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Praxisnachrichten

Im Überblick: Neuerungen und Änderungen 2019

10.01.2019 - Mit dem neuen Jahr gehen auch einige Veränderungen für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten einher. Wesentliche Neuerungen hat das Redaktionsteam der PraxisNachrichten zusammengestellt.

Die Übersicht fasst vor allem Änderungen und Neuerungen zusammen, über die im vergangenen Jahr in den PraxisNachrichten berichtet wurde. Die Liste stellt insofern nur eine Auswahl dar.

Abrechnung und Honorar

Orientierungswert um 1,58 Prozent gestiegen

Seit 1. Januar

Der Orientierungswert wurde zum 1. Januar auf 10,8226 Cent angehoben (bisher: 10,6543 Cent). Damit steigt die Vergütung für alle ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen um rund 1,58 Prozent. Das bedeutet etwa 550 Millionen Euro mehr für die Versorgung gesetzlich krankenversicherter Patienten.

Voraussichtlich weitere rund 70 Millionen Euro mehr müssen die Krankenkassen in diesem Jahr bereitstellen, um den wachsenden Behandlungsbedarf ihrer Versicherten zu finanzieren.

Über die genaue Höhe verhandeln die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die regionalen Krankenkassen vor Ort. Der Bewertungsausschuss hatte dazu als Empfehlung für jeden KV-Bereich eine diagnose- und eine demographiebezogene Veränderungsrate beschlossen.

Dieser Beschluss war wegen der spezifischen Berücksichtigung von außergewöhnlichen Prävalenzänderungen vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) zunächst beanstandet worden und musste deshalb im Dezember neu beschlossen werden.

Die Beanstandung des BMG lässt der Bewertungsausschuss gerichtlich prüfen.

PraxisNachrichten: Bewertungsausschuss beschließt erneut Veränderungsraten für 2019 (20.12.2018)
PraxisNachrichten: Honorarverhandlungen: Vergütung steigt um 620 Millionen Euro (23.08.2018)

EBM-Weiterentwicklung geht in die letzte Runde

Bis Ende September wollen KBV und GKV-Spitzenverband die Arbeiten zur Weiterentwicklung des EBM abschließen. Die Änderungen sollen zum 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Der Zeitplan musste mehrfach verschoben werden; zuletzt wegen Vorgaben aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz, das voraussichtlich Ende März in Kraft treten wird. Unter anderem wird der Bewertungsausschuss darin aufgefordert, die Bewertung technischer Leistungen zu überprüfen.

PraxisNachrichten vom 29.11.2018

Neue GOP zur Beratung von Heimbewohnern bei der Versorgungsplanung

Seit 1. Januar

Pflegeheime können ihren Bewohnern eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten. Seit Januar gibt es dafür eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) im EBM: Ärzte können die GOP 37400 abrechnen, wenn der vom Heim bestimmte Berater sie konsultiert oder zur Beratung hinzuzieht.

Die GOP ist mit 100 Punkten (10,82 Euro) bewertet und kann einmal im Behandlungsfall (Quartal) abgerechnet werden. Sie kann im Behandlungsfall neben anderen palliativmedizinischen GOP berechnet werden. Die Leistung wird vorerst für zwei Jahre extrabudgetär bezahlt.

Die Möglichkeit zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist im SGB V (§ 132g) verankert. Das Nähere über die Inhalte und Anforderungen der Versorgungsplanung regelt eine Vereinbarung, die der GKV-Spitzenverband gemeinsam mit den Vereinigungen der Träger der vollstationären Pflegeeinrichtungen und der Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung getroffen hat. Sie bildet die Grundlage für die Berechnungsfähigkeit der neuen GOP 37400.

PraxisNachrichten vom 20.12.2018

Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen und Uro‐Genital‐Sonographie sind am selben Tag berechnungsfähig

Seit 1. Januar

Vertragsärzte dürfen seit Jahresbeginn das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen und eine Uro‐Genital‐Sonographie am selben Behandlungstag durchführen und abrechnen. Dadurch müssen Patienten nicht zweimal in die Praxis einbestellt werden.

In einem solchen Fall wird die Uro‐Genital‐Sonographie etwas niedriger honoriert: Die GOP 33043 ist dann mit 79 Punkten bewertet (regulär 87). Hintergrund ist, dass sich die Untersuchung direkt an das Screening anschließt und Wechselzeiten entfallen. Das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen (GOP 01748) wird unverändert mit 148 Punkten bewertet (15,77 Euro, ab 2019 16,01 Euro) und extrabudgetär vergütet.

PraxisNachrichten vom 20.12.2018

Neue Leistung zur Untersuchung von Patienten mit Lungenkarzinom

Seit 1. Januar

Zum 1. Januar wurde eine Gebührenordnungsposition in den EBM eingeführt, die in besonderen Fällen im Zusammenhang mit der Indikationsstellung einer Arzneimitteltherapie abgerechnet werden kann. Konkret geht es um den spezifischen Mutationsnachweis unter Verwendung zirkulierender Tumor-DNA bei Anwendung des Wirkstoffs Osimertinib (Tagrisso®) bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom.

Die Anwendung von Osimertinib (Tagrisso®) setzt den Nachweis einer bestimmten Mutation im Tumorgewebe voraus. Diese kann bei fehlender Gewebeprobe auch anhand einer Flüssigbiopsie (Untersuchung von freier DNA im Plasma) erfolgen. Für diese Leistung wurde zum 1. Januar die Gebührenordnungsposition (GOP) 19461 in den EBM-Abschnitt 19.4.4 eingeführt. Sie ist mit 3.934 Punkten (425,76 Euro) bewertet und wird extrabudgetär vergütet.

