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Fernbehandlungsverbot soll gelockert werden

09.05.2018 - Die KBV plädiert für die Lockerung des Fernbehandlungsverbots und unterstützt einen entsprechenden Vorschlag der Bundesärztekammer. Es sollte künftig möglich sein, dass Ärzte im Einzelfall auch Patienten, die sie nicht kennen, per Telefon oder Video beraten dürfen, sagte Vize-KBV-Chef Dr. Stephan Hofmeister mit Blick auf den Deutschen Ärztetag.

Als Beispiel für eine sinnvolle Fernkonsultation führte Hofmeister die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117 an, wo die zumeist unbekannten Anrufer künftig auch telefonisch beraten werden sollen. Damit könnte man vielen Patienten bereits am Telefon helfen, sagte er. Die Bereitschaftsdienstnummer soll nach den Plänen der KBV in Zukunft rund um die Uhr geschaltet und mit den Terminservicestellen und Portalpraxen verbunden sein.

Digitalisierung kann Arzt-Patienten-Beziehung nicht ersetzen

Hofmeister stellte zugleich klar, dass „die Digitalisierung vieles kann, aber sie kann nicht die direkte Arzt-Patienten-Beziehung ersetzen“. Er spreche daher auch lieber von „Fernkonsultation“. Eine „echte ärztliche Behandlung“, so Hofmeister, sei per Telefon, Videoschalte oder Chat nicht möglich. „Dazu braucht es immer noch alle fünf Sinne.“

Entscheidung auf Ärztetag

Bislang dürfen Ärzte nur bereits bekannte Patienten per Telefon oder Videochat behandeln. Auf dem 121. Deutschen Ärztetag, der gestern in Erfurt eröffnet wurde, wird nunmehr über eine Öffnung des Fernbehandlungsverbots beraten. Die von der Bundesärztekammer eingebrachte Beschlussvorlage sieht vor, dass eine Beratung und Behandlung künftig ausschließlich über elektronische Kommunikationswege ohne vorherigen persönlichen Kontakt erlaubt sein soll und zwar „im Einzelfall“, wenn dies ärztlich vertretbar sei.

Fernbehandlungsverbot

Das Fernbehandlungsverbot ist Bestandteil der ärztlichen Musterberufsordnung. Demnach dürfen Ärzte individuelle Behandlungen und insbesondere auch Beratungen nicht ausschließlich über Kommunikationsmedien durchführen. Und auch bei telemedizinischen Verfahren muss gewährleistet sein, dass ein Arzt den Patienten unmittelbar behandelt. Somit ist die Fernbehandlung nicht grundsätzlich verboten, sondern nur die „ausschließliche“ Fernbehandlung.

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