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Praxisnachrichten

Bewertungsausschuss nimmt zwei neue Laboruntersuchungen in den EBM auf

31.01.2019 - Der Nachweis von Anti-Drug-Antikörpern und die Vorbehandlung von roten Blutkörperchen mit Dithiothreitol werden zum 1. April als neue Leistungen in den EBM aufgenommen. Das hat der Bewertungsausschuss in der vergangenen Woche beschlossen.

Die Änderungen gehen zurück auf die Fachinformation zu Arzneimitteln, zu denen derzeit eine frühe Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) erfolgt.

Demnach ergab sich unter anderem bei der Überwachung einer Enzymersatztherapie mit Velmanase (Lamzede®) Anpassungsbedarf im EBM. Konkret geht es um den Nachweis von Anti-Drug-Antikörpern, die sich dabei bilden und zu schweren Immunreaktionen führen können.

Der Bewertungsausschuss nimmt für diesen Nachweis die Gebührenordnungsposition (GOP) 32480 in den EBM-Abschnitt 32.3.5 (Immunologische Untersuchungen) auf. Ärzte erhalten je Untersuchung 18,65 Euro.

Obwohl die Bildung von Antikörpern auch für andere Wirkstoffe beschrieben ist, konnte im Bewertungsausschuss nicht erreicht werden, dass der Nachweis von Anti-Drug-Antikörpern arzneimittelunabhängig in den EBM aufgenommen wird.

Daratumumab: Vorbehandlung von roten Blutkörperchen

Zur Behandlung von hämatologischen Neoplasien wird der monoklonale Antikörper Daratumumab (Darzalex®) eingesetzt. Dieser verursacht bei blutgruppenserologischen Untersuchungen – etwa Blutkompatibilitätstests – bestimmte Interferenzen. Daher ist eine Vorbehandlung der Erythrozyten notwendig.

Für diese Vorbehandlung der Test- beziehungsweise Spendererythrozyten mit Dithiothreitol können Ärzte ab dem 1. April die GOP 32557 abrechnen. Sie wird neu in den EBM-Abschnitt 32.3.6 (Blutgruppenserologische Untersuchungen) aufgenommen und extrabudgetär mit 19,20 Euro je Untersuchung vergütet.

Die GOP ist als Zuschlag zu den GOP 32545 (Antikörpersuchtest in mehreren Techniken) oder 32556 (Kreuzprobe mit indirektem Antiglobulintest) bis zu viermal am Behandlungstag berechnungsfähig.

Keine Entscheidung zur Aufnahme des Präeklampsiemarkers und des Tumormarkers HE 4 in den EBM

Die KBV hat im Zusammenhang mit zwei weiteren Laborleistungen den erweiterten Bewertungsausschuss als Schiedsgremium angerufen. Auch nach jahrelangen Beratungen im „Standardisierten Bewertungsverfahren“ waren die Kassen nicht bereit, den EBM entsprechend anzupassen.

Zum einen geht es dabei um eine Leistung zur Diagnostik der Präeklampsie, die als hypertensive Schwangerschaftserkrankung etwa zwei Prozent aller Schwangeren betrifft und die häufigste Ursache für maternale und perinatale Morbidität und Mortalität ist.

Der Präeklampsiemarker (sFlt1/PlGF‐Quotient) bietet bei Vorliegen einer unklaren Symptomatik eine objektive Entscheidungshilfe für die weitere ambulante oder gegebenenfalls eine frühzeitige stationäre Überwachung der Patientin. Die KBV wollte den Marker als eigenständige Leistung in den EBM-Abschnitt 1.7.4 aufnehmen.

Mit demselben Beschluss sollte der Tumormarker HE 4 in den EBM aufgenommen werden. Er hat bei der Primär- und Rezidivdiagnostik eines Ovarialkarzinoms vergleichbare Eigenschaften wie der bisher unter der GOP 32390 aufgeführte Marker CA 125.

Zu beiden Laborleistungen hat die KBV den erweiterten Bewertungsausschuss angerufen. Mit dem „Standardisierten Bewertungsverfahren“ überprüfen KBV und GKV-Spitzenverband die medizinische Wertigkeit neuer Leistungen und entscheiden über die Aufnahme in den EBM.

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