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Praxisnachrichten

Neue GOP zur Beratung von Heimbewohnern bei der Versorgungsplanung

20.12.2018 - Pflegeheime können ihren Bewohnern eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten. Der Bewertungsausschuss hat deshalb eine neue Leistung in den EBM aufgenommen. Ärzte können sie ab Januar abrechnen, wenn sie in die Beratung einbezogen werden.

Bei der gesundheitlichen Versorgungsplanung geht es darum, dass die meist älteren Heimbewohner mit entsprechend qualifizierten Beratern der Pflegeheime oder der Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung Vorstellungen über die Art, das Ausmaß und die Intensität von pflegerischen und medizinischen Maßnahmen in der letzten Lebensphase und während des Sterbeprozesses entwickeln und mitteilen.

Es sollen auch mögliche Notfallsituationen besprochen sowie Vorsorgeinstrumente wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht thematisiert und verfasst werden.

Fallbesprechungen zu medizinischen Fragestellungen

Die Versorgungsplanung übernimmt ein Berater, den die Einrichtung bestimmt. Dieser tauscht sich mit dem behandelnden Arzt aus. Sollte aufgrund der Komplexität der medizinischen Fragestellungen eine persönliche Beteiligung des Arztes innerhalb des Beratungsprozesses erforderlich sein, erfolgt eine Fallbesprechung. An der können auch Angehörige des Versicherten teilnehmen.

GOP 37400 für die Mitbetreuung

Für die Beteiligung an der Beratung erhalten Ärzte ab Januar eine Vergütung. Die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 37400 ist mit 100 Punkten (10,82 Euro) bewertet und kann einmal im Behandlungsfall (Quartal) abgerechnet werden. Die Leistung wird vorerst für zwei Jahre extrabudgetär bezahlt.

Gesetzlich verankert

Die Möglichkeit zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist im SGB V (Paragraf 132g) verankert. Danach können nicht nur stationäre Pflegeheime, sondern auch Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung ihren Bewohnern ein solches Angebot unterbreiten.

Die Finanzierung erfolgt für gesetzlich Versicherte über die Krankenkasse. Die Inanspruchnahme durch die Versicherten in diesen Einrichtungen ist freiwillig.

Das Nähere über die Inhalte und Anforderungen der Versorgungsplanung regelt eine Vereinbarung, die der GKV-Spitzenverband mit den Vereinigungen der Träger der vollstationären Pflegeeinrichtungen und der Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung getroffen hat. Sie bildet die Grundlage für die Berechnungsfähigkeit der neuen GOP 37400.

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