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Praxisnachrichten

Heilverfahrenskontrolle wird Leistung der Unfallversicherung

27.09.2018 - Die Heilverfahrenskontrolle wird zum 1. Oktober in das Gebührenverzeichnis der gesetzlichen Unfallversicherung für ärztliche Leistungen aufgenommen. Weitere Neuerungen betreffen die Beratung bei unfallverletzten Kindern sowie die Formtexte.

Einschätzung des Heilverfahrens

Für ihre Einschätzung zum bisherigen Verlauf des Heilverfahrens oder zu geplanten medizinischen Behandlungen können Ärzte bei Unfallverletzten künftig die „Heilverfahrenskontrolle“ abrechnen.

Die Leistung wird zum 1. Oktober als Nummer 34 in das ärztliche Gebührenverzeichnis der Unfallversicherung (UV-GOÄ) eingeführt und mit 65 Euro vergütet. Ärzte dürfen die Kontrolle auf Wunsch des Versicherten nach vorheriger Information des zuständigen Unfallversicherungsträgers oder im Auftrag des Unfallversicherungsträgers durchführen.

Das gehört dazu

Die Heilverfahrenskontrolle umfasst die Sichtung und Auswertung der vorhandenen medizinischen Unterlagen einschließlich bildgebender Diagnostik. Außerdem gehören eine umfassende Untersuchung und Beratung sowie die zeitnahe Berichterstattung über dieses Untersuchungsergebnis dazu.

Eine Mitwirkung bei der Erstellung eines Reha-Planes nach Nummer 17 UV-GOÄ kann daneben nicht abgerechnet werden.

Beratung bei unfallverletzten Kindern

Zudem wird ab Oktober der besondere Beratung- und Untersuchungsbedarf bei unfallverletzten Kindern bis zum sechsten Geburtstag anerkannt. Voraussetzung ist, dass es sich nicht um eine Verletzung handelt, bei der durch bloße Inaugenscheinnahme das Ausmaß der Erkrankung beurteilt werden kann.

Ärzte dürfen anstelle der Nummer 1 die höher bewertete Nummer 6 UV-GOÄ abrechnen. Dadurch können Vertragsärzte in der allgemeinen Heilbehandlung 15,66 Euro (ab 1.10.2018: 16,13 Euro) statt 6,71 Euro erhalten.

Neue Formtexte ab Oktober

Im Bereich Dermatologie gibt es ab Oktober zwei neue Formtexte. Hintergrund ist die Behandlung von Hautkrebs als Berufskrankheit, wofür ein ärztlicher Bericht beziehungsweise Nachsorgebericht eingeführt wird.

Zum einen handelt es sich um den Vordruck „F6120 Bericht Hautkrebs BK-Nr. 5103“. Er wird nach der neuen Nummer 135 UV-GOÄ abgerechnet und mit 30 Euro vergütet.

Zudem wird der Vordruck „F6122-5103 Nachsorgebericht Hautkrebs BK-Nr. 5103“ eingeführt. Dieser Bericht wird nach der neuen Nummer 135a UV-GOÄ abgerechnet und mit 50 Euro vergütet.

Insgesamt weniger Formtexte ab Oktober

Zur Entbürokratisierung soll der Wegfall von insgesamt acht Formtexten beitragen, die in der Vergangenheit selten genutzt wurden oder auch zu Abrechnungsproblemen geführt haben (s. unten).

Sollte ein Unfallversicherungsträger aus den Bereichen, in denen Formtexte entfallen sind, einen ausführlichen Befundbericht anfordern, können Ärzte ihn in freier Form erbringen und nach Nummer 118 UV-GOÄ abrechnen. Dies wird dann mit 30,75 Euro vergütet.

Ab 2020 keine Formtexte mehr in Papierform verfügbar

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat angekündigt, dass die Landesverbände ab 1. Januar 2020 keine Formtexte mehr in Papierform zur Verfügung stellen.

Die Formtexte sind dann ausschließlich im PDF-Format verfügbar. Das hat den Vorteil, dass Ärzte weniger Papier in der Praxis vorhalten müssen und ihnen in elektronischer Form immer die jeweils aktuelle Vordruckversion zur Verfügung steht.

Ausfüllbare PDF-Dateien

Voraussichtlich bis Ende des Jahres 2018 werden ausfüllbare PDF-Dateien zur Verfügung gestellt, die von der Internetseite der DGUV abgerufen und direkt ausgefüllt oder in die Praxissoftware übernommen werden können (s. Übersicht).

Die Rechnungsvordrucke F 9990, F 9992 und F 9994 werden ebenfalls nicht mehr gedruckt, da Abrechnungen auch in freier Form (Privatrechnung) erfolgen können.

Ausfüllbare Formtexte im PDF-Format

Diese Formtexte sollen bis Ende 2018 als ausfüllbare PDF-Dateien auf der Internetseite der DGUV zur Verfügung gestellt sein:

› F 1030 – Augenarztbericht
› F 1040 – HNO-Arztbericht
› F 1050 – Ärztliche Unfallmeldung
› F 6000 – Ärztliche Anzeige Verdacht Berufskrankheit
› F 6050 – Erstbericht Hautarzt BK 5101
› F 6052 – Verlaufsbericht Hautarzt

Formtexte auf der Seite der DGUV

Diese Formtexte der DGUV entfallen zum 1. Oktober 2018

Sollte ein Unfallversicherungsträger aus den entsprechenden Bereichen einen ausführlichen Befundbericht anfordern, können Ärzte ihn in freier Form erbringen und nach Nummer 118 UV-GOÄ abrechnen. Dies wird dann mit 30,75 Euro vergütet.

› F1102 Auskunft Kopfverletzung
› F1104 Auskunft Komplikationen Gliedmaßenverletzung
› F1108 Auskunft Verbrennung
› F1114 Ausführliche Auskunft allgemein
› F1116 Ausführliche Auskunft Augen
› F1120 Bericht neurologischer Befund
› F2132 Ausführlicher Bericht Kopfverletzung
› F2134 Ausführlicher Bericht Knie

Ärztliche Behandlung von Unfallverletzten

Jeder Vertragsarzt darf Unfallverletzte nach Arbeitsunfällen oder Wegeunfällen behandeln. Dabei ist zu beachten, dass Unfallverletzte mit isolierten Augenverletzungen oder Hals-, Nasen- und Ohrenverletzungen direkt einem entsprechenden Facharzt vorzustellen sind.

D-Ärzte

Einem Durchgangsarzt (D-Arzt) sind Unfallverletzte immer dann vorzustellen, wenn:

  • die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt, oder
  • die notwendige ärztliche Behandlung voraussichtlich über eine Woche andauert, oder
  • Heil- und Hilfsmittel zu verordnen sind, oder
  • es sich um eine Wiedererkrankung aufgrund von Unfallfolgen handelt.

Vielfach wird der Unfallverletzte nach der ergänzenden durchgangsärztlichen Untersuchung dem vorstellenden Arzt zur weiteren Behandlung zurück überwiesen.

Sofern erforderlich, begleitet der D-Arzt den Heilverlauf an bestimmten Terminen (Nachschau). Werden Heil- und Hilfsmittel erforderlich, kann der D-Arzt diese bei der Nachschau verordnen. (Quelle: DGUV)

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