Veranstaltungen

1. Deutscher Kassenärztetag

Die KVen – bewährt und alternativlos?

Am 1. September veranstaltete die KBV den ersten Deutschen Kassenärztetag in Berlin. Eingeladen hatte sie Abgeordnete aller im Bundestag vertretenen Parteien. Sie diskutierten miteinander und mit den anwesenden Ärzten unter anderem über die Themen Wettbewerb, die Rolle der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), Selektivverträge, hausarztzentrierte Versorgung und dergleichen mehr.

Wolfgang ­Zöller (CSU), MdB, Stellvertretender Vorsitzender der CDU/ CSU-­Fraktion

  • Die KVen sind unbedingt notwendig als Garanten für eine flächendeckende Versorgung.
  • KVen werden künftig wichtiger sein als je zuvor.
  • Wenn die Ärzteschaft sich teilen lässt, hat sie es schwer gegen die Macht der Krankenkassen.
  • Ich bin entschieden gegen Medizinische Versorgungszentren, die von Kapitalgesellschaften betrieben werden. Nur niedergelassene Ärzte sollten als Leiter fungieren.


Mechthild ­Rawert (SPD), MdB, Mitglied des Gesundheitsaus­schusses

  • Unser Ziel muss sein, den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu erhalten, denn sein Inhalt ist notwendig.
  • Ich bin für eine starke KBV, aber auch für Selektivverträge.
  • Wir werden nicht zu einem System zurückkommen, in dem es alleine den Kollektivvertrag gibt.


Daniel Bahr (FDP), MdB, Gesundheitspolitischer Sprecher

  • Es wäre eine schlechte Lösung, wenn der Staat oder die Krankenkassen die Aufgaben der KVen als Körperschaften übernähmen. Sicherstellung durch die Krankenkassen wäre keine Alternative.
  • Einzelverträge müssen möglich sein, aber zu freiwilligen Konditionen für Kassen, Ärzte und Patienten. 
  • Wettbewerb braucht einen Regelrahmen, dieser ist zurzeit nicht gegeben.
  • Die Gesetzgebung demotiviert Nachwuchsmediziner, in ihrem Beruf zu arbeiten.


Dr. Gregor ­Gysi (Die Linke), MdB, Fraktionsvorsitzender

  • Die KVen dürfen nicht geschwächt werden.
  • Der Paragraf 73b Fünftes Sozial­­­­gesetzbuch schafft nur ein neues Monopol. Wir wollen die hausarztzentrierte Versorgung im KV-System.
  • Der Kollektivvertrag ist sehr wichtig. Es kann nicht sein, dass ein Patient zum Arzt kommt und dieser ihm sagt: „Tut mir leid, ich habe keinen Vertrag mit Ihrer Krankenkasse.“

Biggi Bender (Bündnis 90/ Die Grünen), MdB, Gesundheits­politische ­Sprecherin

  • Wir wollen die Beitragsautonomie der Krankenkassen wiederherstellen.
  • Flächendeckende Sicherstellung können zurzeit nur die KVen organisieren. Wir würden bevorzugen, dass die Sicherstellung in einer Hand bleibt.
  • Wettbewerb als Suchmodell ist sinnvoll. Es ist aber nicht sinnvoll, den Hausärzteverband zur Ersatz-KV zu machen.
  • Die vornehmste Aufgabe der Selbstverwaltung ist, für Transparenz und Akzeptanz zu sorgen.
 
Letzte Änderung 21.12.2009