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Praxisnachrichten

Höhere Pauschale für Mehraufwand bei häuslicher Krankenpflege

13.12.2018 - Die hausärztliche Versichertenpauschale für Patienten ab dem
76. Lebensjahr wird zum 1. Januar um einen Punkt angehoben. Das hat der Bewertungsausschuss am Mittwoch beschlossen. Hintergrund sind Neuerungen bei der Verordnung häuslicher Krankenpflege.

Neuerungen bei der häuslichen Krankenpflege

Die Verordnungsmöglichkeiten für häusliche Krankenpflege wurden in letzter Zeit mehrmals erweitert. Durch einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses kamen die Unterstützungspflege und eine Erweiterung bei der Kompressionstherapie hinzu (die Praxisnachrichten berichteten). Aufgrund dessen ist mit einem Anstieg der Verordnungen zu rechnen.

Erhöhung der Versichertenpauschale

Um dies im EBM abzubilden, wird die Versichertenpauschale 03000 in der Altersklasse ab dem 76. Lebensjahr um einen Punkt auf 211 Punkte (22,84 Euro) angehoben und zwar für alle Behandlungsfälle, egal ob häusliche Krankenpflege verordnet wurde oder nicht. Zur Finanzierung wird die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) entsprechend erhöht.

Die Versichertenpauschale der Hausärzte enthält bereits jetzt den Aufwand für das Ausstellen der Verordnung. Die Gebührenordnungsposition (GOP) 01420 für die Prüfung der Notwendigkeit und Koordination der häuslichen Krankenpflege wurde vor zehn Jahren in die Pauschale integriert.

Fachärzte rechnen weiter GOP 01420 ab

Für den fachärztlichen Bereich hat der Bewertungsausschuss festgelegt, die Verordnungsentwicklung zu prüfen und dann über eine Anpassung zu entscheiden. Fachärzte rechnen die Verordnung häuslicher Krankenpflege weiterhin mit der GOP 01420 ab.

Unterstützungspflege und Kompressionstherapie als häusliche Krankenpflege

Durch Unterstützungspflege können Patienten mit schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung erhalten, soweit keine Pflegebedürftigkeit vorliegt. Vertragsärzte dürfen sie seit April 2018 als häusliche Krankenpflege verordnen.

Außerdem können Ärzte seit April 2018 das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen bereits ab Kompressionsklasse I als häusliche Krankenpflege verordnen (früher erst ab Klasse II). Damit sollen Patienten berücksichtigt werden, die beispielsweise in ihrer Motorik, Geschicklichkeit, Kraft und Beweglichkeit erheblich eingeschränkt sind.

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