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Praxisnachrichten

Normenkontrollrat lobt Fortschritte beim Bürokratieabbau

18.10.2018 - Der Bürokratieabbau im Gesundheitswesen geht voran. Das bescheinigte der Nationale Normenkontrollrat den Trägern der Selbstverwaltung in seinem kürzlich vorgestellten Jahresbericht 2018.

Hervorgehoben wird unter anderem die Vereinfachung von Formularen, die zahlreich ausgestellt werden. Voran gehe es auch bei der Digitalisierung von Formularen. Dabei erwähnt wurden insbesondere Laborüberweisungen, die vollständig digital getätigt werden können.

Als Beispiel „für gelungenen Austausch“ mit Fachleuten und Praktikern wird in dem Bericht der „Dialog mit den Trägern der Selbstverwaltung des Gesundheitswesen“ genannt, dessen Ergebnisse dem Gesundheitswesen wie auch den Patienten zugute kommen. So sind gemeinsam vereinbarte Handlungsempfehlungen zum Bürokratieabbau bereits größtenteils umgesetzt. Dazu gehören die Vereinfachung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und der Chroniker-Bescheinigung.

Abbauziel gesetzlich verankern

Trotz dieser Fortschritte ist die Bürokratielast in den Praxen nach wie vor überbordend. Die KBV setzt sich deshalb vehement für die gesetzliche Verankerung eines verbindlichen Abbauziels von 25 Prozent ein. Dies würde jährlich über 13 Millionen Stunden zusätzlich für die Versorgung der Patienten bringen, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel.

Zugleich betonte er, dass beim Bürokratieabbau auch der Gesetzgeber gefragt sei. Dessen Vorgaben würden maßgeblich über den Bürokratieaufwand in den Arztpraxen entscheiden. Dabei verwies Kriedel auf Regelungen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes, die einen Bürokratieaufbau befürchten lassen.

Ärztemonitor: 7,4 Bürokratie-Stunden pro Woche

Die noch zu aufwändige Verwaltungstätigkeit der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bestätigen auch die aktuellen Zahlen des Ärztemonitors 2018, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Danach verbringen Ärzte pro Woche 7,4 Stunden mit Verwaltungstätigkeiten, bei den Psychotherapeuten sind es 7 Stunden.

Mit rund sieben Wochenstunden hat die Verwaltungstätigkeit nach der Patientensprechstunde den größten Anteil an ärztlicher und psychotherapeutischer Arbeitszeit, wie der Ärztemonitor zeigt.

Bürokratieindex 2018 im November

Mit dem Bürokratieindex (BIX) erhebt die KBV seit drei Jahren den aktuellen Stand der Bürokratiebelastung für Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten. Er soll transparent machen, wie sich die Belastung durch Bürokratie in den Praxen entwickelt. Für die Ermittlung des Index wird nur der Anteil an Verwaltungsaufgaben betrachtet, der durch Vorgaben der Selbstverwaltung verursacht wird. Gesetzliche Regelungen fallen nicht darunter. Diese werden durch das Statistische Bundesamt in einem eigenen Index geführt.

Die Ergebnisse des Bürokratieindex werden am 23. November vorgestellt. Im BIX 2017 wandten Ärzte und Psychotherapeuten etwa 54 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr für administrative Pflichten auf.

Online-Forum „Mehr Zeit für Patienten“

Ärzte und Psychotherapeuten, die konkrete Vorschläge für den Bürokratieabbau in der Praxis haben, können diese der KBV über das Online-Forum „Mehr Zeit für Patienten“ mitteilen. Das Online-Forum sammelt Hinweise, wie sich der Verwaltungsaufwand in den Praxen reduzieren lässt und macht sie öffentlich.

Die KBV setzt sich mit den Vorschlägen auseinander und prüft, inwieweit sie umsetzbar sind. Das Portal ist über das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen erreichbar.

Besucher des Online-Forums geben nach der Anmeldung im Sicheren Netz in das Browser-Fenster die Adresse http://buerokratieabbau.kv-safenet.de ein, oder gehen über das Portal ihrer KV und den dort eingestellten Link zum Online-Forum.

Der Normenkontrollrat

Der Normenkontrollrat (NKR) berät seit 2006 als unabhängiges Expertengremium die Bundesregierung. Aufgabe des NKR ist es, Gesetzentwürfe auf ihren Bürokratieaufwand hin zu prüfen. Seine Ergebnisse veröffentlicht das Gremium in einem jährlichen Bericht. Dieses Jahr steht der Bericht unter dem Motto "Deutschland: weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung, bessere Gesetze. Einfach machen!". Darüber hinaus ist der NKR auch auf europäischer Ebene tätig. Er begleitet EU-Initiativen zum Bürokratieabbau und untersucht Transparenz und Folgekosten von EU-Vorschriften.

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