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Praxisnachrichten

Eigenes DMP für Patienten mit Herzinsuffizienz

26.04.2018 - Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz können künftig an einem eigenständigen Disease-Management-Programm teilnehmen. Damit konnte sich die KBV mit ihrem Antrag durchsetzen. Das Programm enthält unter anderem eine spezielle Patientenschulung sowie ein individuelles Case Management.

Einen entsprechenden Beschluss hat der für die Entwicklung dieser strukturierten Behandlungsprogramme zuständige Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gefasst. Bislang war das Disease-Management-Programm (DMP) Herzinsuffizienz ein Modul im DMP Koronare Herzkrankheit (KHK).

Die KBV hatte im Jahr 2013 im G-BA beantragt, für die Herzinsuffizienz ein eigenständiges DMP zu erstellen. Aus Sicht der Ärztevertretung können damit mehr Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz erreicht und besser medizinisch versorgt werden als über das DMP KHK.

Teilnahmevoraussetzung

Das Programm richtet sich an Herzkranke mit einer linksventrikulären Auswurffraktion von ≤ 40 Prozent, unabhängig von der Ursache. Auch asymptomatische Patienten können teilnehmen. Patienten, die bislang im Modul Herzinsuffizienz des DMP KHK eingeschrieben sind, können dort bleiben.

Individuelle Patientenbegleitung

Ziel ist es, durch eine optimale ambulante Begleitung der Patienten mit Schulungen und leitliniengerechter medikamentöser Therapie eine gute Lebensqualität zu erhalten und stationäre Behandlungen zu verhindern.

Das Management der medikamentösen Therapie zielt insbesondere darauf ab, die empfohlene Zieldosis beziehungsweise die maximal tolerierte Dosis durch schrittweise Dosissteigerung zu erreichen. Ein weiterer Schwerpunkt sind Empfehlungen zum körperlichen Training.

Für schwer kranke Patienten ist außerdem eine individuelle Patientenbegleitung durch Medizinische Fachangestellte der Praxis vorgesehen. Warnsignale des Körpers wie eine rasche Gewichtszunahme durch Wasseransammlungen im Gewebe können so früher erkannt und die Therapie gegebenenfalls zeitnah angepasst werden.

Start des neuen Programms

Wenn das Bundesgesundheitsministerium dem G-BA-Beschluss zustimmt, können die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen regionale Verträge zu dem neuen DMP abschließen. Erst danach kann das Programm starten. Das Ministerium hat für die Prüfung zwei Monate Zeit.

Über 6,5 Millionen Patienten in DMP

Bislang gibt es bundesweit Behandlungsprogramme für Asthma bronchiale, COPD, Diabetes Typ 1 und 2, KHK und Brustkrebs. Seit Einführung der DMP vor mehr als zehn Jahren nahmen aktuell über 6,5 Millionen Patienten daran teil. Bundesweit sind derzeit knapp 10.000 Programme zugelassen.

Fakten zu den Disease-Management-Programmen

  • Ein Disease-Management-Programm (DMP) ist eine spezielle Organisationsform zur medizinischen Behandlung und Betreuung chronisch kranker Menschen.
  • DMP sollen die Versorgungsqualität verbessern durch einheitliche, wissenschaftlich gesicherte Vorgaben und Empfehlungen hinsichtlich Diagnostik und Therapie, eine intensive ärztliche Kooperation und die Stärkung der Patientenkompetenz.
  • Die behandelnden Ärzte verpflichten sich zur Kooperation und dokumentieren den Behandlungsverlauf und die Behandlungsergebnisse für ihre Patienten – auf dieser Datenbasis erhalten sie regelmäßig Feedback-Berichte zu ihren Patienten.
  • Jedes DMP gibt spezifische Qualitätsziele zur medizinischen Betreuung der Patienten vor.
  • Die Anforderungen an die DMP sind in der DMP-Anforderungen-Richtlinie des G-BA festgelegt.

Bislang sind bundesweit DMP für Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), Diabetes Typ 1 und 2, koronare Herzkrankheit (KHK) und Brustkrebs in der Versorgung umgesetzt. Für Herzinsuffizienz, Depression und chronischem Rückenschmerz liegen jeweils DMP-Anforderungen in der G-BA-Richtlinie vor, die Umsetzung steht derzeit noch aus.

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