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Praxisnachrichten

Immer mehr Ärzte kooperieren mit Pflegeheimen

01.11.2018 - Niedergelassene Ärzte kümmern sich zunehmend auf Basis von freiwilligen Kooperationsverträgen um Pflegeheimbewohner. Dies zeigen aktuelle Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.

In knapp über einem Jahr ist danach die Zahl der kooperierenden Praxen um fast das Sechsfache angestiegen. Lag die Anzahl der Arztpraxen, die mit stationären Pflegeeinrichtungen einen Kooperationsvertrag abgeschlossen haben, im 3. Quartal 2016 noch bei 737, waren es im 4. Quartal 2017 bereits über 4.300 Praxen.

Für die Analyse hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) die bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten herangezogen.

Erhöhter Aufwand wird vergütet

Den Abschluss von Kooperationsverträgen zwischen Ärzten und Pflegeheimen hatte der Gesetzgeber bereits vor einigen Jahren in Paragraf 119b SGB V vorgesehen. Ziel ist es, die medizinische Versorgung in Pflegeheimen zu verbessern – unter anderem durch Maßnahmen, die eine kooperative und koordinierte ärztliche und pflegerische Versorgung in Heimen fördern.

Um den erhöhten Aufwand zu honorieren, der den Ärzten dabei entsteht, wurden im Juli 2016 neue Gebührenordnungspositionen für die zusätzlichen ärztlichen Kooperations- und Koordinationsleistungen in den EBM aufgenommen (die PraxisNachrichten berichteten).

Haus- und Fachärzte können die Leistungen abrechnen, wenn sie mit einem Pflegeheim einen besonderen Kooperationsvertrag abgeschlossen haben.

Gesetzgeber will Regelung verschärfen

Mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz sollen die Regelungen zur Zusammenarbeit verschärft werden. Kooperationsverträge zwischen Pflegeeinrichtungen und niedergelassenen Ärzten sollen zum „Muss“ werden.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen werden verpflichtet, innerhalb von drei Monaten Verträge zu vermitteln, wenn das Heim keine Kooperationspartner findet. Der Bundestag will das Gesetz am Freitag nächster Woche verabschieden.

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