Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Prostataoperation mit Thulium-Laserresektion ist Kassenleistung

29.03.2018 - Die Thulium-Laserresektion kann als eine weitere Methode zur Behandlung des obstruktiven benignen Prostatasyndroms angewendet werden. Sie wird zum 1. April in den Anhang 2 des EBM aufgenommen.

Die Thulium-Laserresektion kann als Kassenleistung alternativ zur transurethralen Resektion der Prostata, zur Holmium-Laserresektion und zur Holmium-Laserenukleation eingesetzt werden.

Die Untersuchung stellt eine gleichwertige und risikoärmere Methode zur Versorgung der Patienten dar. Bei dem lokalen Verfahren wird der vaporisierende Effekt des Lasers genutzt, um Gewebe aus der vergrößerten Prostata herauszuschneiden und anschließend durch die Harnröhre zu entfernen.

Extrabudgetäre Vergütung

Die Abrechnung erfolgt über die bereits bestehenden Gebührenordnungspositionen (GOP) für die Holmium-Laserverfahren, die 2016 in den Anhang 2 zum EBM aufgenommen wurden.

Für den laserendoskopischen urologischen Eingriff (OP-Kategorie RW3) mit einer Schnitt-Naht-Zeit bis 45 Minuten Dauer rechnen Ärzte die GOP 36289 ab. Zudem gibt es einen Zuschlag (GOP 36290) je weitere 15 Minuten Schnitt-Naht-Zeit und weitere Berechnungsmöglichkeiten, unter anderem für die postoperative Überwachung (siehe Übersicht unten).

Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär zu festen Preisen.

Voraussetzungen für Fachärzte

Die Thulium-Laserresektion dürfen Fachärzte für Urologie durchführen, die über nachgewiesene Erfahrungen mit der Methode und eine entsprechende Genehmigung der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung verfügen. Für die Anwendung müssen eine intensivmedizinische Notfallversorgung und eine Nachbeobachtung gewährleistet sein, zum Beispiel im Rahmen einer belegärztlich-stationären Durchführung.

Näheres zu den apparativen, räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Genehmigung enthält die entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung. Sie wird zur Veröffentlichung vorbereitet und tritt ebenfalls zum 1. April in Kraft – als „Qualitätssicherungsvereinbarung Laserbehandlung bei benignem Prostatasyndrom“, die die bisherige Vereinbarung nur für Holmium-Laserbehandlungen ersetzt.

Übersicht: GOP für Prostataoperationen mittels Thulium-Laser / Holmium-Laser

Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär zu festen Preisen.

GOP Inhalt Bewertung
36289 Laserendoskopischer urologischer Eingriff bis 45 Minuten Dauer 2.108 Punkte/ 224,59 Euro 
36290 Zuschlag zur GOP 36289 je weitere vollendete 15 Minuten Schnitt-Naht-Zeit 364 Punkte/ 38,78 Euro
36505 Postoperative Überwachung 120 Punkte/ 12,79 Euro
36823 Anästhesie und/oder Narkose 949 Punkte/ 101,11 Euro
36829 Zuschlag bei Fortsetzung einer Anästhesie und/oder Narkose bei Verlängerung des Eingriffs mittels Holmium-Laser 191 Punkte/ 20,35 Euro

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten