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Praxisnachrichten

Neue Kostenpauschale für orale Chemotherapie

13.12.2018 - Die Onkologie-Vereinbarung wird zu Jahresbeginn angepasst. Zum Leistungsspektrum gehören dann auch orale Chemotherapien. Neu ist ferner, dass in den onkologischen Kooperationsgemeinschaften ein Arzt mit der Zusatzweiterbildung Palliativmedizin vertreten sein muss.

Auf die Änderungen haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband verständigt. Damit soll die qualifizierte ambulante Versorgung von onkologischen Patienten weiter verbessert werden.

Kostenpauschale 86520

Ärzte, die an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmen, rechnen die orale zytostatische Tumortherapie ab 1. Januar mit der neuen Kostenpauschale 86520 ab. Die Bewertung beträgt 50 Prozent der Kostenpauschale 86516 für die intravenöse Gabe der Chemotherapie und wird KV-spezifisch festgelegt. Ob die Höhe angemessen ist, soll bis Mitte 2020 überprüft werden.

Für die Abrechnung der neuen Kostenpauschale ist es erforderlich, dass die Ärzte die verwendeten Medikamente angeben. Rein hormonell beziehungsweise rein antihormonell wirkende Substanzen (ATC-Klasse L02-Endokrine Therapie) fallen nicht unter die neue Regelung; die Kostenpauschale 86520 ist in diesen Fällen nicht berechnungsfähig.

Zusatzweiterbildung Palliativmedizin Pflicht

Darüber hinaus haben KBV und GKV-Spitzenverband festgelegt, dass ab 1. Januar ein Arzt mit der Zusatzweiterbildung Palliativmedizin verpflichtend in der onkologischen Kooperationsgemeinschaft vertreten sein muss. Dies war bereits seit Jahren beabsichtigt.

Ärzte, die bereits vor dem 31. Dezember 2018 eine Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung erhalten haben, müssen den kooperierenden palliativmedizinischen Arzt spätestens bis 28. Februar 2019 an ihre Kassenärztliche Vereinigung melden.

Befristung für 86518 aufgehoben

Außerdem verständigten sich die Vertragspartner darauf, dass die Kostenpauschale 86518 für die Palliativversorgung auch nach erfolgter Operation ab Januar weiterhin berechnungsfähig ist. Die zum Jahresende auslaufende Befristung wird aufgehoben.

Qualifizierte Behandlung krebskranker Patienten

Ziel der 2009 geschlossenen Onkologie-Vereinbarung ist die Förderung einer qualifizierten ambulanten Behandlung krebskranker Patienten in der vertragsärztlichen Versorgung. In der Vereinbarung sind Regelungen getroffen, die die erhöhten zeitlichen, finanziellen und insbesondere personellen Belastungen der teilnehmenden onkologisch qualifizierten Ärzte berücksichtigen.

Voraussetzung für die Teilnahme des Arztes an der Onkologie-Vereinbarung ist eine Genehmigung der jeweiligen KV. Dazu muss ein Nachweis über die Qualifikationen und Anforderungen vorliegen, die in der Vereinbarung gefordert werden.

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