Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 

Praxisnachrichten

Bewertungsausschuss beschließt erneut Veränderungsraten für 2019

20.12.2018 - Der Bewertungsausschuss hat die Veränderungsraten für die Anpassung des morbiditätsbedingten Behandlungsbedarfs als Empfehlungen für die regionalen Gesamtvertragspartner im kommenden Jahr neu beschlossen.

Anlass dafür war die Beanstandung des Bundesgesundheits¬ministeriums (BMG) von zwei Beschlüssen des Bewertungsausschusses. Diese betrafen sowohl den Beschluss zum Klassifikationsmodell als auch den Beschluss zu den damit berechneten Veränderungsarten.

BMG beanstandet Klassifikationsmodell

Am 19. Oktober teilte das BMG mit, dass das Klassifikations¬modell, mit dem die Veränderungsraten berechnet werden, beanstandet wird und folglich auch die damit berechneten Raten. Das Berechnungsmodell für die Veränderungsraten war zuvor strittig und wurde erst im August durch den Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen.

Kernpunkt dieses Beschlusses: Erstmals sah das Berechnungsverfahren vor, die diagnosebezogenen Veränderungs¬raten aufgrund von außergewöhnlichen Prävalenzänderungen von Diagnosen in einigen KV-Bereichen anzupassen. Aus Sicht des BMG wurde damit jedoch zu stark in die regionale Verhandlungshoheit eingegriffen.

Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben gegen den Bescheid Klage eingereicht. Da die Klage keine aufschiebende Wirkung hat, musste der Bewertungsausschuss das Klassifikationsmodell und somit auch die diagnose- und demographiebezogenen Raten je Kassenärztlicher Vereinigung (KV) erneut beschließen.

Raten nach Neuberechnung fast unverändert

Während die demographiebezogenen Raten gänzlich unverändert sind, haben sich die diagnosebezogenen Raten durch die Neuberechnung nur ganz leicht erhöht. Grund dafür ist, dass außergewöhnliche Prävalenzsteigerungen bei der Berechnung nunmehr unberücksichtigt bleiben und deren Prüfung und Bewertung den Gesamtvertragspartnern – also den regionalen KVen und Krankenkassen – überlassen sind.

Bei der gewichteten Zusammenfassung von diagnose- und demographiebezogener Raten zu je 50 Prozent erhöht sich die Gesamtvergütung im kommenden Jahr um gut 70 Millionen Euro. Im Rahmen der Honorarverhandlungen Ende August hatten sich KBV und GKV-Spitzenverband zudem auf eine Anhebung des Orientierungswertes um 1,58 Prozent auf 10,8226 Cent geeinigt. Dies entspricht einem Honorarplus von 550 Millionen Euro.

Mehr zum Thema

zu den PraxisNachrichten