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Belegärztliche Geburtshelfer erhalten Unterstützung

24.01.2019 - Zur Deckung der gestiegenen Haftpflichtprämien in der Geburtshilfe erhalten niedergelassene Gynäkologen rückwirkend ab 1. Januar mehr Geld. Darauf haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband am Dienstag im Bewertungsausschuss geeinigt. Damit soll verhindert werden, dass die Zahl ärztlicher Geburtshelfer weiter sinkt und immer mehr belegärztliche Geburtsstationen schließen müssen.

Die KBV konnte erreichen, dass sich die Krankenkassen stärker an den Versicherungskosten beteiligen. Darüber hinaus empfiehlt der Bewertungsausschuss, dass Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen gegebenenfalls regional weitere extrabudgetäre Zuschläge vereinbaren. Hintergrund ist die regionale Heterogenität der Haftpflichtversicherungskosten.

Der Beschluss sieht vor, dass die Gebührenordnungsposition (GOP) 08411 für belegärztliche Geburten um 899 Punkte (97,30 Euro) steigt, für ambulante Geburten um 757 Punkte (81,93 Euro). Damit erhalten Ärzte über die Abrechnung geburtsmedizinischer Leistungen seit Januar fast doppelt so viel für ihre Haftpflichtversicherung als zuvor.

Fast 100 Euro mehr pro Geburt

Pro belegärztlicher Geburt sind das im Durchschnitt 214,29 Euro, 97,30 Euro mehr als bisher. Bei 149 Geburten beispielsweise im Jahr – so viele Geburten begleiten Belegärzte im Durchschnitt – beläuft sich der Zuschuss auf etwa 32.000 Euro.

Die drastisch gestiegenen Beiträge zur Haftpflichtversicherung infolge wachsender Schadenssummen haben dazu geführt, dass Frauenärzte immer öfter ihre belegärztliche Tätigkeit als Geburtshelfer einstellen mussten. Eine Folge ist, dass gerade in ländlichen Regionen geburtsmedizinische Stationen nach und nach schließen. Deshalb hatte sich auch die Politik eingeschaltet und eine Lösung angemahnt.

Weiterer Anpassungsbedarf

KBV und GKV-Spitzenverband haben außerdem vereinbart, dass das Institut des Bewertungsausschusses die Situation der belegärztlichen Geburtshelfer für die Jahre 2018 bis 2020 evaluieren wird. Im Anschluss wollen beide Seiten prüfen, ob weiterer Anpassungsbedarf besteht.

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