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Praxisnachrichten

Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve im EBM

20.09.2018 - Die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit wird zum 1. Oktober als neue Leistung in den EBM aufgenommen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Bewertungsausschuss am Dienstag gefasst.

Damit kann das neue Verfahren im Rahmen einer Koronarangiographie vom Patienten als abrechnungsfähige vertragsärztliche Leistung in Anspruch genommen werden. Die Untersuchungsmethode ermöglicht eine Aussage über die funktionelle Relevanz einer koronaren Stenose.

Neue GOP und Sachkostenpauschale

Für die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR) wird die Gebührenordnungsposition (GOP) 34298 in den EBM-Abschnitt 34.2.9 aufgenommen. Diese kann als Zuschlag zur GOP 34291 (Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie) einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden.

Die neue GOP ist mit 980 Punkten (104,41 Euro) bewertet. Für die Sachkosten wird die Kostenpauschale 40301 in den EBM-Abschnitt 40.6 integriert (660 Euro).

Die Vergütung der neuen Leistung erfolgt extrabudgetär zu festen Preisen – vorerst für zwei Jahre. In dieser Zeit prüft der Bewertungsausschuss die Entwicklung der neuen GOP, insbesondere die Leistungsmenge und den Leistungsbedarf.

Anpassung der QS-Vereinbarung geplant

Die Messung darf nur von Fachärzten für Innere Medizin und Kardiologie durchgeführt werden, die über eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung für Leistungen der invasiven Kardiologie verfügen. Basis bildet eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung, die 2013 in Kraft getreten ist.

Mit der Aufnahme der neuen GOP in den EBM soll die Vereinbarung bis spätestens zum 1. Januar 2019 angepasst werden. Bis dahin gilt die alte Vereinbarung.

Voraussetzung für die FFR-Messung

Die FFR-Messung darf zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt werden, wenn die Indikation für eine Koronarintervention aufgrund des Befundes der Koronarangiographie nicht eindeutig ist. Im Rahmen derselben Herzkatheteruntersuchung kann sie dann sowohl als klassische FFR-Messung mit medikamentöser Vasodilatation erfolgen als auch ohne („instantaneous wave-free ratio“, iFR).

Die KBV hatte im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) den Antrag gestellt, den Nutzen der Methode zu überprüfen und sie gegebenenfalls in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen. Einen entsprechenden Beschluss hatte der G-BA vor knapp einem Jahr gefasst, der dann im Februar dieses Jahres in Kraft getreten ist.

Mit der jetzt getroffenen Regelung zur Abrechnung und Vergütung kann die Untersuchung in der vertragsärztlichen Versorgung erfolgen.

Übersicht: GOP für Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR)

GOP Inhalt Bewertung
34298 Messung der FFR als Zuschlag zur GOP 34291 (inklusive Aufklärung und Einverständniserklärung des Patienten sowie Dokumentation der Indikationsstellung) 980 Punkte/
104,41 Euro
34291 Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie 3227 Punkte/
343,81 Euro
40301 Kostenpauschale für die Durchführung der neuen Leistung 660,00 Euro

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