Ärzte können die GOP 19461 bis zu zweimal im Krankheitsfall berechnen, wenn ein nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom histologisch nachgewiesen ist, aber nicht mehr genügend Tumorgewebe als Untersuchungsmaterial für den Mutationsnachweis zur Verfügung steht oder nicht gewonnen werden kann.

PraxisNachrichten vom 13.12.2018

Höhere Pauschale für Mehraufwand bei häuslicher Krankenpflege

Seit 1. Januar

Die hausärztliche Versichertenpauschale für Patienten ab dem 76. Lebensjahr ist zum 1. Januar um einen Punkt angehoben worden. Sie ist jetzt mit 211 Punkten bewertet (22,84 Euro).

Die Pauschale enthält auch den Aufwand für die Verordnung häuslicher Krankenpflege. Da hier aufgrund einiger Neuerungen mit einem Verordnungsanstieg gerechnet wird, hat der Bewertungsausschuss die Pauschale erhöht. Der neue Punktwert gilt für alle Behandlungsfälle von Patienten ab dem 76. Lebensjahr, egal ob häusliche Krankenpflege verordnet wurde oder nicht.

Für den fachärztlichen Bereich hat der Bewertungsausschuss festgelegt, die Verordnungsentwicklung zu prüfen und dann über eine Anpassung zu entscheiden. Fachärzte rechnen die Verordnung häuslicher Krankenpflege mit der GOP 01420 ab.

PraxisNachrichten vom 13.12.2018

Stoßwellentherapie beim Fersensporn jetzt Kassenleistung

Seit 1. Januar

Patienten mit Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris können seit Jahresbeginn mit der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) ambulant behandelt werden. Zur Abrechnung der Behandlungsmethode wurde die Gebührenordnungsposition (GOP) 30440 neu in den EBM aufgenommen. Sie ist mit 247 Punkten (26,73 Euro) bewertet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte im April 2018 beschlossen, die ESWT zur Behandlung des Fersenschmerzes bei Fasciitis plantaris in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen. Nach dem Beschluss dürfen nur Fachärzte für Orthopädie, Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin die Behandlung durchführen. Die neue GOP 30440 kann dabei pro Krankheitsfall für jeden betroffenen Fuß bis zu dreimal abgerechnet werden – in maximal zwei aufeinanderfolgenden Quartalen.

Patienten, die eine Stoßwellentherapie erhalten, müssen durch den Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris bereits seit mindestens sechs Monaten in ihrer gewohnten körperlichen Aktivität einschränkt sein. Während dieser Zeit müssen unterschiedliche konservative Therapieansätze sowie Maßnahmen wie Dehnübungen und Schuheinlagen über einen ausreichenden Zeitraum ohne relevante Beschwerdebesserung angewandt worden sein. Erst dann darf eine ESWT als zusätzliche Maßnahme erfolgen.

PraxisNachrichten vom 13.12.2018

Knochendichtemessung wird besser honoriert

Seit 1. Januar

Für osteodensitometrische Untersuchungen erhalten Ärzte seit Januar mehr Geld. Die Bewertung im EBM wurde entsprechend angepasst: Die Punktzahl der Gebührenordnungspositionen 34600 und 34601 beträgt jetzt 268 Punkte (29 Euro) statt bisher 161 Punkte (rund 17 Euro).

PraxisNachrichten vom 13.12.2018

Neue Kostenpauschale für orale Chemotherapie

Seit 1. Januar

Seit dem 1. Januar gehören zum Leistungsspektrum der Onkologie-Vereinbarung auch orale Chemotherapien. Ärzte, die an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmen, rechnen die orale zytostatische Tumortherapie mit der neuen Kostenpauschale 86520 ab. Die Bewertung beträgt 50 Prozent der Kostenpauschale 86516 für die intravenöse Gabe der Chemotherapie und wird KV-spezifisch festgelegt.

Neu ist ferner, dass in den onkologischen Kooperationsgemeinschaften ein Arzt mit der Zusatzweiterbildung Palliativmedizin verpflichtend vertreten sein muss. Ärzte, die bereits vor dem 31. Dezember 2018 eine Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung erhalten haben, müssen den kooperierenden palliativmedizinischen Arzt spätestens bis 28. Februar 2019 an ihre Kassenärztliche Vereinigung melden.

PraxisNachrichten vom 13.12.2018

Höhere Sozialpsychiatrie-Pauschale

Seit 1. Januar

Die teamübergreifende sozialpsychiatrische Behandlung von Kindern und Jugendlichen wird seit Jahresbeginn besser vergütet. Die sogenannte Sozialpsychiatrie-Pauschale, die Ärzte insbesondere zur Deckung ihrer überdurchschnittlich hohen Personalkosten erhalten, wurde von 163 Euro auf 186 Euro je Behandlungsfall angehoben.

Es ist die erste Anhebung der Vergütung seit der bundeseinheitlichen Festlegung der Pauschalen im Jahr 2009. Die Krankenkassen hatten es immer wieder abgelehnt, die Pauschale den steigenden Kosten anzupassen. Die jetzt erfolgte Erhöhung kam unter Moderation des Bundesschiedsamtes zustande.

