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HPV-Impfung für Jungen wird Kassenleistung

20.09.2018 - Die Impfung gegen Humane Papillomviren wird zukünftig auch für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren Kassenleistung. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss heute beschlossen und die Schutzimpfungs-Richtlinie entsprechend geändert. Der Beschluss tritt voraussichtlich im Dezember in Kraft.

Die Impfung schützt vor einer Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV), die Krebserkrankungen auslösen können. Eine Immunisierung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen.

Wie bei der HPV-Impfung für Mädchen sind im Alter von neun bis 14 Jahren zwei Impfungen im Abstand von mindestens fünf Monaten notwendig. Sollte die erste HPV-Impfung im Alter von 15 Jahren oder älter verabreicht werden, sind insgesamt drei Impfungen erforderlich. Eine Nachholimpfung sollte bis zum Alter von 17 Jahren erfolgen. Ziel der HPV-Impfung von Mädchen und Jungen ist die Verringerung von durch HP-Viren hervorgerufenen Tumoren.

Niedrige Durchimpfungsraten bei Mädchen

Mit der Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie setzt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) um. Diese hatte sich im Juni für die Standardimpfung gegen HPV auch für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren ausgesprochen. Für Mädchen in diesem Alter ist die HPV-Impfung bereits seit Juli 2007 eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Nach Angaben der STIKO beträgt die Durchimpfungsquote bei Mädchen derzeit etwa 45 Prozent. Eine Erweiterung der HPV-Impfung auf Jungen soll die Impfraten insgesamt erhöhen. Für die Impfung bieten sich insbesondere die U11-Vorsorgeuntersuchung (neun bis zehn Jahre) sowie die J1-Vorsorgeuntersuchung (zwölf bis 14 Jahre) an.

Beschluss noch nicht rechtskräftig

Das Bundesgesundheitsministerium als Rechtsaufsicht muss den Beschluss des G-BA nun routinemäßig prüfen. Vorbehaltlich der Nichtbeanstandung tritt der Beschluss am Tag nach der Bekanntgabe im Bundesanzeiger in Kraft. Das wird voraussichtlich im Dezember sein. Bis dahin bleibt die HPV-Impfung für Jungen eine freiwillige Leistung der Krankenkassen.

Diese HPV-Impfstoffe gibt es

Derzeit stehen in Deutschland zwei verschiedene HPV-Impfstoffe zur Verfügung. Cervarix® ist ein zweivalenter Impfstoff gegen die Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 und ist seit September 2007 zugelassen. Er wird angewendet bei Personen ab einem Alter von neun Jahren zur Prävention von prämalignen anogenitalen Läsionen der Zervix, Vulva, Vagina und des Anus sowie von Zervix- und Analkarzinomen.

Der neunvalente Impfstoff Gardasil® schützt gegen die Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58 und ist seit Mitte 2016 zugelassen. Der Impfstoff folgt auf das im September 2006 zugelassene viervalente Gardasil® und ist zugelassen zur aktiven Immunisierung von Personen ab einem Alter von neun Jahren gegen Vorstufen maligner Läsionen und Karzinome, die die Zervix, Vulva, Vagina und den Anus betreffen, sowie gegen Genitalwarzen.

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