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Praxisnachrichten

Im Ausland Krankenversicherte: Abrechnungsverfahren vereinfacht

22.06.2017 - Für im Ausland krankenversicherte Patienten werden die Abrechnungsmodalitäten zum 1. Juli vereinfacht. Unter anderem fällt das Formular 80 zur Dokumentation des Behandlungsanspruchs weg. Die KBV fasst in einer Praxisinformation zusammen, wie die Abrechnung künftig erfolgt.

Für die ärztliche Behandlung von Patienten, die im Ausland krankenversichert sind, bestehen je nach Herkunftsland oder Aufenthaltszweck unterschiedliche Abrechnungsmodalitäten. KBV und GKV-Spitzenverband haben das Verfahren jetzt in einigen Punkten vereinfacht und dazu die entsprechende „Vereinbarung zur Anwendung der Europäischen Krankenversicherungskarte“ (Anlage 20 Bundesmantelvertag-Ärzte) angepasst.

Formular 80 fällt weg

Zu den Erleichterungen gehört der Wegfall des Formulars 80. Eine Kopie der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) beziehungsweise der provisorischen Ersatzbescheinigung gilt künftig als ausreichend, um den Behandlungsanspruch eines im europäischen Ausland Versicherten zu dokumentieren.

Außerdem sind Ärzte nicht mehr verpflichtet, den Identitätsnachweis (Ausweis/Reisepass) des Versicherten zu kopieren, was ohnehin datenschutzrechtlich kritisch war.

Neues Patientenformular ersetzt Formular 81

Neu eingeführt wird das Patientenformular „Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung“. Es ersetzt das Formular 81 („Erklärung der im EU- bzw. EWR-Ausland oder der Schweiz versicherten Patienten, die eine Europäische Krankenversicherungskarte oder eine Ersatzbescheinigung vorlegen“).

Das neue Formular ist ab 1. Juli direkt in den Praxisverwaltungssystemen in 13 Sprachen hinterlegt und kann bei Bedarf in der jeweiligen Sprache ausgedruckt werden. Damit wird der Aufwand in den Praxen geringer, denn das Dokument gibt es dann in mehr Sprachen und mit ausführlicheren Übersetzungen.

Dokumentation des Behandlungsanspruchs einmal in drei Monaten

Die Dokumentation des Behandlungsanspruchs (und die Patientenerklärung), die bisher quartalsweise erfolgte, wird auf ein „gleitendes“ Quartal überführt: Sie muss mindestens einmal innerhalb von drei Monaten erfolgen. Für einen Patienten, der beispielsweise im Juni und im Juli eines Jahres die Praxis aufsucht, muss der Behandlungsanspruch nicht doppelt dokumentiert werden.

Praxisinformation mit Checklisten

Die KBV hat in einer Praxisinformation zusammengefasst, wie die Abrechnung künftig erfolgt. Anhand von drei Checklisten werden die einzelnen Schritte je nach Herkunftsland und Aufenthaltszweck des Patienten erläutert. Das Dokument im PDF-Format kann kostenfrei heruntergeladen werden.

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