Die KBV konnte dabei ferner durchsetzen, dass ab sofort jährlich überprüft werden soll, ob eine Anpassung der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung und damit auch der Vergütung erforderlich ist.

PraxisNachrichten vom 05.07.2018

Samstagszuschlag auch für Radiologen und Strahlentherapeuten

Seit 1. Januar

Auch Radiologen und Strahlentherapeuten erhalten seit Jahresanfang einen Zuschlag, wenn sie an Samstagen zwischen 7 und 14 Uhr Patienten behandeln. Vorher konnten sie an Samstagen nur ihre Behandlungsleistungen abrechnen, nicht aber den Samstagszuschlag nach der Gebührenordnungsposition 01102 wie andere Ärzte und Psychotherapeuten. Der Zuschlag ist mit 101 Punkten bewertet (10,76 Euro).

PraxisNachrichten vom 20.12.2018

ICD-10-GM: Version für 2019 veröffentlicht

Seit 1. Januar

Die Grundlage für die Kodierung der Behandlungsdiagnosen in der vertragsärztlichen Versorgung ist aktualisiert worden. Die aktuell gültige Version 2019 der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme 10. Revision – German Modification (ICD-10-GM) trat zum 1. Januar in Kraft und ist in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt.

Die vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information herausgegebene Version für 2019 enthält einige neue ICD-10-Kodes. Zudem wurden durch die Aktualisierung auch redaktionelle Anpassungen, Klarstellungen und Streichungen vorgenommen.

Grundlage für die Überarbeitung der ICD-10-GM waren Änderungen in den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie weitere Vorschläge von Fachgesellschaften, Berufsverbänden, Krankenhäusern und Krankenkassen zur Optimierung der ICD-10-GM.

Die KBV hat in einer Präsentation einzelne wichtige Änderungen der Version 2019 gegenüber der Vorjahresversion zusammengestellt. Sie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Aktuelle EBM-Version online nutzen

Seit 1. Januar

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab für das erste Quartal 2019 kann auf der Website der KBV als praktische Online-Version mit Suchfunktion abgerufen werden.

Nutzer können sich die aktuelle Version außerdem als PDF-Dokument herunterladen – entweder als Gesamtfassung oder für einzelne Arztgruppen. Der EBM kann darüber hinaus mobil über die App „KBV2GO!“ und im Sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen genutzt werden.

Einheitlicher Bewertungsmaßstab
Informationen und Download-Link zur App „KBV2GO!“

Anhang 2 wird zum 1. April angepasst

Ab 1. April

Der Anhang 2 zum EBM wird zum 1. April an die Version 2019 des Operationen- und Prozedurenschlüssels des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information angepasst. Bis dahin gilt die Version 2018 des Anhangs 2 weiter.

Die Umstellung auf die Version 2019 erfolgt erneut erst mit dem zweiten Quartal, da zunächst die Softwarehäuser die aktuelle Fassung des Anhangs 2 des EBM in die Praxisverwaltungssysteme integrieren und die Kassenärztlichen Vereinigungen ihre Abrechnungssoftware anpassen müssen.

Anhang 2 zum EBM

Anpassungen bei humangenetischer Beurteilung sowie Klarstellung bei vorgeburtlicher Diagnostik

Ab 1. April

Ab April werden die humangenetischen Beurteilungsleistungen nach den Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses nach der Schwere der Erkrankung differenziert. Liegt in einer weiterführenden Untersuchung ein Hinweis auf eine genetisch bedingte Erkrankung des Fötus vor, kann der höher bewertete Zuschlag 01796 zur Grundleistung GOP 01794 bis zu neunmal im Krankheitsfall berechnet werden. Liegt kein Hinweis vor, rechnen Ärzte die GOP 01795 ab. Dieser Zuschlag kann bis zu dreimal im Krankheitsfall berechnet werden.

Eine weitere Anpassung im Bereich Humangenetik betrifft die vorgeburtliche Diagnostik. Hier hat der Bewertungsausschuss klargestellt, dass bei Fötus und Mutter notwendige Untersuchungen zu kennzeichnen und gesondert berechnungsfähig sind.

PraxisNachrichten vom 13.12.2018

Demnächst neue Behandlungsmethode für Keratokonus-Patienten

Für Patienten mit der Augenerkrankung Keratokonus steht künftig die Hornhautvernetzung als neue Behandlungsoption zur Verfügung. Sie darf bei Patienten mit Keratokonus und subjektiver Sehverschlechterung angewendet werden, sobald ein Fortschreiten der Erkrankung diagnostiziert wurde.

Eine Progredienz liegt dann vor, wenn innerhalb von zwölf Monaten entweder die maximale Hornhautbrechkraft um ≥ 1 Dioptrie oder der (durch subjektive Refraktion bestimmte) Astigmatismus um ≥ 1 Dioptrie zugenommen hat, oder eine Abnahme der Basiskurve der bestsitzenden Kontaktlinse um ≥ 0,1 Millimeter festgestellt wurde.

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Aufnahme des Therapieverfahrens in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ist am 12. Oktober 2018 in Kraft getreten. Der Bewertungsausschuss legt anschließend innerhalb von sechs Monaten die Vergütung fest. Erst dann haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf diese neue Leistung.

