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eArztakte

Digitalisierung: KBV will Austausch von Befunden standardisieren

21.06.2018 - Die KBV hat erstmalig ihre Pläne für eine elektronische Arztakte vorgestellt, um den Austausch von Befunden zu standardisieren. Gemeinsam mit Politik und Krankenkassen diskutierte sie gestern in Berlin zum Stand der elektronischen Patientenakte und der digitalen Kommunikation zwischen Arzt, Patient und anderen Akteuren im Gesundheitswesen.

„Für den Arzt verändert sich erstmal nicht viel, außer dass seine Daten elektronisch strukturiert und indexfähig suchbar abgelegt werden“, sagte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, zur eArztakte.

„Wir möchten, dass in jedem Praxisverwaltungssystem ein EKG sofort als EKG erkannt und eingelesen werden kann“, so Hofmeister. Dokumente verschiedener Praxisverwaltungssysteme (PVS) oder Geräte seien oft nicht kompatibel oder könnten nicht weiterverarbeitet werden.

Denkbar sei, dass die KBV für die Ablage einheitlicher Dateiformate im PVS eine technische Richtlinie erstellt.

Der Arzt könne mit der eArztakte seine Daten aus dem PVS sowohl exportieren als auch andere Arztdaten importieren. Dabei sollen sich durch einheitliche Dateiformate beispielweise Laborbefunde, Röntgen-Bilder und EKG nahtlos in die entsprechenden Bereiche des PVS einsortieren.

Austausch mit Patienten

Auf Wunsch des Patienten ist ein Datenaustausch mit der vom Gesetzgeber vorgesehenen elektronischen Patientenakte (ePA) möglich – sowohl Import als auch Export. Hierbei würde es sich jedoch lediglich um unveränderbare Befundkopien handeln, die der Patient abspeichern und auf eigenen Wunsch hin an andere Ärzte weitergeben könne.

„Mit unseren Plänen konkretisieren wir, welche Voraussetzungen wir im Praxisverwaltungssystem brauchen, um eine sinnvolle Kommunikation mit der ePA des Patienten zu ermöglichen“, erläuterte Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV.

Politik fordert schnelle Umsetzung der ePA

Die technischen Standards für die ePA müssen bis Ende des Jahres feststehen. Dr. Gottfried Ludewig, Leiter Digitalisierung und Innovation im Bundesgesundheitsministerium, zeigte sich bei der Veranstaltung zuversichtlich, dass hier alle Beteiligten einen guten Weg finden würden.

Er äußerte in der anschließenden Diskussionsrunde den Wunsch, dass bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode jeder Patient in Deutschland zumindest die Möglichkeit haben sollte, für sich eine elektronische Patientenakte anlegen zu lassen.

„Wichtig ist, dass der Patient zu jeder Zeit die Hoheit über seine Daten in der ePA hat und entscheiden kann, wer wann Zugriff darauf erhält“, betonte Kriedel. Hier war er sich mit den anderen Teilnehmern der Diskussionsrunde, Ludewig und Martin Litsch, Vorsitzender des Vorstands des AOK-Bundesverbandes, einig.

Unstrittig war auch, dass man mobile Lösungen für den Zugriff des Patienten auf seine ePA schaffen müsse – etwa in Form einer App. „Die KBV-Tochtergesellschaft KV Telematik entwickelt hier bereits eine Schnittstelle, mit der Daten sicher aus dem PVS des Arztes auf mobile Endgeräte übertragen werden können“, sagte Kriedel.

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