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Letzte Änderung 07.10.2011

Geschäftsbericht

KBV-Geschäftsbericht 2010 (PDF, 6 MB)
Gut gesichert

Gut gesichert - Geschäftsbericht 2010/11

Vorwort

Scheinbar Selbstverständliches vermisst man erst, wenn es nicht mehr da ist. Tagtäglich gehen gesetzlich Krankenversicherte zum Arzt. Um behandelt zu werden, brauchen sie nur ihre Versichertenkarte vorzulegen und einmalig im Quartal eine Praxisgebühr zu zahlen. Der Gang in die Praxis ist für sie eine normale und selbstverständliche Art der Daseinsvorsorge. Was aber wäre, wenn es die wohnortnahe und flächendeckende ambulante Rund-um-die-Uhr-Versorgung in Deutschland nicht mehr gäbe? Viele würden sich zum ersten Mal fragen, wer das Versorgungsangebot der zirka 150.000 niedergelassenen Vertragsärzte und -psychotherapeuten überhaupt ermöglicht und koordiniert.

Absturz ausgeschlossen: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in Berlin und die 17 regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) spannen von Norden bis Süden, von Westen bis Osten ein dichtes Netz aus Ärzten und Psychotherapeuten, das den Menschen Halt gibt und auf das sie sich verlassen können. Damit das Netz keine gefährlichen Löcher bekommt, setzt sich die KBV gegenüber der Politik für Sicherungsmechanismen ein, die in dem geplanten Versorgungsstrukturgesetz ihren Ausdruck finden. Diesen und weitere Schwerpunkte in der Arbeit der KBV im Jahr 2010 bis zum Frühjahr 2011 soll der vorliegende Geschäftsbericht der KBV veranschaulichen.

Eine wichtige Grundlage für den weiteren Kurs der KBV war 2010 eine Umfrage unter 12.500 Medizinstudenten zu ihren beruflichen Perspektiven. Das Ergebnis ist alarmierend: Nur die wenigsten planen, sich als Hausarzt niederzulassen. Es sei denn, die Rahmenbedingungen verbessern sich: angemessene Vergütung, weniger Bürokratie, keine Regresse und mehr Zeit für die Familie. Für die KBV ist die Umfrage ein Ansporn, den Arztberuf attraktiver zu machen. Allerdings bedarf es dazu auch der Unterstützung der Politik bis hin zu den Kommunen. Um die Vereinbarkeit von Praxis und Familie zu erleichtern, hat die KBV eine Website und eine Broschüre erstellt. Beide informieren über familienfreundliche Angebote von KVen zu den Themen Bereitschaftsdienst, Vertretungsregelung, Elternzeit und Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Kinderbetreuung. Was die Regressgefahr betrifft, setzt sich die KBV nach wie vor für deren Abschaffung ein. 2010 hat sie gemeinsam mit der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) ein ganz neues Konzept für Arzneimittelverordnungen vorgestellt.

Eine technische und organisatorische Herausforderung ist das Projekt 116 117. Unter dieser einheitlichen und kostenlosen Telefonnummer soll ab 2012 der ärztliche Bereitschaftsdienst in ganz Deutschland erreichbar sein – für dieVersicherten eine enorme Erleichterung. Die technische Umsetzung läuft derzeit.

Bei allen Bemühungen gilt für die KBV: Die Patienten stehen im Mittelpunkt. Um noch mehr von ihnen zur Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren, startete die KBV 2010 gemeinsam mit den KVen eine Präventionsinitiative. Der Fokus lag dabei auf Krebsfrüherkennungen; 2011 geht es um das Thema Impfen. Das Ziel der KBV liegt auf der Hand: Prävention soll zur Selbstverständlichkeit werden.


(Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV und Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand)   

 
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