PraxisNachrichten vom 02.08.2018

Demnächst neue Leistung: Teilentfernung vergrößerter Gaumenmandeln

Niedergelassene Fachärzte für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde können eine Tonsillotomie bei Hyperplasie der Tonsillen künftig auch im Rahmen des Kollektivvertrags durchführen. Die operative Teilentfernung vergrößerter Gaumenmandeln kann bei Patienten ab dem vollendeten ersten Lebensjahr durchgeführt werden, bei denen die Hyperplasie eine symptomatische, klinisch relevante Beeinträchtigung darstellt und eine konservative Behandlung nicht ausreicht.

Für die ambulante Durchführung der Tonsillotomie wird eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung ambulantes Operieren benötigt.

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Aufnahme der Behandlungsmethode in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ist am 14. Dezember 2018 in Kraft getreten. Der Bewertungsausschuss legt innerhalb von sechs Monaten die Vergütung fest. Erst dann haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf diese neue Leistung.

PraxisNachrichten vom 27.09.2018

Demnächst neue Leistung: Optische Kohärenztomographie

Niedergelassene Augenärzte können künftig die optische Kohärenztomographie (OCT) bei Patienten mit einer neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration oder mit einem Makulaödem im Zusammenhang mit einer diabetischen Retinopathie ambulant einsetzen.

Das nicht invasive Verfahren bietet die Möglichkeit, Netzhautstrukturen hochauflösend abzubilden. Pathologische Veränderungen können somit erkannt werden, bevor diese sich in einer Sehverschlechterung messen lassen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 20. Dezember 2018 die Aufnahme der Leistung sowie die Details zu Einsatzmöglichkeiten und Anforderungen in der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung festgelegt. Der Beschluss wird nun zunächst vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft, das hierfür zwei Monate Zeit hat. Der Bewertungsausschuss legt anschließend innerhalb von sechs Monaten die Vergütung fest. Erst dann haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf diese neue Leistung.

PraxisNachrichten vom 20.12.2018

Einsatz von PET/CT erweitert

Die Positronenemissionstomographie in Verbindung mit einer Computertomographie, kurz PET/CT, kommt bei immer mehr Indikationen zum Einsatz. Vertragsärzte können das bildgebende Untersuchungsverfahren jetzt auch bei Patienten einsetzen, die an einem Hodgkin-Lymphom im fortgeschrittenen Stadium leiden, sowie künftig auch im Rahmen des initialen Stagings eines Hodgkin-Lymphoms. Ein weiteres neues Anwendungsgebiet sind maligne Lymphome bei Kindern und Jugendlichen.

Dass bei diesen Indikationen eine PET/CT zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgen darf, hat der Gemeinsame Bundesausschuss im vergangenen Jahr beschlossen. Vertragsärzte können den Einsatz von PET/CT mit den Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 34. 7 EBM abrechnen. Dafür benötigen sie eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung für PET/CT.

Hinweis: Vertragsärzte, die eine Genehmigung für PET/CT beantragen möchten, wenden sich an ihre Kassenärztliche Vereinigung. Welche Anforderungen sie nachweisen müssen, steht in der Qualitätssicherungsvereinbarung PET, PET/CT. Die aktuelle Fassung enthält bereits die Anforderungen bei zwei der genannten neuen Anwendungsgebiete, das initiale Staging bei Hodgkin-Lymphomen soll in Kürze berücksichtigt werden.

PraxisNachrichten: Hodgkin-Lymphome: PET/CT künftig auch zum initialen Staging (25.10.2018)
PraxisNachrichten: PET/CT: Künftig auch bei bestimmten malignen Lymphomen (31.05.2018)

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung

Hauttumoren werden neue ASV-Leistung

Das Versorgungsangebot in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) wird dieses Jahr weiter wachsen. So können demnächst Patienten mit Hauttumoren und mit primär kutanen Lymphomen in der ASV behandelt werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dazu im Dezember die Details festgelegt. Sobald der Beschluss in Kraft tritt, können interessierte Ärzte ihre Teilnahme als ASV-Team beim erweiterten Landesausschuss anzeigen.

Der G-BA bereitet derzeit die Hämophilie als nächste Erkrankung für die ASV vor. Die Beratungen dazu werden voraussichtlich im Frühjahr abgeschlossen. Des Weiteren werden 2019 die Beratungen zu den ASV-Indikationen Sarkoidose sowie Tumoren der Lunge und des Thorax aufgenommen.

PraxisNachrichten vom 20.12.2018
Themenseite ASV

Neue GOP für Transition

Seit 1. Januar

Für die Abrechnung der Transition von Rheumapatienten in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) gibt es seit 1. Januar zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) im EBM-Abschnitt 50.4:

  • GOP 50400 (Bewertung: 110 Punkte / 11,71 Euro): Kinder-Rheumatologen rechnen die Leistung ab, wenn sie Patienten aus ihrem ASV-Team in die Erwachsenenversorgung überleiten. Teil der Leistung ist die Dokumentation der Gesprächsergebnisse in einem ausführlichen schriftlichen Abschlussbericht.
  • GOP 50401 (Bewertung: 90 Punkte / 9,58 Euro): Diese Leistung rechnen Rheumatologen ab, die einen jungen Patienten in ihr ASV-Team übernehmen. Eine Überleitung ist bis zum vollendeten 21. Lebensjahr möglich.

Beide Leistungen können die genannten Ärzte des jeweiligen ASV-Kernteams je angefangene zehn Minuten und bis zu fünfmal in vier Quartalen berechnen. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär und ohne Mengenbegrenzung. Die GOP ersetzen die Pseudoziffer 88511, die ASV-Ärzte bislang bei einer Transition abgerechnet haben.

