QEP - Qualität und Entwicklung in Praxen® ist das Qualitätsmanagement-System, das die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) speziell für vertragsärztliche und psychotherapeutische Praxen entwickelt haben.
Fünf Jahre nach der Veröffentlichung des ersten QEP-Qualitätsziel-Kataloges liegt nun die überarbeitete Version 2010 vor:
QEP® ist spezifisch auf die Abläufe und Bedingungen in der ambulanten Gesundheitsversorgung zugeschnitten. Es kann von Praxen, ärztlichen oder interdisziplinären Kooperationsgemeinschaften, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und allen sonstigen Einrichtungen, die es als hilfreich und nutzbringend bewerten, für den Aufbau und die Weiterentwicklung des internen Qualitätsmanagements (QM) verwendet werden. Zwischenzeitlich finden sich unter den Anwendern Zahnärzte, Physiotherapeuten oder Hebammen. QEP ermöglicht je nach Ausgangssituation und Bedarf einen schrittweisen Einstieg ins QM. Als Werkzeug zur Optimierung der Führungsaufgaben und Organisation kann es wesentlich zu einer guten Patientenversorgung beitragen.
QEP besteht aus verschiedenen kostengünstigen Bausteinen, die aufeinander abgestimmt, kombinierbar und schrittweise umsetzbar sind:
Im Rahmen einer Pilotphase wurde das Verfahren ab Frühjahr 2004 in 61 Praxen aller Fachgruppen getestet und extern unter der Federführung von Prof. Selbmann, Institut für medizinische Informationsverarbeitung (imi) der Universität Tübingen, evaluiert. Nach Einarbeitung der Ergebnisse der Pilotphase in die vorhandenen Bausteine konnte mit der flächendeckenden Einführung des Verfahrens im 1. Quartal 2005 begonnen werden. Bei Wunsch ist seit April 2006 die Möglichkeit der Zertifizierung gegeben.
In Zeiten, in denen Vorschriften immer zahlreicher und unüberschaubarer werden und Anforderungen an Mitarbeiterführung und Patientenversorgung beständig steigen, stellt QEP ein Angebot dar, das hilft, kritische Prozesse und Vorgänge zu identifizieren und zu hinterfragen: Wie sind diese organisiert? Wer ist für was verantwortlich bzw. zuständig? Wo gibt es möglicherweise Verbesserungspotentiale? Folgende Anforderungen werden mit dem QM-System QEP erfüllt :
Aufbauend auf dieser Synopse hat eine Arbeitsgruppe aus niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, Mitarbeitern aus KVen, QM-Experten und Arzthelferinnen das vorliegende QM-Verfahren erstellt. In mehreren Bearbeitungsrunden wurde ein prozessorientierter Katalog mit für Praxen relevanten Qualitätszielen formuliert. Ab dem II. Quartal 2004 wurde dieser in einer Pilotphase mit 61 Praxen nahezu aller Fachrichtungen getestet und evaluiert. Wissenschaftlich begleitet wurde die Pilotphase durch das Institut für Medizinische Informationsverarbeitung der Universität Tübingen (imi). Folgende Fragestellungen standen dabei im Vordergrund: Verständlichkeit, Relevanz und Umsetzbarkeit der Qualitätsziele, Aufwand für die Praxen, Hilfestellung durch weitere Unterstützungsangebote wie das QEP-Manual, Anwendbarkeit für unterschiedliche Praxisgrößen etc. Die Ergebnisse der Pilotphase sind in die Überarbeitung des Qualitätsziel-Kataloges und des Bewertungsverfahrens sowie der Unterstützungsangebote einschl. des QEP-Manuals und der Muster-Dokumente eingeflossen.
Die Entwicklung von QEP ist geprägt von einfacher Anwendbarkeit, praktischem Mehrwert für die Nutzer sowie der Sicherheit, ein Qualitätsmanagement in der Praxis zu installieren, das von Anfang an für die Anwendung in Praxen und nicht für andere, systemfremde Bereiche konzipiert wurde.