Geschäftsbericht

KBV-Geschäftsbericht 2011/12 (PDF, 5 MB)
KBV-Geschäftsbericht 2011/12

Geschäftsbericht 2011/12: „Stadt, Land, Fluss“

Vorwort

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) braucht für ihre Arbeit eine genaue Kenntnis von Land und Menschen, sie muss auf neue Rahmenbedingungen eingehen, braucht gute Ideen und muss unter Zeitdruck Entscheidungen fällen. Das gilt auch für das Gesellschaftsspiel Stadt, Land, Fluss.

Die Mitspieler legen sich einen Themenplan mit verschiedenen Rubriken wie eben „Stadt“ oder „Land“ zurecht. Auf Zuruf eines Buchstabens des Alphabets geht es los: Jeder füllt die Spalten auf seinem Zettel mit Begriffen dieses Anfangsbuchstabens. Zu D passen Düsseldorf, Deutschland, Donau. Je mehr ein Spieler weiß und je schneller er die Spalten füllt, desto höher ist seine Punktzahl.

Auch die KBV baucht für ihre Arbeit ein großes Wissen, das sie beständig erweitert. Dafür hat sie im Zeitraum des Geschäftsberichts von Juli 2011 bis Juni 2012 mehrere Umfragen und Erhebungen durchgeführt. Sie erfragte sowohl ihr eigenes Image bei Ärzten, Mitarbeitern und Vorständen der Kassenärztlichen Vereinigungen (Imagebefragung) als auch die Meinung der Versicherten zu Themen wie Individuelle Gesundheitsleistungen und Wartezeiten (Versichertenbefragung). Zusätzlich erhob die KBV Daten über die Arbeitsbedingungen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten (Ärztemonitor). Alle Ergebnisse fließen maßgeblich in die weitere Arbeit ein.

Die Spielregeln zu beherrschen, bedeutet, sich mit den aktuellen politischen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen. Im Berichtszeitraum gab es mehrere gesetzliche Änderungen, allen voran das Anfang 2012 in Kraft getretene Versorgungsstrukturgesetz. Es wird die KBV und die anderen Mitspieler im Gesundheitssystem noch einige Zeit beschäftigen. Zum Beispiel brachte es das Thema Bedarfsplanung wieder auf den Spielplan.

Die KBV hat daher ein Konzept zu dessen Neugestaltung entwickelt und dem Gemeinsamen Bundesausschuss vorgelegt. Mit diesem entscheidenden Spielzug will sie die Verteilung der Ärzte auf Stadt und Land so überarbeiten, dass sie dem aktuellen und zukünftigen Versorgungsbedarf der Bevölkerung gerecht wird. Die Bedeutung dieses Vorhabens und die Herausforderung, den Ärztemangel zu bekämpfen und in den unterschiedlich attraktiven Regionen Deutschlands eine gleich gute Versorgung sicherzustellen, spiegelt sich in der Bebilderung dieses Geschäftsberichts wider.

Beim Spiel Stadt, Land, Fluss brauchen die Spieler in jeder Runde gute Einfälle. Das gilt auch für die KBV, der das komplexe Gesundheitssystem und die sich wandelnde Gesellschaft immer neue Aufgaben stellen. Sie erzielte wichtige Etappensiege: 2011 wurden auf ihre Initiative hin sinnvolle Untersuchungs- und Behandlungsmethoden
in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen, unter anderem die ambulante neuropsychologische Therapie.

Im April 2012 startete die deutschlandweit einheitliche Telefonnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst, die 116 117, und gewann prompt einen Preis als „Herausragende Innovation für das Gesundheitswesen“. Das gemeinsame Projekt der KBV und der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen wird von den Versicherten sehr gut angenommen: Im Zeitraum April bis Juni 2012 gingen über eine halbe Million Anrufe ein.

Auch auf bewährten Feldern wie der Präventionsinitiative konnte die KBV punkten. Zwischenzeitlich hat die KBV ihre Spieleraufstellung geändert: Im Februar 2012 legte hausärztliches Vorstandsmitglied Dr. Carl-Heinz Müller sein Amt aus persönlichen Gründen nieder. Im Mai wählten die Delegierten der Vertreterversammlung Dipl.-Med. Regina Feldmann als erste Frau in den Vorstand.

Am Spielende kommt es auf die Zahlen an: Um zu bewerten, wie gut man war, werden die Punkte gezählt. Bei der KBV entscheiden die Qualität der Versorgung für die Patienten und die Arbeitsbedingungen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Im Anhang finden Sie Grafiken und Zahlen, welche die Entwicklung der vertragsärztlichen Versorgung veranschaulichen.

Vielleicht spielen Sie das Gesellschaftsspiel Stadt, Land, Fluss ja selbst einmal wieder. Dann nehmen Sie doch die Rubrik „stark gesuchte Arztgruppe“ hinzu. An fast allen mangelt es inzwischen, so dass Sie sicher eine finden: etwa D wie Dermatologe. Trotz aller Parallelen bleibt ein wichtiger Unterschied zwischen ambulanter Versorgung und Spiel: Nichts ist der KBV so ernst wie die Gesundheit der Patienten!


(Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV und Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand)   

 
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Letzte Änderung 22.02.2013
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