PraxisNachrichten vom 06.12.2018

E-Health

Bis Ende März müssen Praxen alle Komponenten für die Telematikinfrastruktur bestellen

In diesem Jahr wird es ernst mit der Telematikinfrastruktur (TI): Bis spätestens 31. März müssen Ärzte und Psychotherapeuten die notwendigen Komponenten für den Anschluss an die TI verbindlich bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. Bis Ende Juni muss die Technik installiert sein, damit ab 1. Juli alle Praxen und alle Medizinischen Versorgungszentren das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen können. Das sieht der neue Zeitplan des Gesetzgebers vor.

Eigentlich ist das VSDM bereits seit Jahresbeginn Pflicht. Da die Industrie die nötige Technik nicht rechtzeitig liefern konnte, hat der Bundestag die Sanktionsfrist verlängert. Praxen, die bis zum 30. Juni an die TI angeschlossen sind und dafür bis 31. März alle Komponenten verbindlich bestellen, bleiben von Honorarkürzungen verschont.

Der Gesetzgeber hatte mit dem E-Health-Gesetz alle Praxen zum VSDM verpflichtet und den Anschluss an die TI mit Sanktionen verbunden. Die ursprünglich vorgesehene Frist wurde mehrfach verlängert.

Themenseite Telematikinfrastruktur
PraxisNachrichten: Kriedel: Jetzt um Anschluss an die TI kümmern (10.1.2019)
PraxisNachrichten: Vierter Konnektor zugelassen (13.12.2018)
PraxisNachrichten: Mobile Kartenterminals: Neugerät oder Update (22.11.2018)
PraxisNachrichen: Bestellfrist für Konnektoren wird um drei Monate verlängert (08.11.2018)

Prävention

Kombinierte Immundefekte: Neugeborenen-Screening wird erweitert

Das Neugeborenen-Screening wird in diesem Jahr um eine Untersuchung auf schwere kombinierte Immundefekte erweitert. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat bereits die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen um das „SCID“-Screening ergänzt. Die Nichtbeanstandung des Beschlusses durch das Bundesgesundheitsministerium steht noch aus.

Das erweiterte Neugeborenen-Screening umfasst damit die Früherkennung von 14 Krankheiten. Dabei handelt es sich um angeborene Stoffwechseldefekte, endokrine Störungen und jetzt neu auch Immundefekte bei Neugeborenen.

Bei schweren kombinierten Immundefekten (Severe-Combined-Immunodeficiency, SCID) fehlt die Immunabwehr: Bereits im Säuglingsalter haben die Kinder eine hohe Infektanfälligkeit gepaart mit Infektionskomplikationen. Unbehandelt versterben die meisten betroffenen Kinder innerhalb von ein bis zwei Jahren.

PraxisNachrichten vom 29.11.2018

Neue Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene

Die Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene wurde überarbeitet und soll im Frühjahr neu starten. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken und Belastungen früh zu erfassen, um Erkrankungen rechtzeitig vorbeugen zu können. Im Fokus stehen vor allem kardiovaskuläre Krankheiten.

Neu ist außerdem das Untersuchungsintervall: Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren haben künftig alle drei und nicht mehr alle zwei Jahre Anspruch auf die Untersuchung. Jüngere Versicherte zwischen dem 18. und dem 35. Lebensjahr können einmalig den Check-up erhalten.

Ärzte müssen zudem die Ergebnisse des Check-ups nicht mehr auf dem Formular 30 („Berichtsvordruck Gesundheitsuntersuchung“) dokumentieren. Die Dokumentation erfolgt künftig ausschließlich in der Patientenakte.

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Neugestaltung des Check-ups ist am 25. Oktober 2018 in Kraft getreten. Bis spätestens April legt nunmehr der Bewertungsausschuss die Vergütung fest. Erst danach haben Versicherte Anspruch auf die überarbeitete Gesundheitsuntersuchung.

PraxisNachrichten vom 26.07.2018

Organisiertes Programm zur Darmkrebsfrüherkennung

Die Früherkennung von Darmkrebs wird gestärkt: Voraussichtlich ab April können Männer bereits im Alter von 50 Jahren eine Koloskopie durchführen lassen. Zudem werden gesetzlich Krankenversicherte dann ab Juli regelmäßig zur Früherkennungsuntersuchung eingeladen werden. Mit der Einladung erhalten sie Hinweise zu Organisation, Ablauf, Nutzen und Risiken der Untersuchung.

Mit einem organisierten Programm zur Früherkennung von Darmkrebs soll die Akzeptanz für die Untersuchungen in der Bevölkerung erhöht werden. Obwohl Darmkrebs früh erkannt sehr gut heilbar ist und durch die Behandlung von Vorstufen sogar vermieden werden kann, nutzen zu wenig Versicherte die angebotenen Maßnahmen zur Früherkennung. Die Untersuchungen erfolgen weiterhin in den Praxen der Vertragsärzte.

Die Änderungen gehen zurück auf das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte dazu Mitte vorigen Jahres die neue Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme beschlossen. Der Beschluss ist am 19. Oktober 2018 in Kraft getreten.

