Geschäftsbericht

KBV-Geschäftsbericht 2008
Leistung bewegt

Leistung bewegt - Geschäftsbericht 2008

Vorwort

„Leistung bewegt“ ist das Motto des Geschäftsberichtes 2008 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Dazu passt ein Zitat des griechischen Philosophen Sokrates: „Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen.“ Nun will die KBV nicht die Welt aus den Angeln heben. Unser Ziel ist bescheidener: Wir wollen die wohnortnahe qualitätsgesicherte ambulante Versorgung rund um die Uhr für alle gesetzlich Versicherten erhalten und fortentwickeln. Auch dabei sind Stärke und Ausdauer gefragt. Die Gesellschaft braucht innovative Ideen, Tatkraft und Engagement, um den Herausforderungen im Gesundheitswesen zu begegnen. Wir halten jedoch nicht den totalen Abriss des Systems für das beste Mittel, sondern Renovierung und Modernisierung. Dazu möchten wir unseren Teil beitragen. Wie wir das tun, können Sie auf den folgenden Seiten nachlesen.

Nicht aus dem Stillstand, sondern aus der Bewegung kommt die Kraft, wie die Bilder in diesem Band eindrucksvoll beweisen. Aber: Wer etwas bewegen will, muss sich selbst bewegen können. Die ärztliche Selbstverwaltung kann ihrer Aufgabe nur gerecht werden, wenn sie nicht in einem allzu starren Korsett aus Reglements und staatlichen Kontrollen gefesselt ist. Allein der Paragraf 87, der im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) die vertragsärztliche Vergütung regelt, ist in der gerade endenden Legislaturperiode auf 30 Seiten angeschwollen.

Die Honorarreform war eines der beherrschenden Themen 2008. Unsere wichtigsten Ziele haben wir erreicht. Kopfpauschalen und die Budgets nach alter Prägung sind nach zwei Jahrzehnten abgeschafft. Die Gesamtvergütung orientiert sich am tatsächlichen Krankheitsaufkommen und wird damit gerechter und transparenter. Transparenz ist auch das Stichwort für eine neue Qualitätsoffensive der KBV: das Projekt „Ambulante Qualitätsindikatoren und Kennzahlen“, kurz AQUIK®. Dessen Ziel ist, Versorgungsqualität mess- und darstellbar zu machen. Die Indikatoren ermöglichen einen objektiven Vergleich und damit Wettbewerb um Qualität. Eine Kopplung an die Vergütung ist für die KBV eine reale Option. Dabei sind die Menschen auch heute schon durchaus zufrieden mit ihrer Versorgung. Eine Befragung der KBV von über 6.000 Versicherten hat ergeben, dass 92 Prozent ein sehr gutes oder gutes Verhältnis zu ihrem Arzt haben. Ein wichtiges Thema der Umfrage waren Hausarztmodelle. 19 Prozent der Befragten nahmen an einem solchen teil. Allerdings hatten nur 13 Prozent von ihnen den Eindruck, dass sich ihre Versorgung dadurch verbessert hat. Hausarztverträge haben im Berichtsjahr für Kontroversen gesorgt. KBV und Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) sind bereit, sich auch auf diesem Feld dem Wettbewerb zu stellen. Sie als Konkurrenz von vornherein auszuschließen lässt allerdings berechtigte Zweifel daran aufkommen, ob echter Wettbewerb tatsächlich gewünscht ist.

Übrigens: Die beiden Sportler, denen Sie auf den kommenden Seiten begegnen werden, gehören zu den deutschen Spitzenathleten im Sieben- beziehungsweise Zehnkampf. Die Wahl dieser Disziplin ist kein Zufall. Auch der Verbund aus KBV und KVen ist auf mehr als einem Gebiet stark, wie dieser Bericht zeigt. An unseren Leistungen wollen wir uns messen lassen. Möge der Bessere gewinnen.

(Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV und Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand)   

 
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Letzte Änderung 12.11.2008
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