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Entlassmanagement kommt erst zum 1. Oktober

13.07.2017 - Die Einführung des Entlassmanagements ist auf den 1. Oktober verschoben worden. Darauf haben sich der GKV-Spitzenverband, die KBV und die Deutsche Krankenhausgesellschaft in einer Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag verständigt. Ursprünglich sollte das Entlassmanagement am 1. Juli starten.

Krankenhäuser sind nunmehr ab Oktober verpflichtet, jedem Patienten ein Entlassmanagement für eine lückenlose Anschlussversorgung anzubieten. Entsprechende Formulare für Verordnungen wie Arznei- und Heilmittel werden dann zur Verfügung stehen. Für Verordnungen im Krankenhaus gelten dieselben Regelungen wie in der Arztpraxis.

Lückenlose Versorgung nach Klinikaufenthalt

Ziel des Entlassmanagements ist, dass Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt lückenlos ambulant weiter versorgt werden. Dazu soll das Krankenhaus feststellen, welche ambulanten Leistungen unmittelbar nach der Klinikentlassung erforderlich sind und diese einleiten. Der weiterbehandelnde Facharzt ist darüber rechtzeitig zu informieren.

Neu ist ferner, dass Klinikärzte dann in begrenztem Umfang Verordnungen ausstellen und Arbeitsunfähigkeiten bescheinigen dürfen. So können sie beispielsweise Arzneimittel in der kleinsten Packungsgröße verschreiben, um die Übergangsphase von der stationären in die ambulante Versorgung zu überbrücken.

Vorgabe des Gesetzgebers

Die Verpflichtung der Krankenhäuser zum Entlassmanagement mit der Möglichkeit, Verordnungen auszustellen, geht auf eine Vorgabe des Gesetzgebers im Versorgungsstärkungsgesetz zurück. Da sich GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft und KBV auf die Ausgestaltung nicht abschließend einigen konnten, musste seinerzeit das erweiterte Bundesschiedsamt die strittigen Punkte regeln.

Die Details zum Entlassmanagement wurden dann nach der Schiedsamtsentscheidung im Oktober 2016 in einem dreiseitigen Rahmenvertrag festgehalten, der nunmehr durch die Änderungsvereinbarung ergänzt wurde. Bereits Ende 2016 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss die entsprechenden Richtlinien zu Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, Häuslicher Krankenpflege, Soziotherapie und Arbeitsunfähigkeit angepasst.

Arztpseudonym für den Übergang

Zu den Änderungen in der Vereinbarung zum dreiseitigen Rahmenvertrag gehört außerdem, dass Krankenhausärzte zur Kennzeichnung der Verordnungen statt der vorgeschriebenen lebenslangen Arztnummer (LANR) übergangsweise ein Arztpseudonym „4444444“, ergänzt durch den Fachgruppencode durch das Krankenhaus, verwenden dürfen. Diese Übergangsregelung gilt vom 1. Oktober 2017 bis zum 1. Januar 2019.

Handbuch für Klinikärzte

Das Entlassmanagement als Teil der Krankenhausbehandlung ist Aufgabe des Krankenhauses. Nichtsdestotrotz bietet die KBV hier Unterstützung an. Sie erstellt derzeit ein Handbuch, in dem Krankenhausärzte die Regeln der vertragsärztlichen Bestimmungen, nach denen sie ab Oktober verordnen müssen, in übersichtlicher Form finden. Die Publikation enthält unter anderem die Abbildungen aller relevanten Muster mit Vordruckerläuterungen.

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