Diese Veranstaltungsreihe lief 2010. Eine Fortsetzung ist geplant.
KVen und KfW Bankengruppe helfen bei Investitionen in Praxen Ärzte erfahren mehr über Finanzkonzepte
Wie sie Kredite zu günstigen Konditionen von ihrer Bank bekommen können, erfahren Ärzte und Psychotherapeuten bei Informationsveranstaltungen ihrer Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Über die gemeinsame Aktion mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) berichtet Franziska Knöppke.
Modernere Ultraschallgeräte, Technik für die Online-Anbindung oder sogar eine ganz neue Praxis das sind sinnvolle, aber auch teure Anschaffungen. Dennoch müssen Praxisinhaber und die, die es werden wollen, investieren, wenn es darum geht, das hohe Leistungsniveau der ambulanten Versorgung zu erhalten oder gar zu steigern. Zur Finanzierung müssen sie sich meistens Geld von der Bank leihen. Dass das gar nicht so problematisch ist, zeigt eine Vortragsreihe der KVen, die in Kooperation mit der KBV und der KfW Bankengruppe entstanden ist. Seit Jahresbeginn haben bereits drei KVen ihren Mitgliedern diese kostenlosen, etwa dreistündigen Informationsveranstaltungen angeboten: die KVen in Westfalen-Lippe, Nordrhein und Bremen. Etwa 100 Niedergelassene besuchten die Vorträge in Düsseldorf, die im Rahmen eines sogenannten Info-Marktes der KV Nordrhein stattfanden. Die KV Bremen berichtet, dass Ärzte verschiedener Fachgruppen, aber vor allem Hausärzte teilnahmen, um sich über eine günstige Finanzierung zu informieren. Das sogenannte ERP-Kapital (European Recovery Programme) für Praxisgründer ist beispielsweise eines dieser günstigen Angebote. Gerade einmal 1,5 Prozent Zinsen müssen angehende Praxisinhaber in den ersten drei Jahren dafür zahlen. Dazu kommt ein einprozentiges Garantiegeld. Die ersten sieben Jahre verlaufen tilgungsfrei. Außerdem müssen sie keine Sicherheiten vorweisen, betonte KfW-Referent Michael Göttner in der KV Nordrhein. Dieses Kapital deckt aber höchstens 30 Prozent des Kredits zur Gründung oder Übernahme einer Praxis. Für den Rest kommen sogenannte KfW-Unternehmerkredite infrage. Die Zinsen hierfür betragen bei einer fünfjährigen Laufzeit etwa 2,8 Prozent. Dieses Angebot gilt auch für bereits niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. Wir sind in der Regel günstiger als die klassischen Kreditinstitute, erklärte Göttner.
Die Praxisinhaber und -gründer können aber nicht direkt bei der KfW einen Vertrag abschließen. Die Kredite laufen immer über die Hausbank, schildert Göttner das Vorgehen. Schnittstellenprobleme gibt es dabei aber keine, versichert Carsten Ferch, Niederlassungsleiter der Düsseldorfer Apobank. Das Interesse an der Investitionsförderung ist auf Seiten der Kreditinstitute besonders groß. Deren positive Resonanz auf die Kampagne erklärt der KBV-Pressesprecher, Dr. Roland Stahl, so: Die Zielgruppe der Ärzte und Psychotherapeuten ist für die Banken sehr attraktiv. Die Niedergelassenen haben ein regelmäßiges Einkommen. Das ist bei der Kreditvergabe ein viel geringeres Risiko als bei anderen Freiberuflern. Für weitere Informationen hat die KfW Bankengruppe eine Hotline unter der Nummer 0180/1241124 eingerichtet.
Die KVen bieten ihren Mitgliedern seit Jahren Dienstleistungen von der Niederlassungs- bis zur Wirtschaftsberatung an. Diese Angebote werden in den kommenden Monaten fast bundesweit durch die Veranstaltungen im Rahmen der KfW-Aktion ergänzt. Eine aktuelle Übersicht über die Termine ist auf der Website der KBV erhältlich.