PraxisNachrichten vom 26.07.2018

Formulare

Ärztlicher Wiedereingliederungsplan auf neuem Formular

Seit 1. Januar

Das Formular für den ärztlichen Wiedereingliederungsplan eines gesetzlich versicherten Patienten ins Erwerbsleben wurde zum 1. Januar angepasst. So ist jetzt auf dem Formular 20 klargestellt, dass die ärztliche Empfehlung „nach aktueller Betrachtung“ erfolgt. Dadurch entfallen Nachfragen, beispielsweise wenn die Einschätzung des Vertragsarztes von der vorherigen Einschätzung des Arztes in der Reha-Einrichtung abweicht.

Zudem müssen Vertragsärzte keine zusätzliche Einschätzung mehr abgeben, wann der Patient wieder arbeitsfähig ist. Vielmehr entspricht der auf Formular 20 prognostizierte letzte Tag der stufenweisen Wiedereingliederung auch dem voraussichtlich letzten Tag der Arbeitsunfähigkeit des Patienten.

PraxisNachrichten vom 22.11.2018

Krankenbeförderung: Ab April neues Verordnungsformular

Ab 1. April

Zum 1. April ändert sich das Verordnungsformular für die Krankenbeförderung (Formular 4). Es ist dann neu strukturiert und übersichtlicher gestaltet. Inhaltlich nimmt es auf die Pflegegrade Bezug und nicht mehr auf die alten Pflegestufen. Aufgrund der strukturellen Änderungen können die bisherigen Formulare ab April nicht aufgebraucht werden.

Praxen sollten rechtzeitig neue Vordrucke bestellen. Die PraxisNachrichten werden das neue Formular in einer der nächsten Ausgaben vorstellen.

PraxisNachrichten vom 17.05.2018

Qualitätssicherung

Hautkrebs-Screening: Elektronische Dokumentation jetzt differenzierter möglich

Seit 1. Januar

Die elektronische Dokumentation zum Hautkrebs-Screening wurde zum 1. Januar angepasst. Dadurch können dokumentierende Haus- und Hautärzte jetzt differenziertere Angaben machen, zum Beispiel zu Diagnosen und Verdachtsdiagnosen. Die Aussagekraft der Evaluation soll sich dadurch verbessern.

Eine weitere Neuerung: Hausärzte können jetzt dokumentieren, ob eine Überweisung an einen Dermatologen erfolgte. Grundsätzlich sollen die Übergänge eines Patienten vom Hausarzt zum Dermatologen künftig besser nachvollzogen werden können.

Beschluss des G-BA

Neues Verfahren zur Qualitätssicherung: Gallenblasenoperationen

Seit 1. Januar

Zum 1. Januar ist ein neues Verfahren der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung für Gallenblasenoperationen gestartet. Für belegärztlich tätige Vertragsärzte beginnt die Dokumentation erst 2020.

Ziel des Verfahrens ist es, die Rate an Komplikationen, Wiederholungseingriffen und Folgeerkrankungen nach Gallenblasenoperationen (Cholezystektomien) zu senken.

Zervix-Zytologie: Mehr Zeit für Jahresstatistik und Prüfzyklus verlängert

Seit 1. Januar

Die rund 900 Pathologen und Gynäkologen mit einer Genehmigung für die Zervix-Zytologie können ihre Jahresstatistik bis zum 31. August an die Kassenärztliche Vereinigung übermitteln. Der Zeitraum wurde um einen Monat verlängert und die Qualitätssicherungsvereinbarung entsprechend geändert.

Außerdem wurde der Prüfzyklus von zwei auf vier Jahre verlängert, wenn zytologieverantwortliche Ärzte die Überprüfung der Präparatequalität und der ärztlichen Dokumentation zweimal in Folge bestanden haben.

PraxisNachrichten vom 10.01.2019
Themenseite Qualitätssicherung Zervix-Zytologie

Eigenes DMP für Patienten mit Herzinsuffizienz

Ende 2019

Für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz wird es ab Ende dieses Jahres ein eigenständiges Disease-Management-Programm (DMP) geben. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat das neue Programm bereits beschlossen. Demnächst beginnen die Vorbereitungen auf regionaler Ebene. So müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen noch Verträge abschließen, in denen unter anderem die Vergütung geregelt ist.

Das DMP Herzinsuffizienz war bislang ein Modul im DMP Koronare Herzkrankheit. Patienten, die in diesem Modul eingeschrieben sind, können automatisch in das neue DMP Herzinsuffizienz wechseln. Eine erneute Einschreibung ist nicht erforderlich.

Ziel des DMP Herzinsuffizienz ist es, durch eine optimale ambulante Begleitung der Patienten mit herzinsuffizienzspezifischen Schulungen und leitliniengerechter medikamentöser Therapie eine gute Lebensqualität zu erhalten und stationäre Behandlungen zu verhindern.

DMP Brustkrebs

Im Oktober 2018 war das komplett neu ausgerichtete DMP für Patientinnen mit Brustkrebs gestartet. Mit der Aktualisierung steht nun die Nachsorge im Fokus, bislang lag das Augenmerk auf der Primärtherapie.

PraxisNachrichten: BMG gibt grünes Licht für DMP Herzinsuffizienz (30.08.2018)
PraxisNachrichten: DMP Brustkrebs startet am 1. Oktober neu - Nachsorge im Mittelpunkt (06.09.2018)

Verordnungen

Krankenfahrten für Patienten mit Pflegegrad ohne Genehmigung

Seit 1. Januar

Seit 1. Januar brauchen Patienten mit Pflegegrad 3, 4 oder 5 oder mit einer Schwerbehinderung (Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“) die ärztlich verordneten Krankenfahrten mit Taxi oder Mietwagen nicht mehr ihrer Krankenkasse zur Genehmigung vorlegen. Mit der Verordnung gilt die Genehmigung als erteilt.

