Klartext

Bessere Behandlung nierenkranker Kinder

Die getroffenen Vereinbarungen gelten seit dem 1. Juli 2009. Näheres von Ina Mohr.

Kinder mit chronischen Nierenerkrankungen werden künftig besser versorgt. Die KBV und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung haben sich darauf geeinigt, die Versorgung entsprechend neu zu regeln. Die Vereinbarung beinhaltet das gesamte Spektrum von der Früherkennung angeborener Nierenerkrankungen und nephrologischer Funk­­­tionsstörungen über die Dialyse von chronisch niereninsuffizienten Kindern, bis hin zur Vorbereitung und Betreuung von Kindern mit Nierentransplantation. Hiervon profitieren insbesondere die über 1.000 dialysepflichtigen beziehungsweise nierentransplantierten Kinder in Deutschland. Der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler, begrüßte die verbesserte Versorgungsregelung: „Nun haben die Betroffenen in allen Altersgruppen die Sicherheit, dass sie nach hohen Qualitätsstandards versorgt werden“, erklärte er.

Des Weiteren haben die Kassen und die KBV in der Neuregelung die Vor­aussetzungen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den behandelnden Ärzten geschaffen: Hausärzte können sich an den neuen Beurteilungskriterien für bestimmte Risikoerkrankungen, Labor- und Untersuchungsbefunden orientieren und so rechtzeitig Nephrologen einschalten. „Dadurch sollen Nierenschädigungen möglichst frühzeitig erkannt werden, um sie gezielt behandeln zu können. Andererseits ist unser Ziel, den Einsatz von Dialyseverfahren möglichst zu vermeiden, oder, falls doch notwendig, diesen langfristig und pa­-tientenschonend zu planen“, so Köhler.

Die Dialysebehandlung ist nach der Nierentransplantation die einzige lebenserhaltende Therapie für Patienten mit stark eingeschränkter oder verlorener Nierenfunktion. Mit einem Dialyseverfahren werden derzeit kontinuierlich über 65.000 Patienten in Deutschland ambulant behandelt. Jährlich werden rund 15.000 Patienten dialysepflichtig. Über neun Millionen Dialysen führen die Vertragärzte jährlich durch.

 
Letzte Änderung 06.01.2010