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Praxisnachrichten

Umsätze in den Praxen gestiegen

07.02.2019 - Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten konnten im Jahr 2016 wiederum Honorarzuwächse verzeichnen. Das Plus gegenüber dem Vorjahr betrug im Durchschnitt 2,4 Prozent, wie der jetzt erschienene Honorarbericht der KBV zeigt.

Der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt und Psychotherapeut aus vertragsärztlicher Tätigkeit erhöhte sich dem Bericht zufolge im Jahr 2016 um 5.283 Euro auf 221.642 Euro (+ 2,4 Prozent). Der Honorarumsatz je Behandlungsfall stieg im Durchschnitt um 1,92 Euro auf 65,37 Euro (+3,0 Prozent).

Die Daten stammen aus dem Honorarbericht für das vierte Quartal 2016, der soeben erschienen ist. Dieser Bericht enthält neben Zahlen zum vierten Quartal einen zusammenfassenden Überblick über die Entwicklung des Honorarumsatzes aus vertragsärztlicher Tätigkeit sowie der Gesamtvergütungen für das Jahr 2016.

Gassen: Trotz Zuwächsen jede zehnte Leistung nicht vergütet

„Trotz der Zuwächse reicht das Geld nicht aus, um alle Leistungen zu vergüten“, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Ein Grund sei, dass die ambulante medizinische Versorgung seit Jahren unterfinanziert sei und die von den Krankenkassen bereitgestellten Mittel nicht ausreichten, den Behandlungsbedarf zu finanzieren.

Gassen wies darauf hin, dass jede zehnte Leistung der über 172.000 ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten nach wie vor nicht vergütet werde. „Wenn die Politik will, dass jeder Patient zeitnah einen Termin beim Arzt bekommt, dann müssen die Krankenkassen zumindest die Grund- und Versichertenpauschalen für jeden Patienten in voller Höhe bezahlen“, forderte er und fügte hinzu: „Die Budgets müssen weg.“

520 Euro für die komplette Behandlung im Jahr

Knapp 520 Euro stellten die gesetzlichen Krankenkassen im Berichtsjahr pro Versicherten für die komplette ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung bereit. Das waren 3,2 Prozent mehr als 2015. Die Gesamtvergütung stieg um etwa 1,54 Milliarden auf rund 37 Milliarden Euro.

Bundesweites Plus

Dem Bericht zufolge registrieren im Jahr 2016 die Vertragsärzte und -psychotherapeuten in allen 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) leichte Honorarzuwächse. Zu den KVen mit den größten Zuwächsen gehören Berlin (+4,7 Prozent), Thüringen (+3,8 Prozent), Schleswig-Holstein (+3,6 Prozent) und Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 3,5 Prozent.

Hohe Zuwächse bei Nuklearmedizinern und Psychotherapeuten

Die größten Steigerungen beim Honorarumsatz erzielten im fachärztlichen Bereich Fachärzte für Nuklearmedizin (+7,2 Prozent), gefolgt von Fachärzten für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (+5,6 Prozent) und Fachärzten für Neurologie (+5,2 Prozent). Fachärzte für Psychiatrie verbuchten Zuwächse von 4,4 Prozent, Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt von 4,0 Prozent und Fachärzte für Radiologie von 3,8 Prozent.

Zulegen beim Umsatz konnte auch die Gruppe der Psychotherapeuten: Die ärztlichen Psychotherapeuten kommen auf ein Plus von 6,4 Prozent, die Psychologischen Psychotherapeuten auf ein Plus von 6,2 Prozent.

Dagegen verzeichneten Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Angiologie (-1,0 Prozent) sowie mit Schwerpunkt Endokrinologie (-0,1 Prozent) Rückgänge beim durchschnittlichen Honorarumsatz je Arzt.

Zahlen für das vierte Quartal 2016

Neben dem gesamten Jahr 2016 beleuchtet der aktuelle Honorarbericht auch das vierte Quartal:

  • Der Honorarumsatz je Arzt und Psychotherapeut ist im vierten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,2 Prozent gestiegen. Eine stärkere Zunahme wurde beim Honorarumsatz je Behandlungsfall mit 2,8 Prozent registriert.
  • Der Honorarumsatz je Arzt im hausärztlichen Versorgungsbereich stieg dabei um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Vergütung je Behandlungsfall stieg um 2,0 Prozent.
  • Der Honorarumsatz je Arzt der Fachärzte ist im Vergleich zum vierten Quartal 2015 unverändert. Der Honorarumsatz je Behandlungsfall ist dagegen um 3,2 Prozent gestiegen. Die größten Zuwächse beim Umsatz konnten Nuklearmediziner (+6,5 Prozent), Neurochirurgen (+5,8 Prozent) sowie Humangenetiker (+5,5 Prozent) verbuchen.
  • Die Gesamtvergütungen aller KVen sind gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 303,4 Millionen Euro (+3,4 Prozent) gestiegen.

Den Honorarbericht für das dritte Quartal 2016 (PDF, 2,6 MB) hatte die KBV bereits Anfang des Jahres veröffentlicht.

Honorarumsatz aus vertragsärztlicher Tätigkeit

Der Honorarumsatz wird häufig mit dem Einkommen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten verwechselt. Der Honorarumsatz ist die Zahlung der gesetzlichen Krankenversicherung an den Arzt oder Psychotherapeuten für den Betrieb der Praxis und die Versorgung der gesetzlich versicherten Patienten. Der Umsatz ist nicht mit dem Nettoeinkommen gleichzusetzen.

Das Nettoeinkommen, also das Geld, das der Arzt/Psychotherapeut für seine Arbeit bekommt, beträgt durchschnittlich nur 23,5 Prozent des Honorarumsatzes. Aus den anderen 76,5 Prozent des Honorarumsatzes finanziert er

  • Praxiskosten, zum Beispiel für Personal, Miete, Energie und Versicherungen, medizinische Geräte. Diese Betriebsausgaben sind je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch. Sie betragen im Durchschnitt über alle Gruppen 51,6 Prozent des Honorarumsatzes.
  • Steuerzahlungen (14,9 Prozent)
  • berufsständische Altersversorgung (7,1 Prozent)
  • Aufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherungen (2,8 Prozent)

Erst nach Abzug aller Kosten erhält man das Nettoeinkommen, das dem Arzt persönlich zur Verfügung steht.

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