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Praxisnachrichten

Einladung zur Darmkrebs-Früherkennung - Koloskopie für Männer schon ab 50

26.07.2018 - Männer haben künftig bereits ab 50 Jahren Anspruch auf eine Koloskopie. Zudem erhalten anspruchsberechtigte Versicherte ab Mitte nächsten Jahres regelmäßig eine Einladung zur Früherkennungsuntersuchung auf Darmkrebs.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dazu in der vergangenen Woche die neue Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme beschlossen und als erstes Programm Details zum Darmkrebs-Screening festgelegt (die PraxisNachrichten berichteten). Regelungen zur Früherkennung des Zervixkarzinoms sollen folgen. Ziel ist es, die Teilnahmeraten bei Früherkennungsuntersuchungen zu erhöhen.

Einladung zur Untersuchung

Bei der Früherkennung von Darmkrebs ist vorgesehen, dass die Krankenkassen ihre Versicherten im Alter von 50, 55, 60 und 65 Jahren anschreiben und zur Untersuchung einladen. Zusätzlich erhalten die Patienten eine einheitliche Versicherteninformation mit Hinweisen zu Organisation, Ablauf, Nutzen und Risiken der Untersuchung.

Koloskopie für Männer ab 50 Jahren

Neu ist außerdem, dass Männer bereits mit 50 Jahren eine Koloskopie durchführen lassen können. Der Grund ist, dass sie ein höheres Risiko als Frauen haben, an Darmkrebs zu erkranken.

Bei Frauen bleibt die Altersgrenze für die Koloskopie bei 55 Jahren. Die Regelungen zum iFOB-Test bleiben unverändert: Wie bisher kann ab 50 Jahren bei Frauen und Männern jährlich ein Test auf okkultes Blut im Stuhl durchgeführt werden, danach alle zwei Jahre.

Ab wann die neuen Regelungen gelten

Die ersten Einladungen zur Früherkennungsuntersuchung sollen voraussichtlich ab 1. Juli 2019 verschickt werden. Ob auch erst ab dann bei der Koloskopie die neue Altersgrenze für Männer gilt oder schon früher, ist noch offen. Dasselbe gilt für die Versicherteninformation.

Bestehende Krebsfrüherkennungsrichtlinie angepasst

Da die Darmkrebsfrüherkennung jetzt in der neuen Richtlinie geregelt ist, musste die bestehende Krebsfrüherkennungsrichtlinie in diesem Punkt angepasst werden. Lediglich die Vorgaben zur Dokumentation bleiben bis zur Ausgestaltung eines neuen Verfahrens in der Krebsfrüherkennungsrichtlinie bestehen.

Die vorgesehene Programmevaluation erfordert die Umstellungen auf eine neue Dokumentation, die zum 1. Januar 2020 geplant ist. Dazu wird der G-BA jedoch noch einen gesonderten Beschluss fassen.

Vergütung wird geregelt

Das Bundesgesundheitsministerium prüft nun zunächst den Beschluss. Bei Nichtbeanstandung tritt er am Tag nach seiner Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Danach legt der Bewertungsausschuss die Vergütung fest. Er hat dafür sechs Monate Zeit.

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