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Praxisnachrichten

Hodgkin-Lymphome: PET/CT ab April auch zum initialen Staging

21.02.2019 - Der Einsatzbereich für die Positronenemissionstomographie wird erneut erweitert: Ab April kann das bildgebende Verfahren auch beim initialen Staging eines Hodgkin-Lymphoms angewendet werden. Die Vereinbarung zur Qualitätssicherung wird entsprechend angepasst.

Mit einer Positronenemissionstomographie (PET) in Verbindung mit einer Computertomographie (PET/CT) zum initialen Staging bei Hodgkin-Lymphomen soll eine möglichst exakte Stadieneinteilung erreicht werden. Dabei wird auch überprüft, ob das Knochenmark befallen ist, ohne eine invasive Knochenmarkpunktion durchzuführen.

Genehmigung der KV erforderlich

Radiologen und Nuklearmediziner benötigen eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV), wenn sie PET/CT-Leistungen durchführen und abrechnen wollen.

Welche Anforderungen sie konkret nachweisen müssen, steht in der Qualitätssicherungsvereinbarung PET, PET/CT, die zum 1. April 2019 um die neue Indikation erweitert wird. Sie müssen beispielsweise bereits eine bestimmte Anzahl an PET-Untersuchungen durchgeführt und befundet haben.

Immer mehr Einsatzgebiete

PET/CT kommt bei immer mehr Indikationen zum Einsatz (s. Kasten). Bei welchen Indikationen eine PET/CT zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgen darf, beschließt der Gemeinsame Bundesausschuss.

Einsatzgebiete für PET und PET/CT

Bisher hat der Gemeinsame Bundesausschuss den Einsatz von PET und PET/CT bei folgenden Indikationen und onkologischen Fragestellungen zugelassen:

  • Bestimmung des Tumorstadiums von primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich Detektion von Fernmetastasen
  • Nachweis von Rezidiven (bei begründetem Verdacht) bei primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen
  • Charakterisierung von Lungenrundherden, insbesondere Beurteilung der Dignität peripherer Lungenrundherde bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko und wenn eine Diagnosestellung mittels einer invasiven Methodik nicht möglich ist
  • Bestimmung des Tumorstadiums von kleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich Detektion von Fernmetastasen, es sei denn, dass vor der PET-Diagnostik ein kurativer Therapieansatz nicht mehr möglich erscheint
  • Nachweis eines Rezidivs (bei begründetem Verdacht) bei kleinzelligen Lungenkarzinomen, wenn die Patienten primär kurativ behandelt wurden und wenn durch andere bildgebende Verfahren ein lokales oder systemisches Rezidiv nicht gesichert oder nicht ausgeschlossen werden konnte
  • Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von ˃ 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie
  • Entscheidung über die Durchführung einer Neck Dissection bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren oder mit unbekannten Primärtumorsyndromen des Kopf-Hals-Bereichs
  • Entscheidung über die Durchführung einer laryngoskopischen Biopsie beim Larynxkarzinom, wenn nach Abschluss einer kurativ intendierten Therapie der begründete Verdacht auf eine persistierende Erkrankung oder ein Rezidiv besteht
  • Entscheidung über die notwendige Anzahl von Chemotherapiezyklen bei Hodgkin-Lymphomen im fortgeschrittenen Stadium nach zwei Zyklen leitliniengerechter Chemotherapie
  • Maligne Lymphome bei Kindern und Jugendlichen

Neu ab April 2019:

  • Initiales Staging bei Hodgkin-Lymphomen

PET und PET/CT

Die Positronenemissionstomographie (PET) ist ein bildgebendes diagnostisches Verfahren der Nuklearmedizin, mit dem stoffwechselaktive Gewebe im Körper dargestellt werden können. Aufgrund ihrer beschleunigten Stoffwechselprozesse fallen hierunter auch bestimmte Tumoren.

Es besteht die Möglichkeit, PET-Aufnahmen mit anderen bildgebenden Verfahren abzugleichen oder mit der Computertomographie zu fusionieren (PET/CT), um die Lage der Befunde noch besser bestimmen zu können.

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