Schnelle und sichere Kommunikation ist Wettbewerbsvorteil und Arbeitserleichterung zugleich. Der Arbeitskreis der Kassenärztlichen Vereinigungen (AK KV) hat daher die Realisierung eines KV-übergreifenden Online-Netzwerks beschlossen. Was das kann, weiß Steffen Pankau.
Das Ziel ist klar: Die Kommunikation zwischen Ärzten, Psychotherapeuten und KVen vereinfachen und den Service für die KV-Mitglieder erheblich ausbauen. Ebenso klar sind die Anforderungen: Datensicherheit, Zuverlässigkeit, Effizienz. Das alles kann ein Online-Netzwerk. Dies haben die KVen Bayerns, Nordrhein und Westfalen-Lippe 2005 erkannt und KV-SafeNet eingeführt. Aufgrund der guten Resonanz seitens der Nutzer einigte sich der AK KV im Mai dieses Jahres darauf, das Verfahren zur Online-Anbindung KV-übergreifend umzusetzen. Die Projektleitung wurde der KBV übertragen. Die Mehrheit der KVen hat den entsprechenden Vertrag bereits unterzeichnet.
Hinter KV-SafeNet verbirgt sich ein Verfahren zur Online-Anbindung von Vertragsärzten und -psychotherapeuten an die Rechenzentren der KVen. Über eine gesicherte Datenleitung können Ärzte und Psychotherapeuten nicht nur die Online-Dienste der jeweiligen KV nutzen, sondern später auch Dienste zertifizierter externer Anbieter. Eine direkte Kommunikation der Nutzer untereinander ist ebenso möglich. Der Zugang ist nur mit festgelegten und speziell konfigurierten Geräten möglich, die einen Zugriff von außen blockieren. Die Daten sind somit während der Übertragung und in der Praxis selbst geschützt. Anbieter von KV-SafeNet-Anschlüssen müssen strenge Vorgaben einhalten, die in einer Rahmenrichtlinie festgelegt sind. Nur zertifizierte Firmen dürfen einen Zugang zum KV-SafeNet anbieten. Für die Nutzung des Netzwerks sind lediglich eine DSL- oder ISDN-Anbindung und ein zertifizierter VPN-Router (VPN: virtuelles privates Netzwerk) nötig. Somit ist das System mit gängigen EDV-Anlagen kompatibel.
Künftig soll der Online-Service bundesweit allen KV-Mitgliedern zur Verfügung stehen. Das bedeutet im Kern, die regionalen KVen an ein gemeinsames Netzwerk zu koppeln. Innerhalb dieses Netzwerks dem KV-Backbone stehen dann allen Nutzern die Online-Dienste der KVen zur Verfügung. Funktionsweise und Sicherheitsstandards der Dienste entsprechen denen von KV-SafeNet. Für jene, die dieses jetzt schon nutzen, ändert sich nichts abgesehen davon, dass sich das Angebot erweitert. Zusätzliche Investitionen oder die Umstellung der EDV-Anlage sind nicht nötig. Zudem ist eine Integration in die künftige Telematik-Infrastruktur der elektronischen Gesundheitskarte problemlos. Damit setzen die KVen bewusst auf einerseits innovative, andererseits bereits bewährte und von der Ärzteschaft akzeptierte Lösungen.
Zu den geplanten Online-Diensten gehören neben der ab 2010 obligatorischen Online-Abrechnung ein Arzneimittelinformationssystem und das elektronische Dokumentationsverfahren zu den Disease-Management-Programmen (eDMP). Anwendungen im Rahmen der Telematik-Plattform D2D (Doctor to Doctor), wie der elektronische Arztbrief, unterstützt das Verfahren ebenfalls. Die direkte Kommunikation der Ärzte und Psychotherapeuten untereinander wird dann auch über die KV-Grenzen hinweg möglich sein.
Das Online-Netz kann jederzeit problemlos durch weitere Dienste ergänzt und ausgebaut werden. Bereits im Oktober sollen die Vorzüge dieser Form von Telematik für die Beteiligten direkt erfahrbar sein. Vorläufiges Ziel bis dahin: 20.000 angebundene Praxen.