Klartext Ausgabe vom 01.01.2005
Bücher, Plakate und immer mehr Veranstaltungen
Seit über 15 Jahren arbeiten Kooperationsstellen für die Zusammenarbeit von Selbsthilfegruppen und Ärzten (KOSA) erfolgreich in einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Seit fünf Jahren werden die KOSA durch die Kooperationsstelle der KBV unterstützt. Eine Zwischenbilanz von KBV-Referentin Dr. Adela Litschel.
Ganz besonders erfolgreich waren die Beratungsstellen 2004. So veröffentlichten die Kooperationsberaterinnen im vorigen Jahr das Kooperationshandbuch ein Leitfaden für Ärzte, Psychotherapeuten und Selbsthilfe. In diesem Werk finden interessierte KVen eine übersichtliche Zusammenfassung der Arbeit dieser Serviceeinrichtungen. Darüber hinaus entwickelten die Mitarbeiterinnen der KOSA das Wartezimmerplakat Mit uns knüpfen Sie Kontakte. Damit sollen Patienten auf die Zusammenarbeit von Selbsthilfe und Ärzteschaft aufmerksam gemacht werden. Mittlerweile hängen die Plakate in zahlreichen Wartezimmern niedergelassener Ärzte. Neu sind auch Beilagen in Mitgliederzeitschriften der KVen, in denen die KOSA auf regionale Selbsthilfeangebote aufmerksam machen.
Zahlreiche Veranstaltungen
Neben dieser verstärkten Öffentlichkeitsarbeit fanden zahlreiche Veranstaltungen mit Patienten statt, so der sechste Round Table der KV Nordrhein zum Thema Transparenz in der Kooperation. Das erfolgreiche Veranstaltungsmodell hat mittlerweile die KV Westfalen-Lippe übernommen. Im Oktober fand in Dortmund ein erster Round Table der KV zum Thema Die Arzt-Patienten-Beziehung nach der Gesundheitsreform Ärzteschaft und Selbsthilfe im Dialog statt. Weitere KVen beginnen, sich auf eigenen Veranstaltungen der Diskussion mit Patientenverbänden zu öffnen so geschehen auf der Fachtagung Selbsthilfe im November 2004 in der KV Nord-Württemberg.
Mehr als nur Beratung
Durch derartige Aufgaben hat sich das Profil der KOSA verändert. Bisher stand die Beratungstätigkeit für die Mitglieder der KVen im Mittelpunkt der Arbeit. Heute managen die Mitarbeiterinnen auch Veranstaltungen. Sie unterstützen die Zusammenarbeit von Ärzten und Selbsthilfe in Qualitätszirkeln. Sie vermitteln Ansprechpartner für diese Veranstaltungen, organisieren und planen die Treffen. Sie sind Ansprechpartnerinnen für die Patientenbeteiligungen nach Paragraph 140f des Fünften Sozialgesetzbuchs auf Landes- und Bundesebene. Sie referieren auf Veranstaltungen mit Patientenverbänden über die Arbeit der ärztlichen Selbstverwaltung. Umgekehrt spiegeln sie die Bedürfnisse der Patienten in die KVen zurück. Schließlich tragen sie durch ihre Unterstützung der Kooperation mit Patienten in Qualitätszirkeln zu einer sehr direkten Form der Qualitätssicherung bei.
Die KOSA können somit als Barometer für die Bedürfnisse der Patienten genutzt werden und geben einen sehr direkten Einblick in die Versorgungssituation der Patienten. Es ist daher wünschenswert, dass weitere KVen mithilfe einer Kooperationsstelle ihren Sicherstellungsauftrag im Sinne einer guten Patientenversorgung unterstützen.

