur Verfügung. Die Behandlung der komplizierten Hypertonie richtet sich nach den Hochdruckfolge- und Begleiterkrankungen. |
2/2009 |
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Strontiumranelat (Protelos®)Für den Wirkstoff Strontiumranelat ist, auch unter Berücksichtigung des anderen Wirkmechanismus, für die Behandlung der postmenopausalen Osteoporose kein zusätzlicher Nutzen hinsichtlich der fraktursenkenden Wirkungen im Vergleich zu den Bisphosphonaten belegt. |
1/2009 |
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