Qualitätszirkel

Ärztliche Qualitätszirkel (QZ) haben sich in den letzten 20 Jahren als Instrument der Qualitätssicherung und -entwicklung in der vertragsärztlichen Versorgung etabliert und bewährt. Die "Richtlinien der KBV für Verfahren zur Qualitätssicherung nach § 75 Abs. 7 SGB V (Qualitätssicherungs-Richtlinien)“ aus dem Jahr 1994 bilden die Grundlage für eine bundesweit weitgehend einheitliche Vorgehensweise der Errichtung und Weiterentwicklung von Qualitätszirkeln. Aktuell sind regelmäßig mehr als 8.000 Qualitätszirkel aktiv. Mit der Teilnahme an anerkannten Qualitätszirkeln können Fortbildungspunkte gemäß § 95d SGB V erworben werden.

Qualitätszirkel arbeiten

  • auf freiwilliger Basis
  • mit selbstgewählten Themen
  • erfahrungsbezogen
  • auf der Grundlage des kollegialen Diskurses („peer review“)
  • mit Moderator/-in
  • mit Evaluation ihrer Ergebnisse, soweit möglich auf einer hinreichenden Basis empirischer Daten aus der ambulanten Versorgung
  • kontinuierlich
  • mit festem Teilnehmerkreis
  • mit Ärzten gleicher oder unterschiedlicher Fachrichtung; mit Psychotherapeuten; z. T. unter Einbeziehung des Praxispersonals

In der ambulanten medizinischen Versorgung verstehen sich Qualitätszirkel als Gruppen von Vertragsärzten und/oder -psychotherapeuten, die durch kritische Überprüfung der eigenen Tätigkeit und eines auf den Erfahrungen der Teilnehmenden aufbauenden Lernprozesses zur Qualitätsentwicklung nach dem Best-Practice-Prinzip beitragen. Im interkollegialen Erfahrungsaustausch werden Versorgungsroutinen bewusst gemacht und eine Analyse und Bewertung der eigenen Tätigkeit ermöglicht.

Unter Berücksichtigung der langjährigen Erfahrungen der Kassenärztlichen Vereinigungen in der Qualitätszirkelarbeit hat die KBV die bewährten Ansätze regionaler Aktivitäten im Rahmen ihrer Qualitätsoffensive aufgegriffen und ein Konzept zur bundesweiten Aus- und Fortbildung von Qualitätszirkel-Tutoren entwickelt. Die Tutoren-Ausbildung erfolgt in den nebenstehenden Themengebieten, die im QZ-Handbuch der KBV zusammengefasst sind: Seit 2004 wurden auf dieser Basis über 100 Tutoren aus 11 Kassenärztlichen Vereinigungen qualifiziert. Dabei handelt es sich um erfahrene Qualitätszirkelmoderatoren aus dem hausärztlichen, dem fachärztlichen und dem psychotherapeutischen Bereich, die ihre Moderatorenkollegen im Rahmen eines Train-the-Trainer-Konzeptes methodisch-didaktisch und fachlich begleiten.

Der Unterstützung der Qualitätszirkel-Moderatoren als Garant einer kontinuierlichen Zirkelarbeit und der Entwicklung bzw. Aufbereitung von Qualitätszirkelthemen kommt eine wesentliche Bedeutung für den Erfolg der Zirkelarbeit zu. Die KBV hat daher gemeinsam mit QZ-Tutoren und Experten wissenschaftlicher Institutionen ergänzend zu den Themen der Tutoren-Ausbildung weitere Qualitätszirkel-Module entwickelt, die als neuer Bestandteil des QZ-Handbuches bzw. ergänzend dazu zur Verfügung gestellt und im Rahmen nationaler QZ-Tutorentreffen vermittelt werden.

Schwerpunkte der bundesweiten Qualitätszirkelarbeit sind im Qualitätsbericht der KBV dargestellt.

 

Ihre Ansprechpartnerin bei der KBV

Dezernat Sektorenübergreifende Qualitätsförderung und -darstellung
Abteilung Qualitätsmanagement und -instrumente

Ingrid Quasdorf, Telefon: 030 4005-1230
Tanja Klein-Reick, Telefon 030 4005-1250

 
   
Dokumente zum Download
Titel Art/Größe
Qualitätssicherungsrichtlinien nach § 75 Abs. 7 SGB V der KBV Link
Nationales Tutorentreffen 09./10.11.2012 - Programm zum Download PDF
Nationales Tutorentreffen 11./12.11.2011 - Präsentationen zum Download Link
QZ.Fachtagung 8./9.10.2010 - Präsentationen zum Download Link

 
Letzte Änderung 22.04.2013
Aktuelles
Supervision für QZ-Tutoren, 11.09.2013 Berlin, 13 Uhr

8. Nationales Tutorentreffen, 08./09.11.2013 Düsseldorf

Berliner Gesundheitspreis

Leitbild QZ/QM
 
Filmtipp zum Thema


 
Weitere Infos
Qualitätszirkel: Selbstbestimmtes Lehren und Lernen
Artikel aus PP 11, Ausgabe Oktober 2012, Seite 454