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Praxisnachrichten

Ärzte können jetzt Unterstützungspflege verordnen

12.04.2018 - Im Rahmen der häuslichen Krankenpflege können Vertragsärzte jetzt auch Unterstützungspflege verordnen. Zudem wurde der Leistungsanspruch für das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen erweitert.

Unterstützungspflege verordnen

Durch die Verordnung von Unterstützungspflege können Patienten mit schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung erhalten. Dies ist möglich, wenn keine Pflegebedürftigkeit oder nur Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 1 vorliegt.

Der gesetzliche Anspruch darauf geht auf das Krankenhausstrukturgesetz zurück und besteht bereits seit 2016. Damit Vertragsärzte die Leistung verordnen können, musste jedoch die Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege angepasst werden. Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist am 5. April in Kraft getreten.

Nicht an Krankenhausaufenthalt gebunden

Die neue Leistung ist nicht an Krankenhausaufenthalte, ambulante Operationen oder ambulante Krankenhausbehandlung gebunden. Vielmehr kann die Unterstützungspflege auch bei vergleichbaren Fallkonstellationen – zum Beispiel im Rahmen der ambulanten Behandlung – verordnet werden.

Voraussetzung ist, dass sich Patienten im Hinblick auf die krankheits- oder behandlungsbedingten Auswirkungen nicht selbst pflegen und versorgen können. Dann kann Unterstützungspflege in der Regel für bis zu vier Wochen je Krankheitsfall verordnet werden. Verwendet wird Formular 12, das ein Ankreuzfeld für die Unterstützungspflege enthält.

Nur bei körperlichen Beeinträchtigungen

Der Bedarf an Unterstützungspflege bezieht sich nur auf körperliche Beeinträchtigungen von Patienten. Nach Vorgabe des Gesetzgebers werden kognitive Beeinträchtigungen der Versicherten nicht erfasst.

Anspruch auf Kompressionsstrümpfe erweitert

Zudem hat der G-BA den Leistungsanspruch für das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen erweitert. Dadurch können Ärzte diese Leistung jetzt im Rahmen der häuslichen Krankenpflege auch für Kompressionsstrümpfe der Klasse I verordnen. Vorher war eine Verordnung erst möglich, wenn der Patient Kompressionsklasse II benötigte.

Durch diese Änderung der Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege sollen Patienten berücksichtigt werden, die zum Beispiel in ihrer Motorik, Geschicklichkeit, Kraft und Beweglichkeit erheblich eingeschränkt sind. Sie ist ebenfalls am 5. April in Kraft getreten.

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