Ärzte sollten das gesetzliche Wirtschaftlichkeitsgebot beachten, wonach die ärztlichen Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen und das Maß des Notwendigen nicht überschreiten dürfen (vgl. § 12 SGB V).

Die Neuerung geht auf das Pflegepersonalstärkungsgesetz zurück. Damit soll die Krankenbeförderung pflegebedürftiger und schwerbehinderter Patienten zur ambulanten Behandlung und zurück nach Hause beziehungsweise ins Heim erleichtert werden.

PraxisNachrichten vom 20.12.2018

Hörhilfen: Übertragungsanlagen demnächst auch für Erwachsene verordnungsfähig

Unabhängig vom Alter des Patienten können künftig Übertragungsanlagen zusätzlich zu einer bereits erfolgten Versorgung mit Hörhilfen oder einem Cochlea-Implantat verordnet werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss im vergangenen Jahr beschlossen. Der Bewertungsausschuss muss nun noch die Vergütung festlegen. Erst dann haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf die neue Leistung.

Übertragungsanlagen sind Hilfsmittel, die aus Sender und Empfänger bestehen und die Signale über Funk, Bluetooth oder Infrarot übertragen. Sie sind bislang nur für Kinder und Jugendliche im Rahmen der gesetzlichen Schulpflicht verordnungsfähig. Künftig ist auch für Erwachsene eine Verordnung möglich, wenn trotz bestmöglicher Hörgeräteanpassung im täglichen Leben kein ausreichendes Sprachverstehen erreicht wird.

PraxisNachrichten vom 18.10.2018

Indikationsspektrum für psychiatrische Krankenpflege erweitert

Das Indikationsspektrum für psychiatrische häusliche Krankenpflege wird breiter. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Liste der Regelindikationen im Oktober erweitert und Kriterien festgelegt, in welchen Fällen eine Verordnung darüber hinaus möglich ist (Öffnungsklausel).

Der Bewertungsausschuss muss allerdings noch über die Vergütung entscheiden, bevor die neuen Regelungen angewendet werden dürfen. Dies könnte im Frühjahr der Fall sein.

Ärzte müssen GAF-Wert angeben

Der Beschluss des G-BA sieht auch vor, dass Vertragsärzte den sogenannten GAF-Wert auf der Verordnung (Formular 12) angeben, wenn sie psychiatrische häusliche Krankenpflege verordnen. Um den Wert zu ermitteln, wenden Ärzte die GAF-Skala an, ein Klassifikationsmodell zur Beschreibung der psychischen, sozialen und beruflichen Funktionen von psychisch erkrankten Menschen.

Die Verordnung kann aufgrund von Regelindikationen nur erfolgen, wenn ein GAF-Wert ≤ 50 vorliegt. Für eine Verordnung aufgrund einer Erkrankung, die unter die Öffnungsklausel fällt, muss ein GAF-Wert ≤ 40 vorliegt.

Durch den Beschluss gibt es weitere Änderungen für die psychiatrische häusliche Krankenpflege. Diese betreffen unter anderem die verordnungsberechtigten Ärzte und die Verordnungsdauer.

PraxisNachrichten vom 18.10.2018

Weitere Neuerungen

Umstrittenes Terminservice- und Versorgungsgesetz

Das in der Ärzteschaft heftig umstrittene Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) tritt voraussichtlich im Frühjahr in Kraft. Derzeit versucht der KBV-Vorstand Änderungen bei besonders kritischen Punkten zu erreichen.

Dazu gehören die Vorgaben zu Mindestsprechstundenzeiten, wonach Vertragsärzte künftig 25 statt 20 Sprechstunden pro Woche erbringen sollen. Zudem sollen Ärzte zu offenen Sprechstunden ohne Terminvergabe verpflichtet werden.

Der KBV-Vorstand und die Ärzteschaft sehen darin dirigistische Eingriffe in den Praxisablauf und die Freiberuflichkeit der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten. Niedergelassene Ärzte arbeiteten schon jetzt weit mehr als 20 Stunden in der Woche.

Die erste Lesung des Gesetzes hatte Mitte Dezember im Bundestag stattgefunden. Im März soll das Gesetz durch den Bundesrat gehen, sodass es voraussichtlich Ende März 2019 in Kraft treten könnte.

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Verfahren zur ärztlichen Zweitmeinung startet

Patienten können sich vor bestimmten planbaren Operationen eine zweite ärztliche Meinung einholen. Ein rechtlicher Zweitmeinungsanspruch besteht vorerst bei einer Mandelteilresektion (Tonsillotomie), bei einer vollständigen Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) sowie bei einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie).

Weitere Eingriffe sollen folgen. Sobald die ersten Ärzte eine Genehmigung für die Zweitmeinung erhalten haben, kann das Verfahren starten. Die Vorbereitungen für die Genehmigungsprozesse laufen auf Landesebene.

Im Dezember waren sowohl die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit den Verfahrensregeln in Kraft getreten als auch die Vergütung beschlossen worden. Nach der Richtlinie sind Ärzte („Erstmeiner“) verpflichtet, Patienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren, wenn sie die Indikation für einen dieser planbaren Eingriffe stellen.

