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Praxisnachrichten

Vierter Konnektor zugelassen

13.12.2018 - Ein weiterer Konnektor hat die Zulassung für die Telematikinfrastruktur erhalten. Damit sollte es nun für alle Arzt- und Psychotherapeutenpraxen möglich sein, sich an die TI anbinden zu lassen.

Der Konnektor der Firma secunet Security Networks AG wurde Mitte Dezember von der für den Aufbau und den Betrieb der Telematikinfrastruktur (TI) zuständigen Gesellschaft gematik zugelassen. Damit haben nun alle vier Konnektormodelle, die das Zulassungsverfahren der gematik begonnen haben, nachgewiesen, dass sie für die Anbindung der Praxen geeignet sind. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich nun jede Praxis an die TI anschließen lassen kann.

Neben secunet haben bereits die KoCo Connector GmbH, T-Systems und die Research Industrial Systems Engineering (RISE) GmbH Konnektoren auf den Markt gebracht.

Sichere Kommunikation

Der Konnektor ist eine der notwendigen Komponenten, um eine Praxis mit der TI zu verbinden und das verpflichtende Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchzuführen. Er stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) zur TI her und ermöglicht so eine Kommunikation unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom Internet. Der Konnektor ist mit den stationären Kartenterminals der Praxis sowie dem Praxisverwaltungssystem (PVS) per Netzwerk verbunden und soll die Praxis auch vor Angriffen aus dem Internet schützen.

Kontakt zum PVS-Hersteller aufnehmen

Die Konnektoren-Hersteller arbeiten mit verschiedenen PVS-Anbietern zusammen. Praxen, die bisher noch nicht an die TI angebunden sind, sollten deshalb zunächst mit ihrem PVS-Anbieter Kontakt aufnehmen und nach einem Vorschlag für den TI-Anschluss fragen. Meist wird ihnen dort ein Paket („Bundle“) mit allen notwendigen Komponenten angeboten. Dabei sollte der Preis von den Erstattungspauschalen zur TI gedeckt sein.

Konnektor über Erstausstattungspauschale finanziert

Die Kosten für den Konnektor sind in der sogenannten Erstausstattungspauschale für die TI enthalten. Diese beträgt 1.982 Euro (seit dem vierten Quartal 2018). Darin enthalten sind auch die Kosten für ein stationäres E-Health-Kartenterminal. Für größere Praxen, die Anspruch auf zwei oder drei Kartenterminals haben, erhöht sich die Erstausstattungspauschale pro Gerät um 435 Euro. Hinzu kommt ein sogenannter Komplexitätszuschlag in Höhe von 230 beziehungsweise 460 Euro für Praxen mit zwei beziehungsweise drei Kartenterminals.

Pflicht zum VSDM

Nach dem E-Health-Gesetz sind alle Praxen verpflichtet, beim Einlesen der Gesundheitskarten die Versichertendaten zu überprüfen. Voraussetzung für das VSDM  ist der Anschluss an die TI. Ohne VSDM wird Vertragsärzten das Honorar um ein Prozent gekürzt.

Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll, hat der Bundestag einen Antrag auf den Weg gebracht, der Praxen mehr Zeit zur TI-Anbindung geben soll. Laut Antrag sollen bis zum 30. Juni 2019 keine Honorarkürzungen erfolgen. Ärzte und Psychotherapeuten müssen die notwendigen Komponenten für den Anschluss an die TI allerdings bis spätestens 31. März nächsten Jahres verbindlich bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen.

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