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Praxisnachrichten

Anpassungen zur Tumordiagnostik und Humangenetik im EBM

13.12.2018 - Für genetische Untersuchungsleistungen im EBM hat der Bewertungsausschuss einige Neuerungen beschlossen.

Die Beurteilungsleistungen sind zukünftig weiter ohne Qualitätssicherungsvereinbarung berechnungsfähig und es wird beispielsweise eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) eingeführt, die im Zusammenhang mit der Indikationsstellung bei bestimmten Lungenkarzinomen abgerechnet werden kann.

Tumordiagnostik: neue Leistung ab Januar

Konkret geht es um den spezifischen Mutationsnachweis unter Verwendung zirkulierender Tumor-DNA bei Anwendung des Wirkstoffs Osimertinib (Tagrisso®) bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom.

Die Anwendung von Osimertinib (Tagrisso®) setzt den Nachweis einer bestimmten Mutation im Tumorgewebe voraus. Diese kann bei fehlender Gewebeprobe zukünftig auch anhand einer Flüssigbiopsie (Untersuchung von freier DNA im Plasma) erfolgen.

Für diese Leistung wird zum 1. Januar die GOP 19461 in den EBM-Abschnitt 19.4.4 eingeführt. Sie ist mit 3934 Punkten (425,76 Euro) bewertet und wird extrabudgetär vergütet.

Ärzte können die GOP 19461 bis zu zweimal im Krankheitsfall berechnen, wenn ein nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom histologisch nachgewiesen ist, aber nicht mehr genügend Tumorgewebe als Untersuchungsmaterial zur Verfügung steht oder nicht gewonnen werden kann.

Humangenetik: Anpassungen ab April 2019

Ab 1. April 2019 werden die humangenetischen Beurteilungsleistungen gemäß den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Mutterschaftsvorsorge, der Empfängnisregelung und der künstlichen Befruchtung in der Struktur sowie der Bewertung den kurativen GOP angepasst.

So werden die humangenetischen Beurteilungsleistungen nach den Mutterschafts-Richtlinien des G-BA nach der Schwere der Erkrankung differenziert.

Liegt in einer weiterführenden Untersuchung (sonographische Diagnostik, Untersuchung von Nabelschnurblut, Fruchtwasser und/oder Chorionzotten- oder Plazentagewebe) ein Hinweis auf eine genetisch bedingte Erkrankung des Fötus vor, kann künftig der höher bewertete Zuschlag 01796 zur Grundleistung GOP 01794 bis zu neunmal im Krankheitsfall berechnet werden.

Liegt kein Hinweis auf eine genetisch bedingte Erkrankung aus einer weiterführenden Untersuchung vor, kann der geringer bewertete Zuschlag GOP 01795 abgerechnet werden und zwar bis zu dreimal im Krankheitsfall.

Weitere Anpassung zur vorgeburtlichen Diagnostik

Eine weitere Anpassung im Bereich Humangenetik betrifft die vorgeburtliche Diagnostik. Hier hat der Bewertungsausschuss festgelegt, dass die durchgeführten Untersuchungen je Fötus und Mutter gesondert zu kennzeichnen und berechnungsfähig sind. Mit dieser Regelung sollen Mehrlingsschwangerschaften berücksichtigt werden.

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