Die Zweitmeinung umfasst die Durchsicht vorliegender Befunde des behandelnden Arztes und ein Anamnesegespräch. Hinzu kommen ärztliche Untersuchungen, sofern sie zur Befunderhebung und Überprüfung der Indikationsstellung zwingend erforderlich sind.

So werden die Leistungen vergütet

  • „Erstmeiner“: Der Arzt, der die Indikation für einen der definierten Eingriffe stellt, kann für die Aufklärung und Beratung im Zusammenhang mit dem ärztlichen Zweitmeinungsverfahren die Gebührenordnungsposition (GOP) 01645 einmal im Krankheitsfall (vier Quartale) abrechnen. Sie ist mit 75 Punkten (8,12 Euro) bewertet. Die Leistung beinhaltet auch die Zusammenstellung aller erforderlichen Unterlagen für den Patienten.
  • „Zweitmeiner“: Die Abrechnung der Zweitmeinung ist im neuen Abschnitt 4.3.9 „Ärztliche Zweitmeinung“ im Allgemeinen Teil des EBM geregelt. Danach rechnet der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, für den Patienten seine jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale ab. Sind für seine Beurteilung ergänzende Untersuchungen notwendig, kann er diese ebenfalls durchführen, muss sie aber medizinisch begründen.
  • Extrabudgetäre Vergütung: Die Vergütung erfolgt für alle Leistungen extrabudgetär – befristet bis Ende 2021.
  • Kennzeichnung: Ärzte müssen alle Leistungen des Zweitmeinungsverfahrens bei der Abrechnung nach bundeseinheitlichen Vorgaben eingriffsspezifisch kennzeichnen. Die genauen Regelungen werden derzeit noch abgestimmt.

PraxisNachrichten vom 13.12.2018

Psychotherapie: Mehr Therapiemöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung

Für Menschen mit einer geistigen Behinderung steht demnächst ein höheres Stundenkontingent für die psychotherapeutische Behandlung zur Verfügung.

Dazu hat der Gemeinsame Bundesausschuss seine Richtlinie entsprechend ergänzt, sodass nunmehr Bezugspersonen in die Therapie einbezogen werden können, ohne dass dies vom Patientenkontingent abgezogen wird. Damit die Neuerung greifen kann, muss noch die Psychotherapie-Vereinbarung angepasst werden.

Die erweiterten Behandlungsmöglichkeiten gelten dann für Menschen, bei denen eine Diagnose entsprechend des Abschnitts „Intelligenzstörung“ (F70-F79) nach ICD-10 vorliegt.

PraxisNachrichten vom 25.10.2018

Kooperationspflicht für Heime und Ärzte

Seit 1. Januar

Mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz sind für Pflegeheime Kooperationsverträge mit Vertragsärzten seit 1. Januar Pflicht. Findet ein Heim keinen Arzt, beispielsweise weil es weit außerhalb der Stadt errichtet wurde oder die niedergelassenen Ärzte bereits ausgelastet sind, müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen innerhalb von drei Monaten einen Vertragsabschluss vermitteln.

Bislang sah der Gesetzgeber Kooperationsverträge zwischen niedergelassenen Ärzten und stationären Pflegeeinrichtungen auf freiwilliger Basis vor. Etwa 12.000 Einzelverträge gibt es bereits bundesweit.

PraxisNachrichten vom 15.11.2018

Fortbildung für nichtärztliche Praxisassistenten angepasst

Seit 1. Januar

Bei der alle drei Jahre zu wiederholenden Fortbildung für nichtärztliche Praxisassistenten sollen neben dem Notfallmanagement künftig auch Kenntnisse zur Digitalisierung und Telemedizin vermittelt werden. Zugleich sind statt 20 Stunden nur noch 16 Stunden Pflicht – davon mindestens acht Stunden zum Thema Notfallmanagement inklusive praktischer Übungen.

In weiteren acht Stunden sollen nichtärztliche Praxisassistenten für den Einsatz digitaler Technik fit gemacht werden. Auf diese Neuerungen haben sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt und den Bundemantelvertrag für Ärzte zum 1. Januar entsprechend angepasst.

Die Fortbildung ist eine Voraussetzung dafür, dass Haus- und Fachärzte die Genehmigung für die Förderung und Beschäftigung eines nichtärztlichen Praxisassistenten behalten.

PraxisNachrichten vom 20.12.2018

Beiträge zur GKV werden wieder paritätisch getragen

Seit 1. Januar

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung werden seit diesem Jahr wieder komplett paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern beziehungsweise Rentnern und Rentenversicherung getragen. Selbstständige mit geringem Einkommen werden erheblich entlastet und Beitragsschulden abgebaut.

Dadurch zahlen Arbeitnehmer mit einem Einkommen von 3.000 Euro monatlich etwa 15 Euro weniger, Rentner mit einer gesetzlichen Rente von 1.200 Euro rund sechs Euro monatlich weniger.

Mit dem GKV-Versichertenentlastungsgesetz wurde darüber hinaus festgelegt, dass die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen den Umfang einer Monatsausgabe künftig nicht mehr überschreiten dürfen, um zu hohe Kassenbeiträge zu vermeiden. Ab 2020 sind die Kassen zudem verpflichtet, überschüssige Beitragseinnahmen über einen Zeitraum von drei Jahren abzubauen.

BMG: GKV-Versichertenentlastungsgesetz

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