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Praxisnachrichten

Rund 90 Prozent der Praxen setzen QM umfassend um

31.05.2018 - Qualitätsmanagement hat bei niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten einen hohen Stellenwert. Eine Stichprobenerhebung ergab, dass rund 90 Prozent der Praxen die angebotenen Instrumente und Methoden, beispielsweise zum Notfall- und Hygienemanagement, vollständig oder größtenteils nutzen.

Das Ergebnis zeige, wie ernst das Thema Qualitätsmanagement (QM) in der vertragsärztlichen Versorgung genommen werde, betonte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel und fügte hinzu: „Die meisten QM-Instrumente werden kontinuierlich und systematisch angewendet.“ Davon könnten die Patienten nur profitieren.

Für die Erhebung, die nach der QM-Richtlinie alle zwei Jahre erfolgen soll, hatten die Kassenärztlichen Vereinigungen 3.212 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten angeschrieben. Die Rücklaufquote betrug 97 Prozent.

Patientensicherheit steht im Fokus

Die Teilnehmer der Befragung gaben an, bevorzugt „Werkzeuge“ zu nutzen, die einer guten Versorgung dienen und die Patientensicherheit fördern. Dazu zählen ein professionelles Fehlermanagement sowie eine systematische Patienteninformation und -aufklärung. Außerdem wird in fast alle Praxen das Schnittstellenmanagement beim Wechsel der Patienten von der Praxis ins Krankenhaus oder in eine Reha-Einrichtung umgesetzt.

Teambesprechungen und Checklisten

Als besonders hilfreich für die Organisationsentwicklung werden neben Teambesprechungen auch Checklisten sowie Prozess- und Ablaufbeschreibungen empfunden, in denen zum Beispiel wichtige Arbeitsschritte aufgelistet und die Verantwortlichkeiten eindeutig geregelt werden. Die befragten Praxen und MVZ gaben an, sich damit systematisch auf Notfälle vorzubereiten, bestmögliche Hygiene sicherzustellen und Arzneimittel sicher zu verordnen.

Darüber hinaus zeigen die Stichproben, dass es kaum regionale Unterschiede gibt und QM überall groß geschrieben wird. Viele niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten nutzen spezifische Verfahren wie QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen sowie Schulungs- und Beratungsangebote der Kassenärztlichen Vereinigungen. QM-Kommissionen, die die Stichprobenergebnisse individuell bewerten und kollegial beraten, sind in der vertragsärztlichen Selbstverwaltung fest etabliert.

Stichproben alle zwei Jahre

Die vor eineinhalb Jahren in Kraft getretene neue QM-Richtlinie sieht vor, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen alle zwei Jahre in einer Stichprobe erheben, wie die verschiedenen Instrumente und Methoden des Qualitätsmanagements in den Praxen und MVZ umgesetzt werden. Dafür sollen 2,5 Prozent der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten in einer Stichprobe ausgewählt werden.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse berichtet die KBV an den Gemeinsamen Bundesausschuss. Die aktuelle Richtlinie hatte die drei bisherigen QM-Richtlinien für den vertragsärztlichen, den vertragszahnärztlichen sowie den stationären Bereich abgelöst.

Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement (QM) unterstützt die Praxisleitung und das Team dabei, Arbeitsabläufe zu strukturieren, Verantwortlichkeiten festzulegen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Ziel ist es, alle Tätigkeiten konsequent an fachlichen, gesetzlichen und vertraglichen Grundlagen auszurichten – und sich dabei möglichst nah an den Bedürfnissen von Patienten und Mitarbeitern zu orientieren. So kann für alle Beteiligten eine größtmögliche Sicherheit und Zufriedenheit erreicht werden.

Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten sind seit 2004 gesetzlich verpflichtet, ein sogenanntes einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln (§ 135a Sozialgesetzbuch V). In der QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses sind die Ziele, Grundsätze, Instrumente und der Zeitrahmen für eine Einführung und Weiterentwicklung festgelegt. Beim Aufbau eines internen QM-Systems helfen Qualitätsmanagement-Verfahren wie QEP, KPQM, KTQ oder EPA.

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