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Praxisnachrichten

KBV begrüßt Bundesratsinitiative gegen Monopolisierung bei MVZ

29.11.2018 - Vor einem Ausverkauf der Arztpraxen durch renditeorientierte Unternehmen warnt die KBV. „Die zunehmende Monopolisierung bei Medizinischen Versorgungszentren müsse gestoppt werden“, fordert KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Die KBV unterstütze deshalb die Forderung des Bundesrats nach strengeren Regelungen.

„Die Organisation ambulanter ärztlicher Versorgung darf nicht marktbeherrschenden Anbieterstrukturen überlassen werden“, betonte Gassen gegenüber den PraxisNachrichten. Anlass für die Sorge sind Tendenzen zur Bildung konzernartiger Strukturen in der ambulanten Versorgung und von MVZ-Ketten, gefördert von Kapitalinvestoren.

Bundesrat fordert zusätzliche Regelungen im TSVG

In seiner Stellungnahmen zum geplanten Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat der Bundesrat jetzt zusätzliche Regelungen gefordert, „um schädlichen Monopolisierungstendenzen in der vertragsärztlichen Versorgung durch Medizinische Versorgungszentren (MVZ) wirksam zu begegnen“. Zudem sollten Krankenhäuser zukünftig nur noch MVZ gründen dürfen, wenn es fachlich und räumlich zum Leistungsspektrum passe.

Der Bundesrat begründete seinen Vorstoß damit, dass sich in immer mehr Bereichen der ambulanten Versorgung konzernartige Strukturen ausbildeten, „oft in der Hand renditeorientierter Unternehmen“. Bisher getroffene und die im TSVG vorgesehenen weiteren Regelungen reichten nicht aus, um die medizinische Versorgung in MVZ von „patientenschädlichen Fremdeinflüssen“ freizuhalten.

Missbrauch von MVZ

„Wir teilen die Sorge der Bundesländer, dass das Konstrukt der Medizinischen Versorgungszentren zunehmend missbraucht werden könnte“, sagte Gassen. Die Übernahme immer weiterer ambulanter Versorgungsanteile durch Kapitalinvestoren erreiche in manchen Fachgebieten Größenordnungen, die eine gefährliche Konzentration von Versorgungsleistungen in den Händen weniger Investoren mit sich bringe.

Gassen stellte zugleich klar, dass sich die Kritik nicht pauschal gegen MVZ richte. Die Einrichtungen ergänzten das Versorgungsangebot sehr gut und böten gerade jungen Ärzten, die nicht sofort eine eigene Praxis übernehmen wollten, einen Einstieg in die ambulante Versorgung. Auch deshalb müsse verhindert werden, dass Renditevorgaben das ärztliche Tun bestimmten.

Vor einer immer stärker werdenden Ökonomisierung des Gesundheitswesens warnt auch Dr. Stephan Hofmeister. Auf dem Praxisnetzgipfel am Dienstag in Berlin sagte der stellvertretende KBV-Chef, er habe nichts gegen Investitionen, sie seien erforderlich und Basis jeder selbstständigen Arbeit. „Was gefährlich ist, sind regionale Versorgungsoligopole und versorgungsferne Renditeerwartungen“.

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